Was sich schon am Sonntag abzeichnete, ist nun Gewissheit.

MSV: Bei Avalos hat es „richtig gescheppert“

Rudi Bommer und die „Versteckte Kamera“

tt/ag
08. März 2008, 09:41 Uhr

Was sich schon am Sonntag abzeichnete, ist nun Gewissheit.

Björn Schlicke fällt mit Muskelfaserriss definitiv zwei Wochen aus. Rudi Bommer kann und muss seine Abwehr erneut umbauen. „Ich hätte gerne mal eine längere Zeit, in der wir mit einer Elf auflaufen können. Aber das ist ja hier kein Wunschkonzert“, knirscht der Linienchef mit den Zähnen. Eine Alternative in der Innenverteidigung kann der argentinische Neuzugang sein. „Fernando Avalos fand ich bei seinem Debüt positiv. Es hat richtig gescheppert, er hat Präsenz gezeigt, so muss das sein“, lobt Bommer den „Gaucho“.

Ob und mit wem er in der Kette aufläuft, bleibt bis Samstag offen. „Da lasse ich mir Zeit.“ Nur eines kann der 50-Jährige mit Sicherheit sagen: „Wir werden nicht mit einem Libero auflaufen.“ Das Experiment um Tarnkappen-Verteidiger Ivo Grlic ist somit gescheitert, auch wenn es in Bielefeld vielversprechend begonnen hatte. Schon im Testmatch gegen Düsseldorf agierte der MSV mit der gewohnten Doppel-Sechs vor der Abwehr und Christian Tiffert. „Das Loch hinter den Spitzen war mir im Olympiastadion einfach zu groß. Da wäre er wieder der passende Kandidat, um dies zu füllen.“

Man merkt, dass ihn die Partie in Berlin immer noch wurmt. Vor allem die Art und Weise stört ihn noch immer. „Dass du nicht jedes Spiel gewinnen kannst, ist klar. Aber es kommt darauf an, wie man in den Zweikämpfen auftritt. Wir waren dran, doch es war zu wenig.“ Zur Strafe oder eher zur Belustigung setzte der Familienvater auf die Video-Analyse. „Ich habe nur die erste Halbzeit vorgespielt, das hat gereicht. Was da allein in den ersten zehn Sekunden passiert, ist ein Fall für die ‘Versteckte Kamera’. Was da passiert ist, geht gar nicht. Ich habe ja selbst schon von einem schnellen Tor nach dem Anpfiff gehört, sogar schon eines erzielt, aber ein schneller Eckball. Gibt es das überhaupt?!“

Den Humor hat Bommer also noch nicht verloren. Deshalb kam der Test gegen die Fortuna gerade recht. „Da wurde im Mittelfeld mal richtig ein Stempel gesetzt, draufgehauen und durchgezogen. Das erwarte ich auch Samstag.“, fordert „RB“ den unbedingten Einsatzwillen, „wer das jetzt nicht endlich kapiert, dass es um alles geht, der ist hier vollkommen fehl am Platze.“ In Einzelgesprächen und mit dem Spielerrat sollen im Kurz-Trainingslager noch einmal alle Sinne geschärft werden. „Die Rechnung ist doch ganz einfach. Wir haben 17 Punkte und sind in Schlagdistanz zu unseren Konkurrenten. Noch ist nichts verloren. Wir sind noch mit dabei.“

Dennoch unterschätzt er die verunsicherten Hanseaten auch nicht. „Rostock ist von Beginn an brandgefährlich. Wir müssen höllisch aufpassen, um einen frühen Gegentreffer zu vermeiden. Ich fordere absolute Konzentration.“ Aber, wenn es kurz nach dem Anpfiff zu einer schnellen Ecke gegen Duisburg kommt, dann wird es sicherlich wieder in Rudi Bommer brodeln...

Autor: tt/ag

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