Das Fazit der Hinrunde des MSV ist niederschmetternd: Duisburg hat von allen Bundesligisten die meisten Spiele verloren (zwölf), die wenigsten Punkte geholt (13), die wenigsten Tore geschossen (14) und vor allem dort versagt, wo Außenseiter das Fundament für den Klassenverbleib zu schaffen pflegen: In den Heimspielen.

MSV: Walter Hellmich über Toni, Bommer, Neuzugänge und die Mannschaft

"Ich kann Leidenschaft und mehr Herz erwarten"

Thomas Tartemann
22. Dezember 2007, 09:50 Uhr

Das Fazit der Hinrunde des MSV ist niederschmetternd: Duisburg hat von allen Bundesligisten die meisten Spiele verloren (zwölf), die wenigsten Punkte geholt (13), die wenigsten Tore geschossen (14) und vor allem dort versagt, wo Außenseiter das Fundament für den Klassenverbleib zu schaffen pflegen: In den Heimspielen.

Schlechter kann eine Bilanz kaum ausfallen. Die schmucke MSV-Arena hat sich im ersten Halbjahr für Mannschaften aus der Fremde als angenehmer Aufenthaltsort erwiesen, nur sechs Zähler blieben im Revier. Doch selbst der Blick auf die Tabelle und die derzeitige Situation kann Walter Hellmich nicht erschüttern. „Wir müssen einfach weiter an uns glauben und einen kühlen Kopf bewahren. Dann erreichen wir unsere Ziele“, erklärt der "Zebra-Boss“ und fügt an: "Flapsig gesagt liegen wir lediglich zwei, drei Zähler hinter unseren Erwartungen. Das stimmt schon irgendwie. Uns fehlen nur vier Punkte bis zum retten Ufer." Zweckoptimismus, Durchhalteparolen oder ein verklärter Blick auf die Realität? RevierSport sprach mit dem Club-Boss.

Walter Hellmich, wie fällt denn Ihr Fazit dieser Bundesliga-Hinrunde für den MSV aus?
Natürlich haben wir uns mehr erwartet, erhofft und versprochen – vor allem nach dem fulminanten Start und dem 3:1-Sieg in Dortmund. Eigentlich wollten wir auf einem sicherem Platz im unteren Mittelfeld der Liga landen, aber das haben wir nicht geschafft. Die Situation ist kritisch, aber ich habe wirklich noch Hoffnung. Wir geben den Kampf nicht auf. Gründe für das Nicht-Erreichen dieser Ziele gibt es genug.
Und zwar, welche?
Der MSV hatte viele, zu viele Ausfälle zu verdauen. Ob Roque Junior, Björn Schlicke, Klemen Lavric oder Christian Tiffert. Gegen Frankfurt fielen Fernando Santos, Tobias Willi und Manasseh Ishiaku aus. Das waren neuerliche Rückschläge. Rudi Bommer musste seine Innenverteidigung während der Hinrunde diverse Male umbauen. Diese Verletzungsmisere zieht sich wie ein roter Faden durch die Saison. Das führte bei der Mannschaft zu Lähmungserscheinungen, anders kann ich mir diese Leistung nicht erklären. Ich will hier aber auch nichts runterspielen. Wir müssen einfach wieder besser Fußball spielen.
Der Presse- oder Medienboykott, der im Anschluss an das 0:1 gegen die Eintracht beendet wurde, hat dabei aber nicht wirklich geholfen?
Das kann man sehen, wie man möchte. Jetzt ist es ohnehin egal, da ich ihn ja am Sonntag aufgehoben habe.

Warum?

Der Druck war weg. Jetzt dürfen die Jungs wieder alles erzählen, was sie möchten.

Die Partie gegen Frankfurt wirkte wie ein Spiegelbild der gesamten 17 Spieltage. Wie sehen Sie dieses Match mit etwas Abstand?
Dieses Spiel, diese Niederlage war sehr enttäuschend für mich. Ich bin einer, der jeden Tag alles für den MSV gibt, und ich kann deswegen mehr Leidenschaft und Herz erwarten. In dieser Situation muss mehr kommen, diese Leistung reichte einfach nicht. Das war einfach nur schlecht. Teilweise fehlte das Engagement.

Was müssen, was wollen Sie ändern?
Wir werden in der Winterpause erneut alles auf den Prüfstand stellen, alles neu sortieren und mit einigen der jetzt verletzten Spielern neu angreifen. Zudem muss im Angriff etwas passieren. Wir müssen schauen, was wir machen können, und werden auf jeden Fall reagieren. Wir suchen einen Stürmer und zwar einen, der uns sofort hilft. Wir werden die Ohren nicht hängen lassen, das passt überhaupt nicht zu uns. Wir müssen einfach an uns glauben und alle alles für unsere Ziele geben.

Was ist mit der Überprüfung von Trainer Rudi Bommer?
An Rudi Bommer lag es nicht. Wir schwimmen absolut auf einer Wellenlänge, er wird unser Coach bleiben. Ich habe schon nach dem Frankfurt-Spiel mit ihm und den anderen Trainern zusammengesessen und die Situation analysiert. Wir sind uns einig, dass noch nichts vorbei ist. Wir greifen mit ihm wieder an.

Kurz vor der Weihnachtsfeier am Montag sind Sie im WDR-Fernsehen bereits vom „Kugelblitz“ Ailton abgerückt.
Wir haben schon gedacht, dass wir mit dem Burschen das ein oder andere bewirken und den ein oder anderen Sieg einfahren können. Und das ist sicherlich nicht der Fall.

Bleibt er? Geht er? Bekommt er die Freigabe?
Wir hatten uns von seiner Verpflichtung viel mehr erhofft, aber Ailton konnte die Erwartungen nicht erfüllen. Dieser Transfer war ein Fehlgriff, dazu stehen wir. Wenn Ailton möchte, erhält von uns die Freigabe.

Autor: Thomas Tartemann

Mehr zum Thema

Wettbewerbe

Rubriken

Kommentieren