Die schlimmsten Befürchtungen haben sich bewahrheitet: Der KFC Uerdingen hat wieder einmal den Antrag auf Eröffnung eines Insolvenz-Verfahrens gestellt, es ist der dritte nach 2003 und 2005. Der Gang zum Amtsgericht Krefeld muss Präsident Ralf Houben wie der nach Canossa vorgekommen sein. Mit dem groß angekündigten Slogan

KFC: Auflösungs-Erscheinungen nach Insolvenz-Hattrick

Ristic und Sextett sollen gehen

20. Dezember 2007, 12:48 Uhr

Die schlimmsten Befürchtungen haben sich bewahrheitet: Der KFC Uerdingen hat wieder einmal den Antrag auf Eröffnung eines Insolvenz-Verfahrens gestellt, es ist der dritte nach 2003 und 2005. Der Gang zum Amtsgericht Krefeld muss Präsident Ralf Houben wie der nach Canossa vorgekommen sein. Mit dem groß angekündigten Slogan "Die 4 im Visier" wurde vor der Saison die Qualifikation für die Regionalliga angestrebt. Mittlerweile wurde man selbst ins Visier genommen – einmal mehr vom Pleitegeier.

Mit einem flapsigen "jetzt nicht" wimmelt Houben seine Anrufer bereits seit Tagen ab. Wohl wissend, dass dies nun auch für ihn selbst gilt. Zum dritten Mal soll der Krefelder Insolvenzverwalter Eberhard Stock die Kohlen aus dem Feuer holen. Das wird ungleich schwerer als in den Vorjahren, da ihm die sonst üblichen drei Monate bis zur Eröffnung des Insolvenzverfahrens diesmal nicht zur Verfügung stehen. Bis zum 15. Januar bleibt dem KFC Zeit, die Liquidität wiederherzustellen und den Insolvenzantrag zurückzunehmen – damit die Kicker im Negativ-Fall die Möglichkeit haben, bei einem neuen Club anzuheuern.

Sechs Akteure wurden schon am gestrigen Mittwochabend bei einem Gespräch zwischen Houben, Stock, dem Sportlichen Leiter Jonny Hey und der Mannschaft um ihren Abgang gebeten: Dabei handelt es sich neben dem nicht anwesenden Trainer Aleks Ristic um die "Spitzen-Verdiener" Sebastian Selke, Stephan Heller, Ales Kohout, Mike Manske, Pap Dione und Christian Knappmann. "Uns wurde gesagt, entweder verzichten alle auf die Hälfte ihres Gehalts oder einige Leute müssen gehen", berichtet der Letztgenannte. Der bat Houben bereits vor der gestrigen Sitzung um die Vertrags-Auflösung. Der Angreifer kickte in diesem Jahr zwar schon für den FC Gütersloh und Uerdingen, dürfte aber aufgrund einer Sonder-Regelung für Insolvenz-Opfer trotzdem die Spielgenehmigung für einen dritten Club finden – aus der Regionalliga.

Doch auch mit diesen Maßnahmen hängt die Zukunft des Clubs am seidenen Faden, zumal neben der Kosten- auch die Einnahmenseite optimiert werden muss. Die vorhandenen Sponsoren kündigten bereits am Dienstag in einem Gespräch an, keine zusätzlichen Gelder zu investieren, sofern nicht neue Geldgeber gefunden werden sollten. "Herr Stock hat klipp und klar gesagt, dass es ziemlich düster aussieht", betont Knappmann. Überraschend kommt die Entwicklung für den Angreifer aber nicht: "Wenn ein Verein die Gehälter nicht zahlen kann und dann auch noch KFC Uerdingen heißt, weiß man, was los ist." Die ausstehenden Löhne werden nun übrigens zunächst vom Arbeitsamt vorgeleistet.

Auf Seite 2: Wie geht es weiter? RS zeigt die vier möglichen Zukunfts-Varianten

Autor:

Seite 1 / 2 Nächste Seite >

Mehr zum Thema

Wettbewerbe

Rubriken

Kommentieren