Beim ersten Meisterschaftsspiel im neuen Jahr gegen Ingolstadt (1:0) gab es beim FC Schalke 04 einige Wackler.

Matija Nastasic

Mister Cool brennt für Schalke

Thomas Tartemann
25. Januar 2017, 23:20 Uhr
Foto: firo

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Beim ersten Meisterschaftsspiel im neuen Jahr gegen Ingolstadt (1:0) gab es beim FC Schalke 04 einige Wackler.

Auch Matija Nastasic war nicht ganz so souverän wie gewohnt, was aber seinem insgesamt starken letzten Halbjahr keinen Kratzer verpasst. Nastasic hat sich bei den Königsblauen zur wichtigen Abwehrsäule entwickelt. Und er hat mit Schalke noch viel vor.

Matija Nastasic, wie sehen Sie Schalkes Perspektiven für die Rückrunde? Nastasic: Es wird hart für uns, aber ich habe trotzdem Hoffnung, dass wir es noch in die Top-Sechs in der Bundesliga schaffen. Es wird auch in der zweiten Saisonhälfte viele überraschende Resultate geben. Wenn wir eine gute Form haben, dann traue ich uns zu, das auszunutzen und in der Tabelle zu klettern.

Wie stehen die Chancen in der Europa League und im DFB-Pokal? Wir befinden uns in diesen beiden Wettbewerben in einer guten Position. Die beiden Europa League-Duelle gegen PAOK Saloniki sind für uns sehr wichtig. Wir wollen unbedingt weiterkommen.

Wie schätzen Sie die Entwicklung des Teams ein? Schalke ist ein großer Verein. Ich glaube, dass wir mit unserer Mannschaft in den nächsten zwei Jahren um Titel mitspielen können. Man muss jetzt Geduld haben, bis sich alles entwickelt.

War die die Umstellung unter Trainer Markus Weinzierl schwierig? Am Anfang haben wir nicht in dem System agiert, das wir seit einigen Monaten praktizieren. Wir haben insgesamt nicht so gut gespielt und nicht so unsere Form gefunden. Dann haben wir umgestellt, unter anderem auf die Dreierkette. Es sind uns zwölf Spiele ohne Niederlage gelungen, bevor es vor der Winterpause wieder etwas schlechter lief. Jeder bei uns weiß, dass er hart und konzentriert arbeiten muss.

Sie haben aufgrund ihrer ruhigen, unaufgeregten Spielweise den Spitznamen Mister Cool bekommen. Welche Rolle würden Sie in einer Neuverfilmung der Titanic übernehmen? Ich würde wohl die Rolle des Eisbergs übernehmen (lacht). Dass man mir auf Schalke den Spitznamen Mister Cool oder Eisblock gegeben hat, damit kann ich leben.

Wie hat sich Ihr Leben als Familienvater verändert? Im August ist unser Sohn Marko auf die Welt gekommen. Es hat das ganze Leben komplett verändert. Meine Frau und ich tun alles für den Kleinen. Er ist die Nummer eins bei uns. Wir freuen uns riesig, dass wir ihn haben. Ich bekomme nach wie vor genug Schlaf. Meine Frau kümmert sich um alles.

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Wie lange hat es gedauert, um einen Namen für das Baby zu finden? Das war eine Sache von vielleicht zehn Sekunden und keine große Diskussion. Mein Vater heißt zwar auch Marko, aber nicht ich habe ihn vorgeschlagen, sondern mein Schwager.

Wird Marko in ein paar Jahren in Ihre Fußstapfen als Fußballer treten? Ich hätte keine Einwände und hoffe, dass Marko ebenfalls Profi wird. Aber dann nicht als Verteidiger, sondern als Stürmer oder Zehner.

Hatten Sie schon immer im Kopf, Fußball-Profi zu werden? Ich wollte schon als kleiner Junge Fußballer werden und war immer mit dem Ball unterwegs. Mein Vater hat in Serbien in der 2. Liga gespielt. Ich wollte unbedingt Profi werden und habe einen Traumjob. Bei Partizan Belgrad habe ich im Mittelfeld angefangen. Irgendwann hatten wir keinen Innenverteidiger. Der Trainer meinte: Matija, du spielst hinten. Eigentlich mochte ich das nicht so, weil man im Mittelfeld mehr Bälle bekommt und viel öfter den Abschluss suchen kann. Aber irgendwann hat es mir in der Abwehr dann doch gut gefallen. Und so bin ich dabei geblieben.

Wie haben Sie Ihre zweieinhalb Jahre in der Premier League bei Manchester City empfunden? Es war eine große Zeit in Manchester. Ich bin mit dem Verein Meister geworden. Aber ich vermisse die Zeit jetzt nicht. Ich genieße es, auf Schalke zu sein.

Was ist für Sie der größte Unterschied zwischen Manchester City und Schalke 04? Die Fans sind hier unglaublich. Es ist einfach unfassbar. Unser Stadion ist immer voll. Egal, gegen wen wir spielen. Egal, wann wir spielen. Ich bin richtig froh, bei Schalke 04 zu sein. Manchester City ist komplett anders. Die Fans singen dort fast überhaupt nicht während der 90 Minuten.

Gibt es in Ihrem Hinterkopf eigentlich den Traum, irgendwann für Real Madrid oder den FC Barcelona aufzulaufen? Klar, Real und Barcelona sind die größten Klubs der Welt. Aber ich denke nicht darüber nach, jetzt das Land zu wechseln. Ich konzentriere mich komplett auf Schalke. Meine Familie und ich fühlen uns sehr wohl in Deutschland.

Autor: Thomas Tartemann

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