Nach zuletzt zwei Bundesliga-Niederlagen hofft der deutsche Meister Werder Bremen im Champions-League-Gastspiel heute Abend (20.45 Uhr) beim belgischen Titelträger RSC Anderlecht auf eine Trendwende.

Bremen will in Belgien zurück in die Erfolgsspur

20. Oktober 2004, 08:52 Uhr

Nach zuletzt zwei Bundesliga-Niederlagen hofft der deutsche Meister Werder Bremen im Champions-League-Gastspiel heute Abend (20.45 Uhr) beim belgischen Titelträger RSC Anderlecht auf eine Trendwende.

Die Champions League soll dem zuletzt schwächelnden Deutschen Meister Werder Bremen zu einem neuen Höhenflug verhelfen. "Wenn wir uns präsentieren wie zuletzt gegen Valencia, werden wir auch etwas holen. Dieses Spiel hat gezeigt, dass wir auch auf dieser Ebene mithalten können", sagt Werder Bremens Sportdirektor Klaus Allofs vor der Vorrundenpartie am Mittwoch (20.45 Uhr/live bei Premiere) in Brüssel gegen den RSC Anderlecht.

1:2 in Mainz in den Köpfen

Doch frischer im Gedächtnis als der in Unterzahl erkämpfte 2:1-Sieg gegen den spanischen Meister ist die 1:2-Pleite in der Bundesliga beim Neuling FSV Mainz 05 am vergangenen Wochenende, als der Aufsteiger in den letzten sieben Minuten mit zwei Toren das Spiel noch drehen konnte. Abwehrspieler Valerien Ismael optimistisch: "Diese Niederlage war ein Kopfproblem, das sich nicht wiederholen wird."

Diese Einstellung verdeutlichte der Franzose auch seinem Landsmann Johan Micoud. Der Ex-Nationalspieler hatte mit einem durch Lässigkeit provozierten Ballverlust in der Schlussminute die Niederlage in Mainz besiegelt, auch Trainer Thomas Schaaf nahm sich den Mittelfeldregisseur beim Abschlusstraining in der Hansestadt noch einmal unter vier Augen zur Brust.

Schaaf baut weiter auf Micoud

"Ich wehre mich aber dagegen, Johans Spiel nur an einer Szene festzumachen. Jeder hat schon mal Fehler gemacht, aber wir haben in der Kabine noch keinen Pranger installiert", erklärte der Coach, der Micoud im Mittelfeld schon deswegen dringend braucht, weil Nationalspieler Tim Borowski mit einem Bänderriss im linken Sprunggelenk ausfällt. Wieder zur Verfügung steht nach ausgeheilter Entzündung im Knie der Finne Pekka Lagerblom.

Auch Anderlecht mit mäßiger Form

Auch beim belgischen Rekordmeister läuft es auf nationaler Ebene noch nicht nach Plan. Der Titelverteidiger nimmt in der aktuellen Tabelle hinter dem FC Brügge nur den zweiten Platz ein, zuletzt gab es einen mühsamen 1:0-Sieg im Lokalderby beim Aufsteiger FC Brüssel. Trainer Hugo Broos steht schwer unter Druck, ausgeübt in erster Linie vom mächtigen Präsident Constant van den Stock, nach dem auch das Stadion in der belgischen Hauptstadt benannt ist.

Gegen den Bundesliga-Fünften geht es für die Gastgeber nach zwei Auftaktniederlagen in der "Königsklasse" fast schon um die letzte Chance, das Achtelfinale zu erreichen. Unterschätzt als vermeintlich leichtester Gegner nach Valencia und Tabellenführer Inter Mailand wird Anderlecht vom deutschen Meister nicht, auch wenn Allofs die Zielsetzung eindeutig formuliert.

"Mit zehn Punkten aus sechs Spielen ist man in einer guten Position, dazu gehört natürlich, dass man auch gegen Anderlecht punktet", erläuterte der Ex-Nationalspieler. Bislang stehen drei Zähler auf dem Konto der Hanseaten, beim Champions-League-Comeback nach mehr als zehn Jahren hatte man in Mailand mit 0:2 verloren.

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