Jetzt wird es ganz schwer! Durch die 0:2 (0:1)-Hinspiel-Niederlage bei Ajax Amsterdam sind die Chancen für Schalke 04 erheblich gesunken, das Halbfinale in der Fußball-Europa League zu erreichen.

Nach desolater Leistung

Schalke droht Europapokal-Aus

Thomas Tartemann
13. April 2017, 22:58 Uhr
Foto: firo

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Jetzt wird es ganz schwer! Durch die 0:2 (0:1)-Hinspiel-Niederlage bei Ajax Amsterdam sind die Chancen für Schalke 04 erheblich gesunken, das Halbfinale in der Fußball-Europa League zu erreichen.

Am kommenden Donnerstag (21.05 Uhr) muss Schalke nach einer komplett enttäuschenden Vorstellung einen Kraftakt bewerkstelligen und auf ein kleines Wunder hoffen, um das drohende Aus gegen starke Holländer noch abzuschmettern.

Schalke, das kurz vor Anpfiff Dauer-Reservist Dennis Aogo für den angeschlagenen Defensivmann Sead Kolasinac (plötzlich wieder aufgebrochene Muskelbeschwerden) bringen musste, bekam in der ersten Halbzeit überhaupt keinen Zugriff und dafür auch relativ schnell die Quittung. War der erste Warnschuss von Donny van de Beek noch mit etwas Glück die Beute von Schalke-Torwart Ralf Fährmann (12.), zappelte die Kugel elf Minuten später im königsblauen Netz. Nach einem Foul von Alessandro Schöpf an Amin Younes entschied der russische Schiedsrichter Sergej Karasev auf Strafstoß. Ajax-Kapitän Davy Klaassen ließ sich die Chance vom Punkt nicht entgehen – 1:0.

Schalkes Bemühungen kamen über zaghafte Annäherungsversuche nicht hinaus. Die Amsterdamer wirkten galliger, zielstrebiger, dynamischer. Einen Patzer von Nabil Bentaleb bügelte Thilo Kehrer in höchster Not aus (28.). Glück hatten die Schalker, dass Ajax-Verteidiger Davinson Sanches zunächst eine scharfe Hereingabe verpasste (30.) und Sekunden später mit einem Kopfball nur die Latte touchierte.
Und Schalke? Die Weinzierl-Elf brachte es im ersten Abschnitt nur auf vier Ballaktionen im Amsterdamer Strafraum. Die gefährlichste davon war ein Fallrückzieher vom engagierten Kapitän Benedikt Höwedes, der eine sichere Beute von Ajax-Torwart Andre Onana wurde (45.).

Nach dem Seitenwechsel das gleiche Bild. Schalke umständlich und fehlerhaft, Ajax schnell und zielstrebig. Nach einem Patzer von Schöpf spielte der flinke Bertrand Traoré den Ball auf Justin Kluivert, der Kapitän Klaassen in der Mitte sah. Dessen Schuss gegen die Laufrichtung von Ralf Fährmann saß – 2:0 (53.). Danach hätte der Aussetzer von Dennis Aogo, der Traoré genau in die Beine spielte, fast den nächsten Tiefschlag bedeutet. Nur Fährmanns Glanztat verhinderte einen weiteren Einschuss. Auch das Duell mit Ajax-Irrwisch Amin Younes, der den Ball lupfen wollte, entschied der immer mehr zur Höchstform hechtende Fährmann für sich (67.).

Schalkes Trainer Markus Weinzierl reagierte, brachte Altmeister Klaas-Jan Huntelaar, der an alter Wirkungsstätte mit donnerndem Applaus empfangen wurde (71.). Sekunden nach seiner Hereinnahme machte der „Hunter“ den Laufweg für Daniel Caligiuri frei, der aber mit seinem Flachschuss an Onana scheiterte. Ajax hatte deutlich mehr entgegenzusetzen. Erst scheiterte Younes am glänzenden Fährmann (76.), dann feuerte de Beek den Ball unbedrängt aus 18 Metern an die Lattenunterkante (77.). Passend zum tristen Abend: Verteidiger Thilo Kehrer kassierte in der Endphase gelb und ist beim Rückspiel gesperrt.

Autor: Thomas Tartemann

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