Für Schalkes Trainer Markus Weinzierl sind die Verletzungen seiner Angreifer die „Grundproblematik dieser Saison“. Auch vor dem Spiel gegen die Bayern sieht es nicht gut aus.

Schalke

"Uns fehlen acht bis zehn Stürmer-Tore"

Christoph Winkel
03. Februar 2017, 10:31 Uhr
Foto: RS

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Für Schalkes Trainer Markus Weinzierl sind die Verletzungen seiner Angreifer die „Grundproblematik dieser Saison“. Auch vor dem Spiel gegen die Bayern sieht es nicht gut aus.

Eric Maxim Choupo-Moting fehlte am Donnerstag beim Training, er legte nur eine Laufeinheit ein. Der Stürmer hat Adduktorenprobleme, die Einheit am Mittwoch musste er deshalb vorzeitig abbrechen. Der Einsatz des 27-Jährigen beim so schwierigen Auswärtsspiel am Samstag gegen Bayern München ist fraglich.

Guido Burgstaller hat wegen muskulärer Probleme in dieser Woche noch gar nicht mit der Mannschaft trainieren können. Hinter dem Einsatz des Neuzugangs vom 1. FC Nürnberg steht vor der Partie in München ebenfalls ein dickes Fragezeichen. Tendenz: eher nein.

Als auch Angreifer Donis Avdijaj am Mittwoch im Training noch einen Schlag abbekam und behandelt werden musste, schüttelte Markus Weinzierl ungläubig den Kopf. Bei der Pressekonferenz am Donnerstag erklärte er: „Das war schon so ein Punkt, an dem wir uns angeschaut haben und gefragt haben: Was kommt da eigentlich alles zusammen?“

Keine Frage, der FC Schalke 04 hat in dieser Saison ein echtes Stürmerproblem. In 18 Bundesligaspielen brachten es die acht nominellen Stürmer zusammen gerade mal auf acht Tore. Zum Vergleich: Dortmunds Pierre-Emerick Aubameyang hat alleine doppelt so viele Tore erzielt. Bester Schalker Torschütze der Hinrunde ist Mittelfeldspieler Nabil Bentaleb mit vier Treffern. Bezeichnend.

„Bei aller Kritik zum Frankfurt-Spiel. Der Kern unserer Problematik ist, dass uns acht bis zehn Stürmer-Tore fehlen. Das ist der Grund, warum wir in einer schwierigen Situation stecken“, erklärte Markus Weinzierl. „Die Stürmertore machen es einfach aus. Die Ausfälle in Summe sind kaum zu ersetzen.”

Trainer Weinzierl blickt weit zurück

Dann blickte der 42-Jährige bis Sommer zurück und fasste die Sturmproblematik dieser Saison ausführlich zusammen: „Im Sommer ging es los, als Pep Guardiola die Idee hatte, Leroy Sané wegzuholen. Dann lassen wir Huntelaar spielen, der nicht so trifft, wie wir uns das vorstellen. Das kann passieren. Dann lassen wir Embolo spielen, der trifft, dann aber seit sechs Monaten verletzt ist. Dann graben wir Franco Di Santo aus, der schon abgeschrieben war. Er spielt gut, ist aber bis zum heutigen Tag verletzt. Dann lassen wir Choupo-Moting vorne spielen. Der spielt auch ordentlich, fehlt dann aber in den letzten Spielen vor Weihnachten verletzt. Dann holen wir Burgstaller, der jetzt verletzt ist. Und Choupo-Moting ist es aktuell auch. Ich finde schon, dass da viel zusammenkommt.“

Mehr Stürmer-Pech als Schalke kann man in der Tat wohl kaum haben. „Wir haben ein Pech in einer Art und Weise, wie ich es noch nie erlebt habe. Und niemand kann etwas dafür“, sagte Manager Christian Heidel, ohne seine Aussage als Ausrede für viele schwache Auftritte gelten lassen zu wollen.

Fakt ist aber: Sechs Stürmer standen Markus Weinzierl nicht durchgehend zur Verfügung. Donis Avdijaj war zu Beginn ebenfalls verletzt, er ist erst seit der Länderspielpause im Oktober wieder bei der Mannschaft. Bernard Tekpetey ist seit Anfang Januar mit Ghana beim Afrika-Cup. Die einzige Ausnahme: Nachwuchsspieler Fabian Reese, dem Weinzierl, zumindest zum jetzigen Zeitpunkt, aber noch nicht den Durchbruch auf Schalke zutraut. Der 19-Jährige kam in der Hinrunde nur auf drei Einsätze in der Bundesliga und wechselte in dieser Woche auf Leihbasis zum Zweitligisten Karlsruher SC.

„In der Torjägerliste ist kein Stürmer von Schalke vorne mit dabei. Das ist die Grundproblematik dieser Saison“, sagt Weinzierl. Seine Formel lautet: „Acht bis zehn Stürmer-Tore mehr wären definitiv sechs bis acht Punkte mehr. In der Tabelle würde es uns dann gut gehen.“

Huntelaar ist wieder eine Option

Vor dem Spiel bei den Bayern gibt es aus Schalker Sicht aber zumindest doch noch eine gute Nachricht: Klaas-Jan Huntelaar hat nach einem Außenbandanriss im Knie in dieser Woche zum ersten Mal seit Oktober wieder mit der Mannschaft trainiert. Ob der Stürmer, der in der ewigen Schalker Torjägerliste hinter Klaus Fischer auf Rang zwei steht, am Samstag in München schon zum Kader gehören wird, ließ Markus Weinzierl gestern noch offen. „Klaas-Jan hat dreieinhalb Monate nicht trainiert. Ich bin aber in einer Situation, wo man alles in Erwägung ziehen muss. Dem normalen Ablauf entspricht es aber nicht.“

Aber was ist auf Schalke in dieser Saison auch schon normal?

Autor: Christoph Winkel

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