Verrückte Fußballwelt! Das bisher schlechteste Heimspiel der Saison mit Fußball zum Abgewöhnen wurde für den SC Union Bergen mit der Übernahme der Tabellenführung belohnt. Dabei hätte der Spieler, der in der 47. Minute mit dem 1:1 für die Gastgeber die Wende einleitete, eigentlich gar nicht mehr spielen dürfen.

Bezirksliga 13: Union Bergen - Eintracht Gelsenkirchen

"Wusste nicht, dass wir so schlecht spielen können"

Florian Ziegler
24. September 2006, 19:12 Uhr

Verrückte Fußballwelt! Das bisher schlechteste Heimspiel der Saison mit Fußball zum Abgewöhnen wurde für den SC Union Bergen mit der Übernahme der Tabellenführung belohnt. Dabei hätte der Spieler, der in der 47. Minute mit dem 1:1 für die Gastgeber die Wende einleitete, eigentlich gar nicht mehr spielen dürfen.

Lediglich der nicht nur in dieser Szene falsch ausgelebten Großzügigkeit von Schiedsrichter Uwe Peters war es zu verdanken, dass Bergens Mittelfeldmotor Dennis Naujoks nicht bereits nach 16 Minuten nach einer klaren Tätlichkeit (Nachtreten) frühzeitig duschen musste. Warum der Unparteiische in diesem klaren Fall nicht sofort "Rot" zog, blieb am Ende sein Geheimnis. Die Regeln, das war nicht nur an den Reaktionen der Zuschauer abzulesen, ließen eigentlich keinen Spielraum zu. Peters beließ es dennoch bei "Gelb" - eine Fehlentscheidung, dessen Tragweite sich erst im Laufe des Spiels herauskristallisierte.

Denn "spielentscheidend" wurde am Ende eine Szene, die letztlich nur möglich wurde, weil Naujoks - dem ebenso genialen wie auf dem Spielfeld oft schwierigen Spielmacher - weiter auf dem Platz stehen durfte. Nachdem sich beide Teams in Halbzeit eins in ihrem dürftigen Spiel überboten hatten, gab Naujoks dem Partie in der 47. Minute die Wende, als er im Strafraum der Eintracht geschickt einfädelte und nicht nur einen Strafstoß erhielt (den er zum 1:1 verwandelte), sondern damit auch den Platzverweis für Gäste-Akteur Orkun Cevik provozierte und seinem Team damit die Überzahl brachte. Eine Szene, die für die Konnopka-Elf die Wende bringen sollte.

Diese hatten kurz vor dem Halbzeitpfiff das zu diesem Zeitpunkt völlig verdiente 0:1 (Torschütze: Rene Puzig) hinnehmen müssen. "Grottenschlecht" (Konnopka) war dabei nicht nur Ausführung der missglückten Bergener Abseitsfalle, sondern durchweg das gesamte Spiel der Gastgeber. "Ich hätte nicht gedacht, dass wir so schlecht spielen können", räumte der Bergener Übungsleiter nach Spielende sichtlich enttäuscht ein. "Wir hatten uns so viel vorgenommen, aber wir konnten nichts davon umsetzen. Das war kein Spiel zweier Spitzenmannschaften."

Doch die Tatsache, dass die Gäste-Elf mit der starken Eintracht-Mannschaft aus dem vergangenen Jahr an diesem Tag nur den Vereinsnamen gemeinsam hatte, spielte den Bochumern spätestens mit dem 1:1 in die Karten. In Unterzahl hatte die dezimierte Elf von Trainer Ede Demps den spielerisch weiter enttäuschenden Bergenern nicht mehr viel entgegenzusetzen. Zwei glänzend herausgespielte Treffer von Timo Landener (67./70.) - die ersten gelungenen Bergener Kombinationen - sorgten für eine schnelle Vorentscheidung im vermeintlichen Spitzenspiel.

"Letztlich fehlte es den jungen Spielern leider am taktischen Verständnis und einige, die wegen der angespannten Personalsituation ran mussten, waren leider körperlich nicht fit. Das hat man einfach gemerkt", resümierte Eintrachts Trainer Ede Demps nach Spielende enttäuscht. Der Frust über den Unparteiischen war zwar groß, lange Reden verkniff sich der Coach aber. Demps: "Sonst haben meine Spieler eine Ausrede."

Seinem Bergener Pendant Konnopka blieb am Ende vor allem eine Feststellung: "Wir haben andere Ansprüch an uns, als das heute Gezeigte und wir wissen natürlich, dass wir es besser können. Am Ende zählen aber nur die Punkte."

Autor: Florian Ziegler

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