Das Europa-League-aus gegen Ajax Amsterdam, es hat sehr wohl an den Nerven der Spieler von Fußball-Bundesligisten FC Schalke 04 gezerrt.

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Stambouli über seine Art, die Zukunft, seine Probleme

Andreas Berten
27. April 2017, 11:08 Uhr
Foto: firo

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Das Europa-League-aus gegen Ajax Amsterdam, es hat sehr wohl an den Nerven der Spieler von Fußball-Bundesligisten FC Schalke 04 gezerrt.

„So etwas schüttelt man natürlich nicht einfach aus den Kleidern“, sagt Benjamin Stambouli im Interview mit dem Kicker. Der 26-Jährige zieht aus dem Scheitern allerdings auch noch die Zuversicht und Motivation, „die erneute Qualifikation doch noch über die Liga zu packen.“ Sechs Punkte Rückstand hat die Mannschaft von Trainer Markus Weinzierl auf den Sechsten SC Freiburg (44). „Wir haben noch die Chance, uns für den Europapokal zu qualifizieren, was zwar irgendwie verrückt ist – aber Fakt“, sagt Stambouli, „es wird schwer, das noch zu erreichen, aber wir wollen es versuchen.“

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Dazu muss Königsblau aber die chronische Auswärtsschwäche ablegen, schließlich kommt nur noch der Hamburger SV in die Arena, während die nötigen Punkte für das Vorhaben hauptsächlich in den Spielen bei Bayer Leverkusen (Freitag, 20.30 Uhr/Sky), beim SC Freiburg und beim FC Ingolstadt geholt werden müssen. Woher aber kommt die dürftige Auswärtsbilanz (zehn Punkte bedeuten lediglich Platz 15)? „Es fällt mir nicht leicht, genaue Gründe dafür zu nennen. Unser Auswärtsgesicht muss im Saisonendspurt aber definitiv ein anderes sein, weil wir drei unserer vier Spiele auswärts austragen.“

Trotzdem glaubt Stambouli, der im vergangenen Sommer für 8 Millionen Euro von Paris St.-Germain gekommen ist, an die Maximalausbeute. „Weil ich unbedingt noch in den europäischen Wettbewerb will und finde, dass man das auch dann durchaus so bestimmt sagen darf, wenn die Saison bisher eher durchwachsen für uns gelaufen ist.“

Was auch damit zu tun hat, dass sich der defensive Mittelfeldspieler mit der Eingewöhnung in Gelsenkirchen sehr schwer getan hat. Schwerer jedenfalls als Nabil Bentaleb, der besser Fuß fasste. „Da stimme ich zu. Das lässt sich auch an unseren bisherigen Leistungen ablesen. Was unsere Akklimatisierung betrifft, hat Nabil vielleicht einen entscheidenden Vorteil: Er geht aufs Feld und vertraut seinem Talent – wovon er herausragend viel besitzt“, sagt Stambouli, „bei mir ist es so, dass ich möglicherweise zu viel über Dinge nachdenke, das hemmt mich dann und ist sicher auch ein Grund dafür, weshalb ich bei meiner Leistungsfähigkeit noch nicht bei 100 Prozent angekommen bin.“

Er versuche zwar auch, kommunikativ zu sein und Verantwortung zu übernehmen, aber „es entspricht weniger meinem Naturell, jene Autoritätsperson zu sein, die den Teamkollegen sagt, was sie zu tun und zu lassen haben.“

Dennoch will sich der Franzose auf Schalke durchbeißen. Gerüchte, wonach er im Sommer den Verein nach dem ersten von vier vertraglichen Jahren schon wieder verlassen wolle, seien jedenfalls Quatsch. „Wenn man keine Fortschritte erkennen könnte, wenn man sich unwohl fühlen würde in diesem Verein und wenn man mit den Menschen nicht zurechtkäme“, so Stambouli, „dann würden wohl bei jedem Abschiedsgedanken aufkommen und man würde seinen Berater bitten, nach einer Alternative Ausschau zu halten. Nichts davon ist bei mir aber der Fall, im Gegenteil.“

Autor: Andreas Berten

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