Am Mittwochabend steigt in der Arena AufSchalke das große Champions-League-Finale zwischen dem AS Monaco und dem FC Porto. Für Gelsenkirchen ist das Spiel zudem die Generalprobe für die Spiele der WM 2006 in Deutschland.

Champions-League-Finale als WM-Generalprobe

er
25. Mai 2004, 12:24 Uhr

Am Mittwochabend steigt in der Arena AufSchalke das große Champions-League-Finale zwischen dem AS Monaco und dem FC Porto. Für Gelsenkirchen ist das Spiel zudem die Generalprobe für die Spiele der WM 2006 in Deutschland.

Die Augen der Fußball-Fans auf der ganzen Welt richten sich nach Gelsenkirchen. Über 200 Millionen Menschen werden vor den Fernsehern sitzen, wenn am Mittwochabend (20.45 Uhr/live bei Premiere und Sat.1) mehr als 100 TV-Sender weltweit die Bilder vom Champions-League-Finale in der Arena AufSchalke ausstrahlen. Knapp 200 Fernsehkameras fangen jede Szene auf dem Rasen ein, auf dem die Überraschungsteams AS Monaco und FC Porto nach der wichtigsten europäischen Vereins-Trophäe greifen. Und Hausherr Schalke 04 lässt sich die Gala einiges kosten.

Schalke und DFB investieren 4,5 Millionen Euro

4,5 Millionen Euro hat der Bundesligist zusammen mit dem Deutschen Fußball-Bund (DFB) in das 22. Europapokalendspiel auf deutschem Boden investiert. "Wir hoffen, dass am Ende eine schwarze Null steht", sagt Geschäftsführer Peter Peters. Finanziell ist ein Gewinn ausgeschlossen, doch ideell wollen die Schalker vom "zweitwichtigsten Fußballspiel der Welt", so Peters, profitieren.

"Eine solche Partie ausrichten zu dürfen, ist der Ritterschlag für ein Stadion. Es gibt uns die Möglichkeit, uns weltweit einem Millionenpublikum zu präsentieren. Der Werbewert ist unbezahlbar", meint der Geschäftsführer. Und außerdem können die Schalker schon einmal die WM 2006 proben. Denn nicht alle Investitionen sind nur für das Champions-League-Finale gedacht. "Es ist geplant, dass viele Dinge auch 2006 zum Einsatz kommen", sagt Peters.

Neuerungen auch mit Blick auf WM 2006

So hat der Klub für 1,9 Millionen Euro auf der Gegengeraden einen neuen VIP-Bereich, den so genannten "Glückauf-Club", eingerichtet. "Eine Investition in die Zukunft", wie Pressesprecher Gerd Voss betont. Auch die Infrastrukturmaßnahmen außerhalb des Stadions, verbesserte und vergrößerte Parkplätze, eine neue Beschilderung, sind mit Blick auf die WM durchgeführt worden.

Andere Umbauten sind nur für einen Tag gedacht: Die Pressetribüne, die sonst 310 Journalisten Platz bietet, wurde auf 1259 Plätze ausgebaut. Ein 11.000 qm großes VIP-Zelt, das so genannte "Champions Village" für besonders betuchte Gäste, wurde errichtet. 17.000 Stehplätze wurden in 8600 Sitzplätze umgewandelt, damit die insgesamt 53.053 Fans - wie es die Europäische Fußball-Union (UEFA) vorschreibt - sitzend das Finale verfolgen können. Und für die insgesamt 2500 Journalisten wurde ein Mediendorf - so groß wie ein Fußball-Feld - errichtet.

Insgesamt 8000 Helfer im Einsatz

"Der Aufwand ist genauso groß wie bei einer WM", sagt Voss. Insgesamt sind am Mittwoch 8000 Helfer im Einsatz, 6000 davon im Stadion, darunter 2000 Ordnungs- und Sicherheitskräfte. 2000 weitere Helfer sind in ganz Nordrhein-Westfalen damit beschäftigt, Mannschaften, Offizielle und Fans rechtzeitig ins Stadion und dann wieder zurück zu den Flughäfen und Bahnhöfen zu geleiten.

Mit Argusaugen beobachten UEFA und der Vermarkter Team die Organisatoren. So ist genau festgelegt, wie hoch der Rasen, den die Schalker vor einigen Wochen mit Blick auf das Finale verlegen ließen, sein darf: Kürzer als 28 und länger als 30 Millimeter dürfen die Grashalme am Mittwochabend nicht sein. Team achtet penibel darauf, dass die Arena und das gesamte Areal um das Stadion herum "werbefrei" sind. Werbebanden mussten "neutralisiert", Schilder mit Firmennamen zugeklebt und die Biergläser ausgewechselt werden. Denn schließlich sollen nur die UEFA-Sponsoren zu sehen sein.

Autor: er

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