Viel Aufregung beim B-Liga-Spiel zwischen dem SV Langendreer 04 und Genclerbirligi. Nach einem nicht gegebenen Tor für die Gäste waren diese ziemlich

Genclerbirligi: Abbruch

"Ich bin immer noch perplex"

Stephan Knipp (sk)
17. März 2008, 19:19 Uhr

Viel Aufregung beim B-Liga-Spiel zwischen dem SV Langendreer 04 und Genclerbirligi. Nach einem nicht gegebenen Tor für die Gäste waren diese ziemlich "stinkig".

Der Beleidigung folgte der Platzverweis, dem Platzverweis die Handgreiflichkeit. Am Ende mussten sogar Ordner eingreifen. So zumindest die Version des Gastgebers vom SVL. Bei Genclerbirligi fühlt man sich hingegen benachteiligt und streitet die Vorwürfe ab. RevierSport online fragte nach: Was war da los?

Horst Lindemann (1. Vorsitzender SV Langendreer 04):

“Es stand 2:1 für uns als es Mitte der zweiten Hälfte einen Freistoß für Genclerbirligi gab. Der Ball fand auch den Weg ins Tor, aber der Schiedsrichter entschied auf Foulspiel durch den Torschützen. Daraufhin rannte dieser auf den Schiedsrichter zu und beschwerte sich, dass er seinen Gegenspieler nur gestreichelt hätte. Aber ich stand direkt daneben, dass war ohne Frage ein ganz klares Foul. Trotzdem konnte sich der Spieler von Genclerbirligi nicht beruhigen und schubste den Schiedsrichter weg. Der Unparteiische zeigte ihm daraufhin die Rote Karte. Und von da an eskalierte die Situation. Der Spieler ging dann richtig auf den Schiedsrichter los und seine Mitspieler wollten sich auch noch einklinken. Zum Glück hatten wir drei Ordner vor Ort, die den Schiedsrichter beschützt haben. Es war in meinen Augen völlig richtig das Spiel abzubrechen. Es hätte danach keinen Sinn mehr gemacht.”

Mustafa Gündüz (1. Vorsitzender Genclerbirligi):

“Der Spieler Güner Yesilyayla köpft den Ball ohne den Gegner zu berühren ins Tor und der Schiedsrichter zeigt zum Mittelpunkt. Daraufhin beschweren sich die Spieler von Langendreer und nach ein paar Sekunden ändert der Schiedsrichter seine Entscheidung. Yesilyayla ist dann zum Schiedsrichter gegangen. Es folgte eine Diskussion und dann die Rote Karte. Der Spiel fasste den Schiedsrichter an die Brust und wollte damit ironisch ausdrücken 'Hast du gut gemacht'. Dann hat der Unparteiische die Partie abgebrochen. Er wurde aber keiner handgreiflich, niemand ist angegriffen worden und es war auch kein Ordner auf dem Platz.
Die Rote Karte war vielleicht noch okay, aber für diese Berührung gleich das Spiel abzubrechen, halte ich für übertrieben. Der Trainer von Langendreer hat überigens nach dem Tor sich selbst gewundert, warum der Schiedsrichter das Tor nicht gegeben hat. Nach dem Spiel hatte er seine Meinung plötzlich geändert.
Interessant ist auch, dass der gleiche Schiri beim Spiel gegen Langendreer 07 gepfiffen hat. Und auch dort gab es eine Rote Karte gegen uns. Auch gegen Yesilyayla. Da ging der Platzverweis aber in Ordnung.”

Bruno Otto (Trainer SV Langendreer 04):

“Das Spiel wurde in der 73. Minute abgebrochen. Nach dem Freistoß und dem vermeintlichen Tor zeigte der Schiedsrichter direkt an, dass der Spieler von Genclerbirligi sich aufgestützt haben soll. Wie man das im Fußball so macht, zeigt der Schiedsrichter dann an, dass wir den Freistoß zugesprochen bekommen und zeigte dementsprechend in Richtung der Hälfte von Genclerbirligi. Deren Spieler haben aber gedacht, der Unparteiische hätte auf Tor entschieden und würde in Richtung Mittelpunkt zeigen. Als sie merkten, dass ihnen der Treffer wegen eines Foulspiel nicht anerkannt wurde, soll der Torschütze zum Schiedsrichter unter anderem 'Fuck You' gesagt haben. Nach der darauffolgenden Roten Karte gingen zwei bis drei Spieler auf den Schiri los. Zwei verbal und einer schubste ihn. Daraufhin wurde das Spiel abgebrochen. Den Vorwurf, ich hätte meine Meinung zur Schiedsrichterentscheidung beim Tor geändert, muss ich zurückweisen. Als der Freistoß ausgeführt worden war, sah ich das die Stellung in meiner Hintermannschaft nicht stimmte und rief deswegen den Namen von Lukas Stöckmann, der nicht zusammen mit dem Genclerbirligi-Spieler hochgesprungen war. Ich konnte in diesem Augenblick gar nicht erkennen, dass er überhaupt nicht springen konnte, weil sich bei ihm aufgestützt wurde. Nach dem Spiel klärten mich meine Spieler auf, was passiert war. Deshalb warf man mir von Seiten Genclerbirligi vor, ich hätte meine Meinung geändert. Eigentlich war ich sehr überrascht über die Reaktion von Genclerbirligi. Ich hatte sie auch schon aus dem Hinspiel als sehr faire Mannschaft in Erinnerung und auch jetzt spielten sie bis zu diesem Zeitpunkt völlig fair. Ich bin immer noch perplex.”

Autor: Stephan Knipp (sk)

Mehr zum Thema

Wettbewerbe

Rubriken

Kommentieren