Kevin Wolze wollte nach dem Spiel des MSV Duisburg in Halle reden.

MSV

Trotz 1:1 in Halle weiter auf Kurs 2. Bundesliga

Dirk Retzlaff
17. April 2017, 19:26 Uhr
Foto: firo

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Kevin Wolze wollte nach dem Spiel des MSV Duisburg in Halle reden.

Er suchte in den – mit Rotlicht illuminierten – Katakomben des Stadions des Halleschen FC die Kabine von Schiedsrichter Patrick Alt. Der Wirtschaftsinformatiker hatte Wolze kurz vor dem Ende der Fußball-Drittliga-Partie des MSV Duisburg, der mit dem 1:1 (0:0) ein brauchbares Ergebnis mit nach Hause brachte, die Rote Karte verpasst.

Ob Wolzes Einlassung beim Unparteiischen zur Strafmilderung taugte, ist ungewiss. MSV-Sportdirektor Ivica Grlic befand, „dass Gelb auch ausgereicht hätte“. Wolzes Foul gegen den Hallenser Marvin Ajani auf Höhe der Mittellinie – warum auch immer ein Spieler dort die Grätsche auspackt – war vergleichbar mit dem Vergehen des Regensburgers Marcel Hofrath gegen den Duisburger Andreas Wiegel drei Wochen zuvor. So wie MSV-Kapitän Branimir Bajic die Situation einschätzte – „Er ist ausgerutscht“ – wird es nicht gewesen sein. Für Wolze war es die dritte Rote Karte in seiner Laufbahn. Seine erste kassierte er im November 2010 in einem Regionalliga-Spiel der U 23 des VfL Wolfsburg – gegen den Halleschen FC.

Damit werden beim MSV Duisburg nun allmählich die Außenverteidiger knapp. Nico Klotz unterzieht sich in dieser Woche seiner Knöcheloperation. Dan-Patrick Poggenberg ist mit muskulären Problemen außer Gefecht. Eine neue Chance für Fabio Leuten­ecker? Alternativ könnten Enis Hajri und Dustin Bomheuer auf die Außenbahn ausweichen.

Ein Tor geschossen, ein Tor verpasst

Zlatko Janjic wollte nach dem Spiel nicht reden. „Heute nicht“, teilte der 30-Jährige mit und durchquerte schnellen Schrittes die Hallenser Rotlicht-Zone und entschwand in der Kabine. Vielleicht war es unmittelbar nach dem Spiel auch schwierig, eine Selbsteinschätzung vorzunehmen. Janjic brachte den MSV direkt nach dem Anpfiff der zweiten Halbzeit nach einer starken Kombination über Andreas Wiegel und Stanislav Iljutcenko per Kopf in Führung. Janjic verpasste sechs Minuten später das 2:0 und damit einen perfekten Nachmittag. Er war alleine Richtung Hallenser Tor unterwegs, war in letzter Konsequenz jedoch zu zaghaft.

„Damit wäre die Partie vermutlich entschieden gewesen“, befand MSV-Trainer Ilia Gruev, der mit Blick auf die Tabelle einer verpassten Gelegenheit nachtrauerte: „Es hätte ein riesengroßer Schritt sein können.“ So ärgerte sich Gruev stattdessen über das Ausgleichstor. Die MSV-Abwehr war beim 1:1 durch Marvin Ajani (60.) nicht hellwach. Ein langer Ball, ein Kopfball. „Das hätten wir besser verteidigen können“, gab Abwehrmann Dustin Bomheuer später zu.

Der MSV lieferte sich in der zweiten Halbzeit mit den Gastgebern einen offenen Schlagabtausch, hatte allerdings die erste Hälfte mit einer pomadigen Spielweise verschenkt. Ilia Gruev drehte in der Halbzeitpause am großen Rad und krempelte sein Team um. Stürmer Kingsley Onuegbu blieb in der Kabine. Enis Hajri kam ins Team und übernahm die Position auf der Sechs. So konnten sich Fabian Schnellhardt und Zltako Janjic der Offensive widmen und dem Duisburger Spiel mehr Druck verschaffen.

Fünf Punkte vor Platz drei

Beim MSV vergaben Stanislav Iljutcenko und Enis Hajri weitere Chancen, bei den Gastgebern scheiterte Martin Röser an MSV-Schlussmann Mark Flekken. „Wir hätten auch verlieren können. Wenn du zu Hause gewinnst und auswärts einen Punkt holst, dann kann ich damit leben“, war Ivica Grlic am Ende genauso zufrieden wie Branimir Bajic. Er erkundigte sich im Rotlicht nach den anderen Resultaten und befand: „Das ist doch okay.“

Fünf Spieltage vor dem Ende der Saison liegt der MSV Duisburg nun fünf Punkte vor dem Relegationsrang. Sollte der Tabellendritte Jahn Regensburg nun alles gewinnen, reichen den Meiderichern elf Punkte aus den letzten fünf Spielen, um auf der sicheren Seite zu sein. Die Ampel zeigt somit für die Zebras weiterhin grün und nicht rot.

Autor: Dirk Retzlaff

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