Thomas Doll hatte noch vor dem Match in Wolfsburg an seine Spieler appelliert, „der letzte Eindruck bleibt hängen.“ Der ist nach der deftigen Pleite in der VW-Stadt nicht der beste, zumal er auch für den Trainer selbst sowie Michael Zorc nichtganz unwesentlich, da Hans-Joachim Watzke bereits beim Saisonstart angekündigt hatte, „wir werden uns in der Winterpause zusammensetzen und über die auslaufenden Verträge des Trainer sowie des Sport-Direktors sprechen.“

BVB: Zwischen den Feiertagen Gespräche mit Doll und Zorc

Doppelte Vertrags-Verlängerung als nachträgliches Weihnachtsgeschenk?

rk
22. Dezember 2007, 09:39 Uhr

Thomas Doll hatte noch vor dem Match in Wolfsburg an seine Spieler appelliert, „der letzte Eindruck bleibt hängen.“ Der ist nach der deftigen Pleite in der VW-Stadt nicht der beste, zumal er auch für den Trainer selbst sowie Michael Zorc nichtganz unwesentlich, da Hans-Joachim Watzke bereits beim Saisonstart angekündigt hatte, „wir werden uns in der Winterpause zusammensetzen und über die auslaufenden Verträge des Trainer sowie des Sport-Direktors sprechen.“

In Jakarta wurde nun bekannt, dass sich das Trio bereits zwischen den Feiertagen treffen und verhandeln wird. Dabei wird aber nicht nur die Momentaufnahme des vergangenen Wochenendes analysiert, sondern der gesamte Verlauf der Hinrunde. So wie es aussieht werden sich wohl alle Beteiligten zusammenraufen und eventuell schon frühzeitig zu einer Einigung kommen. So verrät Thomas Doll: „In wesentlichen Punkten haben wir schon eine Einigung erzielt."

Dabei ist die Punkteausbeute des Chef-Trainers recht durchwachsen. Nachdem der inzwischen 41-Jährige am 26. Spieltag der letzten Saison seinen Job bei den Schwarz-Gelben angetreten hatte, folgte ein rasanter Aufwärtstrend. Der Ex-Hamburger führte die Dortmunder von Platz 15 ins gesicherte Mittelfeld (Rang 9) und sammelte in neun Partien 16 Zähler, das sind immerhin 1,78 Zähler im Schnitt. Die Bilanz in der laufenden Spielzeit fällt da schon bescheidener aus, denn 21 Punkte aus 17 Matches lassen den Durchschnitt auf 1,24 Zähler sinken. Damit lässt sich sein angestrebtes Ziel, „wir können eine ganze Region zum Kochen bringen“, ebenso wenig realisieren wie die Wiederherstellung der Festung Signal Iduna Park, „der Gegner muss schon beim Einlaufen das Gefühl haben, oh, oh, hoffentlich kommen wir hier heil wieder raus.“ Immerhin setzte es zuhause Pleiten gegen den MSV Duisburg und Hamburger SV, hinzu kamen Unentschieden gegen Bayern München sowie Eintracht Frankfurt. Nur die Hälfte der acht Partien vor heimischer Kulisse konnte gewonnen werden.

Neben den nüchternen Zahlen ist bei der Mannschaft ist eine kontinuierliche Weiterentwicklung lediglich begrenzt erkennbar, vor allem weil die Konstanz fehlt. Guten Ansätzen, die bei den Siegen gegen Werder Bremen oder beim VfB Stuttgart und Arminia Bielefeld sichtbar wurden, folgte regelmäßig der Einbruch. Zwar kündigte Thomas Doll mehrfach Konsequenzen für einzelne Spieler an, durchgesetzt hat er diese aber nur bei Lars Ricken. Trotzdem wird sich Hans-Joachim Watzke wahrscheinlich für eine Fortsetzung der Zusammenarbeit entscheiden. Bereits auf der Jahreshauptversammlung im vergangenen Monat stärkte er dem Fußballlehrer uneingeschränkt den Rücken: „Der Trainerstab hat unser absolutes Vertrauen, da gibt es überhaupt keine Zweifel.“ Ergänzende aber: „Auch wenn ich mir sicher bin, dass mir diese Worte in den Tagen wieder einige falsch auslegen werden."

Immerhin ist der Unternehmer aus dem Sauerland in Sachen Trainer-Abschied ein gebranntes Kind. Im Sommer 2006 wurde der Vertrag mit Bert van Marwijk verlängert, fünf Monaten später, musste dieser die Heimreise nach Holland antreten, nach unüberhörbaren Spannungen zwischen ihm und Hans-Joachim Watzke. Die Zwickmühle: Einigt sich der BVB mit Thomas Doll über ein verlängertes Arbeitsverhältnis, könnte ohne Rückkehr auf die Erfolgsspur eine Trennung teuer werden. Wird der Vertrag nicht verlängert, schwächt diese Tatsache eindeutig die Position des Trainers bei der täglichen Arbeit.

Ebenfalls auf dem Prüfstand steht die weitere Zusammenarbeit mit Michael Zorc, der für seine Transferpolitik zwischenzeitlich eine Menge Kritik einstecken musste. Der Sport-Direktor hält dagegen, dass ihm in den vergangenen Jahren nur einen sehr begrenzter Einkaufsetat zur Verfügung gestanden hat. Daran wird sich kurzfristig mit großer Wahrscheinlichkeit nichts ändern: „Es gibt eindeutige Signale, dass aus der Geschäftsführung, dass mir in der Winterpause nur geringe Mittel für Neuverpflichtungen bereit gestellt werden.“ Mit dem derzeitigen Kader ist die Rückkehr auf die internationale Bühne aber kaum realisierbar.

Allein schon, um Ruhe und Kontinuität zu demonstrieren, dürfte Hans-Joachim Watzke, der sich und sein Team mit dem Ausspruch, in zwei, drei Jahren werden wir uns mit Stuttgart, Bremen und Schalke wieder auf Augenhöhe messen“, selbst unter Druck gesetzt hat, in Zukunft weiterhin auf die sportliche Führung setzen.

Autor: rk

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