Ralf Agolli hat schon schönere Hinrunden als die der Saison 2007 erlebt, seitdem er als Trainer bei der SG Essen-Schönebeck tätig ist. Doch der 2:0-Heimerfolg über den TSV Crailsheim sorgte zumindest für einen versöhnlichen Abschluss einer bislang durchwachsenen Halbserie. Im RevierSport-Interview spricht der 46-Jährige über verschenkte Punkte, seine Zukunftspläne mit der SGS und das neue Stadion an der Hafenstraße.

Schönebeck: Versöhnlicher Abschluss für Agolli

"Besteht kein Grund zur Panik"

Matthias Dersch
13. Dezember 2007, 19:03 Uhr

Ralf Agolli hat schon schönere Hinrunden als die der Saison 2007 erlebt, seitdem er als Trainer bei der SG Essen-Schönebeck tätig ist. Doch der 2:0-Heimerfolg über den TSV Crailsheim sorgte zumindest für einen versöhnlichen Abschluss einer bislang durchwachsenen Halbserie. Im RevierSport-Interview spricht der 46-Jährige über verschenkte Punkte, seine Zukunftspläne mit der SGS und das neue Stadion an der Hafenstraße.

Herr Agolli, der Dreier gegen Crailsheim und der damit verbundene Sprung auf Platz fünf war so etwas wie die Rettung des Halbjahres, oder?

Ja, das kann man so sagen. Der aktuelle Tabellenstand sorgt dafür, dass wir nicht sonderlich unzufrieden mit dem Erreichten sein können. Allerdings sind wir auch weit entfernt davon, deshalb in Euphorie zu verfallen.
Gibt es Dinge in der Spielzeit, die sie durchweg positiv beurteilen?

Wir sind trotz der ausbleibenden Erfolge ruhig geblieben, das hat mir sehr gut gefallen. Es besteht nach den ersten neun Partien kein Grund zur Panik. Wir haben uns vor der Saison ein Soll gesetzt, da liegen wir momentan voll drin. Trotzdem haben wir, lässt man die Saison Revue passieren, sechs Punkte zu wenig. Sechs Unentschieden sind einfach zu viel.

Wo wir bei den negativen Aspekten wären: der Chancenauswertung.

Ja, das ist der Punkt, an dem wir den Hebel in der Vorbereitung ansetzen werden. Wir werden nur eine kleine Pause einlegen, und am 3. Januar wieder ins Training einsteigen. Ich habe meinen Spielerinnen gesagt, dass sie darauf achten sollen, fit zum Auftakt zu erscheinen, damit wir direkt mit den wichtigen Dingen anfangen können. Das effektivere Verwerten von Torchancen steht ganz oben auf der Liste.
Daneben stehen drei Hallenturniere in Nordhorn, Kiel und in Bonn auf dem Programm. Stören sie die Vorbereitung?
Nein, ich habe als Aktiver selbst gerne in der Halle gekickt, das ist eine schöne Abwechslung. Das Turnier in Bonn wird ein richtiges Spektakel, nach Kiel fahren wir zum Trainingslager, der Hallenkick ist dort nur der Abschluss der gemeinsamen Tage.

Sie haben bereits vor der Saison einige neue Kickerinnen verpflichtet. Folgen weitere in der Winterpause?

Bei Isabelle Linden haben wir ja schon zugelangt. Ich denke aber, dass es das dann auch war mit den Aktivitäten. Großer Bedarf besteht eh nicht.

Was ist mit Taru Laihanen aus Finnland?
Sie war bei uns zwar einige Zeit im Training, die Forderungen ihres aktuellen Clubs sind aber zu hoch. Ich bin sehr skeptisch, ob der Transfer noch zustande kommt.

Momentan liegen sie im Niemandsland der Tabelle, haben sowohl nach oben als auch unten deutlich Luft. Was wollen Sie in dieser Spielzeit noch erreichen?

Die Mannschaft ist sehr zielbewusst. Wir haben uns vorgenommen, die Großen nicht nur zu ärgern, sondern auch den Anschluss nach oben zu bekommen. Das muss nicht überhastet passieren, wir möchten dort nichts übers Knie brechen. Sollten wir am Ende weiterhin auf Rang fünf liegen, gäbe es nicht viel zu meckern.

Der Damenfußball geht ins Jahr eins nach dem großen Boom durch den erneuten WM-Titel der Nationalmannschaft. Welche Auswirkungen davon spüren Sie im Tagesgeschäft?

Im Training sind mehr Zuschauer da, alles ist nicht mehr so familiär wie früher. Generell ist der Zuwachs an Neuanmeldungen enorm. Es ist ein Traum, wenn man darüber nachdenkt, was gerade im Hinblick auf 2011 da noch kommen könnte.

Und in Sachen Infrastruktur?

Auch dort passiert sehr viel. Für das Hallenturnier in Bonn bekommen wir beispielsweise 10.000 Euro Antrittsprämie, im Vorjahr lag der Betrag noch bei 1.500 Euro. Und ich bin auch davon überzeugt, dass wir ohne die Frauen-WM nicht so schnell ein neues Stadion an der Hafenstraße bekommen hätten.

Autor: Matthias Dersch

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