Das Derby steht vor der Tür und Florian Kringe kann es kaum erwarten, dass das Schloss endlich geöffnet wird. Für den 25-Jährigen geht es am Samstag gegen die Königsblauen nicht nur um die Revierehre und drei Punkte, sondern auch um die Weichenstellung für den restlichen Saisonverlauf. RevierSport unterhielt sich mit dem Mittelfeldspieler, der in dem zu erwartenden heißen Duell trotzdem einen kühlen Kopf behalten will.

Die Vorkommnisse aus dem Hinspiel-Schlager sind inzwischen erledigt

Kringe: "Mit kühlem Kopf im heißen Revierderby zum Erfolg"

rk
08. Februar 2008, 17:17 Uhr

Das Derby steht vor der Tür und Florian Kringe kann es kaum erwarten, dass das Schloss endlich geöffnet wird. Für den 25-Jährigen geht es am Samstag gegen die Königsblauen nicht nur um die Revierehre und drei Punkte, sondern auch um die Weichenstellung für den restlichen Saisonverlauf. RevierSport unterhielt sich mit dem Mittelfeldspieler, der in dem zu erwartenden heißen Duell trotzdem einen kühlen Kopf behalten will.

[b]Florian Kringe, kribbelt es schon im Bauch oder sind Sie noch vollkommen ruhig?

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Es geht innerlich bereits los. Der Trainer hat am Mittwoch schon alles angesprochen und jeder von uns hat mit Sicherheit nur das Wochenende im Hinterkopf.

Im Hinspiel gab es eine mächtige 1:4-Klatsche, ist die inzwischen verarbeitet worden?
Daran verschwenden wir keinen Gedanken mehr, denn am Sonntag steht ein ganz neues Spiel auf dem Programm. Die Zuschauer und wir wissen ja seit dem vergangenen Mai wie es geht, die Schalker zu schlagen. Es wird erneut ein heißes Derby werden.
Bei dem es trotzdem gilt, cool zu bleiben, oder?
Ganz bestimmt, wir müssen auf jeden Fall einen kühlen Kopf bewahren, denn alles andere wird uns nicht weiter helfen.
Obwohl es nach dem letzten Duell noch ein Nachspiel gab, das dem BVB auch nicht gerade weitergeholfen hat?
Die Sache ist doch inzwischen erledigt. Für mich ist das Thema durch und ich denke, dass die anderen genauso denken.

Der S04 ist auch in dieser Saison bei Standardsituationen bärenstark. Gegen Stuttgart resultierten allein drei Treffer nach einem ruhenden Ball. Kann die Borussia in der Luft entsprechend dagegen halten?
Das ist vor allem eine Frage der Konzentration. Vor dem Match wird eine genaue Zuordnung ausgegeben, an die sich jeder halten muss. Das Ganze ist im wahrsten Sinne des Wortes eine Kopfsache.

An der sich Kevin Kuranyi nach seiner Trikoteinklage nicht beteiligen kann. Ein kleiner Vorteil für die Dortmunder?
Die Schalker haben einen sehr ausgeglichenen Kader. Er fällt aus, dafür freut sich ein anderer, dass er spielen kann. Ob die Gäste dadurch wirklich geschwächt sind, können wir erst nach dem Schlusspfiff sagen.
Obwohl nur noch zwei Tagen ins Land ziehen, bis es endlich los geht, herrscht rund um das Trainingsgelände eine schon auffällige Ruhe. Ist das nicht ungewöhnlich?

Die Fans brennen, das spüren wir auch. Sie und auch die Medien werden das Match in der verbleibenden Zeit noch richtig anheizen, deshalb müssen wir es nicht auch noch tun. Womit ich noch einmal auf den bereits angesprochenen kühlen Kopf zurückkomme.
Waren Sie in den ersten beiden Pflichtspielen vielleicht etwas zu ruhig, denn so richtig sind sie gegen Bremen und beim MSV nicht in Schwung gekommen?
Ich habe eine ganz ordentliche Vorbereitung hingelegt. Zudem bin ich der Meinung, dass ich in Duisburg in der ersten Halbzeit gar nicht so schlecht gespielt habe. Da aber die ganze Mannschaft nicht gut drauf war, wurde das wohl nicht so richtig registriert. Nach dem Wechsel sind mir einige unnötige Fehler unterlaufen. Das Team hat anschließend richtig Fahrt aufgenommen. Da war ich allerdings schon ausgewechselt, also konnte ich mich daran nicht beteiligen.

Stichwort Zebras: Gegen die wurde die erste Halbzeit verschlafen. Ein Luxus, den sich der BVB gegen Schalke kaum erlauben kann.
Wir haben auch beim MSV nicht so schlecht angefangen. Klar, das Ergebnis von 0:2 spricht eindeutig gegen uns, doch die Gastgeber waren doch nicht drückend überlegen. Bei einem Standard haben wir nicht aufgepasst, dann wurde der Ball im Mittelfeld verloren. Es folgte eine tolle Aufholjagd mit dem Ausgleich in der Nachspielzeit. So etwas bleibt hängen und stärkt das Selbstvertrauen. Das nehmen wir für Sonntag mit. Ich bin fest überzeugt, gegen die Schalker sind wir sofort im Spiel.

Im Moment rangiert die Borussia auf Rang 12 mit zehn Punkten Rückstand auf einen UEFA-Cup-Platz. Ist die ganze Konzentration nur auf den Pokal fixiert?
Nein, auf keinen Fall. Natürlich haben wir die Riesenmöglichkeit im Cup-Wettbewerb, es bleibt jedoch weiter unser Ziel, uns in der Bundesligatabelle nach oben zu arbeiten. Das Unentschieden war kein großer Schritt nach vorne, ganz im Gegenteil: wir sind ja sogar noch abgerutscht. Trotzdem war der hart erkämpfte Sieg wichtig für die Moral. Wenn wir am Sonntag gewinnen, bekommen wir eine breite Brust, die sich anschließend auch auf die Platzierung auswirken wird.
Wie soll denn der Erfolg eingefahren werden?
Zunächst einmal müssen wir die einfachen Ballverluste vermeiden. Zudem hat mich das Duisburg-Spiel an die starke Rückrunde im ersten Jahr unter Bert van Marwijk erinnert. Auch an der Wedau hatte ich immer das Gefühl, wir können jederzeit ein Tor machen. Daran müssen wir auch gegen Königsblau glauben.

Tamas Hajnal hat bei seiner Verpflichtung davon gesprochen, dass der BVB ein schlafender Riese sei. Sebastian Kehl erklärt, es ist noch Luft nach oben vorhanden. Wann wacht die Borussia endlich auf und atmet entsprechend durch?
Auch ich habe ja meinen Vertrag in Dortmund verlängert, weil ich überzeugt bin, dass der Weg nach oben führen wird. Dazu benötigen wir aber Zeit. Noch vor zwei Jahren gab es enorme finanzielle Zwänge, da haben wir in Bezug auf das Durchschnittsalter einen Ligarekord nach dem anderen gebrochen. Wirtschaftlich sind inzwischen die Weichen gestellt worden. Mittelfristig wird es nach oben gehen.

Die nackten Zahlen sehen im Moment anders aus.
Vom Punktestand und von der Tabellensituation können wir nicht zufrieden sein. Darum haben wir alle erklärt, dass wir eine wenig erfreuliche Hinrunde abgeliefert haben. Es liegt jetzt an uns, das Blatt zu wenden.

Autor: rk

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