Im Spiel VfL Grafenwald gegen den SV Hansa Scholven der Kreisliga A1 Gelsenkirchen kam es zu einer legendären Aufholjagd, die jeder Fußballer nur einmal erlebt.

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Wahnsinns-Aufholjagd! Scholven macht aus 1:6 ein 6:6

Timotheus Eimert
13. März 2017, 16:18 Uhr

Foto: Tim Müller

Im Spiel VfL Grafenwald gegen den SV Hansa Scholven der Kreisliga A1 Gelsenkirchen kam es zu einer legendären Aufholjagd, die jeder Fußballer nur einmal erlebt.

Es waren 63 Minuten auf dem Kunstrasenplatz im Waldstadion in Grafenwald gespielt. Gerade eben hatte Josef-Panuponk Kartschall einen lupenreinen Hattrick erzielt. Die Kreisligapartie VfL Grafenwald gegen Hansa Scholven schien damit entschieden zu sein. 6:1 führte der Gastgeber durch vier Tore von Kartschall und zwei von Jonas Adler. Der Tabellenvierzehnte Grafenwald glaubte damit den erhofften Befreiungsschlag im Abstiegskampf zu landen. Der Tabellenletzte aus Scholven dagegen wollte eine erneute Klatsche verhindern. Hansa-Trainer Gordon Briese: „Ich habe zu meinem Kapitän gesagt, dass wir das Ergebnis verwalten sollen.“ Doch dass das Spiel noch einmal so kippen würde, hatte er nicht gedacht.

Spiel nimmt kuriose Wendung

Jeder, der nach dem 6:1 gedacht hat, das Spiel sei entschieden, sollte eines Besseren belehrt werden. Eine Minute nach dem 6:1 für Grafenwald schoss Hansa-Stürmer Silvio don Vizor den Anschlusstreffer. Es fehlten zwar immer noch vier Tore für ein mögliches Wunder, aber Optimismus machte sich breit. Briese sagte halb im Spaß, halb im Ernst zu seiner Mannschaft: „Vielleicht spielen wir am Ende 6:6.“ Wenn er gewusst hätte, dass sich dieses Ergebnis am Ende bewahrheitet, dann hätte er sich wahrscheinlich einen Sieg gewünscht. Denn nur drei Minuten später traf wieder don Vizor ins gegnerische Tor. Noch drei Tore für ein mögliches Wunder. Zwei Minuten später waren es durch den dritten Treffer don Vizors nur noch zwei Tore bis zum Ausgleich und noch 20 Minuten auf der Uhr. Spätestens ab diesem Zeitpunkt glaubten die Spieler aus Scholven wieder daran, einen Punkt zu gewinnen.

VfL-Trainer Michael Zolna konnte sich diese fünf Minuten nur schwer erklären: „Ich weiß nicht, was mit meiner Mannschaft in diesen Minuten los war. Wahrscheinlich haben wir das Spiel innerlich schon so abgehakt, dass danach die Konzentration einfach völlig weg war.“ Die Konzentration kam bei der Zolna-Elf bis zum Schlusspfiff auch nicht wieder. Dennoch dauerte es bis zur 89. Minute, bevor Pascal Oderich den Anschlusstreffer erzielen konnte. In der 93. Minute wurde das Wunder durch ein Eigentor von Grafenwald perfekt gemacht. Briese: „Ich habe zwar schon viel in meinem Leben als Kreisligakicker und Trainer erlebt, aber ein 6:6 nach einem 1:6-Rückstand. Das erlebst du nur einmal. Ich hoffe wir können diese Euphorie mit in die nächsten Spiele nehmen.“

Sein Gegenüber war die Enttäuschung deutlich anzumerken: „Es ist nicht zu erklären. Nach dem Spiel war eine Stimmung wie auf einer Beerdigung. Wir haben nicht verloren, dennoch fühlt es sich schlimmer als jede Niederlage an.“

Autor: Timotheus Eimert

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