In Berlin sah BVB-Star Dembélé seine fünfte Gelbe Karte – erneut nach einer Unbeherrschtheit. Seinem Trainer gefällt das nicht.

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Tuchel will mit Dembélé über Gelbe Karten reden

Sebastian Weßling
13. März 2017, 15:35 Uhr
Foto: firo

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In Berlin sah BVB-Star Dembélé seine fünfte Gelbe Karte – erneut nach einer Unbeherrschtheit. Seinem Trainer gefällt das nicht.

Auch zwei Tage später wirkte die 1:2-Niederlage von Borussia Dortmund bei Hertha BSC noch nach beim BVB. Insbesondere der theatralische Sturz von Mitchell Weiser, nachdem ihn Ousmane Dembélé am Fuß getroffen hatte, sorgte auch am Montagnachmittag noch für Gesprächsstoff. Ob er Bestrafungen bei übergroßer Theatralik befürworte, wollte ein Journalist am Tag vor dem DFB-Pokal-Viertelfinale bei den Sportfreunden Lotte von BVB-Trainer Thomas Tuchel wissen – doch der ließ die Frage unbeantwortet: „Ich habe schon so oft solche Fragen beantwortet, dann hieß es: Tuchel fordert eine Bestrafung für Weiser, obwohl ich das nie gesagt habe“, erklärte er.

Gesprächsbedarf sieht der Trainer dagegen bei Dembélé, der für deine Aktion gegen Weiser die Gelbe Karte sah – was zu verschmerzen wäre, wenn es nicht die fünfte der laufenden Saison wäre, was ein Spiel Sperre bedeutet. Und: Nur zwei dieser Verwarnungen hat sich der 19-Jährige für Fouls bekommen, die anderen gab es für Unbeherrschtheiten wie am Samstag.

Die Frage, die man sich beim BVB daher stellt: Wie bekommt man Dembélé gezähmt? „Das weiß ich nicht“, sagt Tuchel. Natürlich rede man mit Dembélé über derlei Szenen, mahne ihn zu größerer Ruhe. „Aber die Situation, in der wir mit ihm in Ruhe sprechen, unterscheidet sich zu 100 Prozent von der, in der ihm diese Sachen passieren“, sagt der Trainer. Deswegen sei auch der Einfluss der Mitspieler wichtig: „Spieler wie Pierre-Emerick Aubameyang und Marco Reus müssen auf ihn einwirken und ihre Rolle ernst nehmen“, fordert Tuchel. „Das sind die Spieler, zu denen er aufschaut und denen er das meiste Vertrauen entgegenbringt.“

Allerdings habe diese Seite von Dembélé auch ihr Gutes, findet Tuchel: „Wir freuen uns auch über den Jähzorn und den Biss, den er entwickeln kann“, sagt der Trainer und erinnert an das Spiel in Hoffenheim, als der BVB in Rückstand geriet und Marco Reus zu Unrecht vom Platz gestellt wurde. „Da hat er sich aufgerafft zu einer unglaublichen Willensleistung“, meint der Trainer. „Aber es ist ein ganz schmaler Grat, dass er sich auch mal ungerecht behandelt fühlt und Dinge zum Schiedsrichter sagt oder kommentiert, die dann eine Gelbe Karte nach sich ziehen.“

Autor: Sebastian Weßling

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