Enttäuschung, die nicht lange währte. Dass man auf der Zielgeraden der Meisterschaft letztlich vom nun siebenfachen Deutschen Meister 1.FFC Frankfurt doch um einen Zähler distanziert wurde, beeindruckte den FCR Duisburg nicht großartig. Aufsichtsrat Ferdi Seidelt spricht von „einer tollen Deutschen Vizemeisterschaft.“

FCR Duisburg: Krahn-Schicksal weiter offen / UEFA-Cup lockt

Frust ist weg – Popp ist da

og
20. Juni 2008, 08:45 Uhr

Enttäuschung, die nicht lange währte. Dass man auf der Zielgeraden der Meisterschaft letztlich vom nun siebenfachen Deutschen Meister 1.FFC Frankfurt doch um einen Zähler distanziert wurde, beeindruckte den FCR Duisburg nicht großartig. Aufsichtsrat Ferdi Seidelt spricht von „einer tollen Deutschen Vizemeisterschaft.“

Zum vierten Mal in Folge belegt man diesen Rang. Neu ist, dass der FCR zum ersten Mal dadurch für die internationale UEFA-Cup-Bühne qualifiziert ist.

Die Planungen für die neue Spielzeit wurden voran getrieben. Die von einem weiteren halben Dutzend deutscher Clubs umworbene U17-Europameisterin Alexandra Popp wurde vom Verbandsligisten 1.FFC Recklinghausen verpflichtet. Beim FCR trifft sie auf ihre DFB-Kolleginnen Turid Knaak und Julia Debitzki. Die 17-Jährige kann als offensiver Allrounder bezeichnet werden, Torgefährlichkeit ist ihr Markenzeichen (19 U17-Einsätze – 14 Treffer).

Eine Qualität, die sich europaweit herumsprach, auch Olympique Lyon meldete sich. „Ich war in Duisburg beim Probetraining, das war einfach klasse. Beim FCR gibt es beste Voraussetzungen. Hier stimmt alles, ich wurde sofort mit viel Hallo aufgenommen“, erklärt „Poppi“. Alles weitere Werben kann jetzt vom FCR bequem abgeblockt werden, die Bindung an Duisburg besteht bis 2010. Mit Knaak und Debitzki packt Popp im November die Koffer, um bei der U17-Weltmeisterschaft in Neuseeland zu glänzen.

Martina Voss, bis 2011 gebundene Trainerin und Sportliche Leiterin, die sich aktuell auf „Malle“ entspannt, wird das Trio darauf vorbereiten. Seidelt sieht die Qualität im Kader, schwärmt von „frischem und gekonntem Spiel“. Dem eine Verpflichtung von Linda Bresonik weiter gut tut, die aus Essen kommt. Für Seidelt „sicherlich noch mehr Dynamik“. Der Funktionär definiert es als „Zukunftsbausteine“. Die Basis stimmt, die Zweitvertretung wurde als Aufsteiger sofort Dritter der zweiten Bundesliga, den gleichen Rang holte sich die U17 bei der Endrunde zur Deutschen Meisterschaft. Seidelt: „Dazu kommt, dass wir unsere Zuschauerresonanz um über 30 Prozent steigerten.“ Ins PCC-Stadion pilgerten regelmäßig 1300 Fans. Ein weiterer Trumpf ist, das betont Seidelt ausdrücklich, „der immer größer werdende Pool an Sponsoren“.

Wie der endgültige Kader aussieht, soll man spätestens am 19. Juli sehen, dann wird die Truppe ab 15 Uhr auf der Königstraße in der Duisburger City (im Rahmen des Olympiatags) vorgestellt. Für Seidelt der Startschuss für „eine Dreifach-Mission“: DFB-Pokalfinale in Berlin (erste Cup-Hauptrunde am 31. August), Meisterschaft und Europa-Tour.

Für ein Quartett – Simone Laudehr, Lira Bajramaj, Annike Krahn und Bresonik – gilt noch einen Schlüsselreiz: Die Olympischen Spiele in Peking (8. bis 24. August). Ob diese Namen dann noch eine „FCR-Viererbande“ sind, wird sich herausstellen. Krahn wird weiter heftig von Frankfurt angebaggert. Gesucht wird bekanntlich auch noch vom FCR: Eine Stürmerin soll kommen. Schönebecks Charline Hartmann könnte es sein, wenn sie sich mit der SGS über einen Abgang bis zum Ablauf der Wechelperiode Ende August einigt. Voss spielte Hartmann, die noch einen laufenden Kontrakt hat, diesen Ball zu. Dann wäre eine Verpflichtung möglich.

Dass im Rahmen des UEFA-Cups auch weitere neue Anforderungen auf die Verantwortlichen zukommen, war klar. So muss das PCC-Stadion hohen Ansprüchen genügen, wobei manche Aspekte (separate Eingänge für Fans) eher wenig Aufregung verdienen. Fest steht, der FCR wird kein Qualifikationsturnier ausrichten, da man sich noch zu sehr auf Neuland bewegt.

Autor: og

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