Bayerndusel? Was war das noch gleich? Schalkedusel ist das Stichwort des Bundesliga-Samstags.

Kommentar

Schalke duselt sich zum Sieg

Peter Müller
21. Januar 2017, 19:08 Uhr
Foto: firo

Foto: firo

Bayerndusel? Was war das noch gleich? Schalkedusel ist das Stichwort des Bundesliga-Samstags.

Es lief bereits die Nachspielzeit des Spiels gegen den FC Ingolstadt, als Guido Burgstaller den Ball doch noch über die Linie drückte. Das darf man dann wohl einen gelungenen Einstand nennen. Der erst vor wenigen Tagen aus Nürnberg geholte bisherige Zweitliga-Torjäger erledigte auch in der höheren Klasse seinen Job: Er war erst zur zweiten Halbzeit eingewechselt worden, er war erkennbar ehrgeizig, und am Schluss war er der gefeierte Mann des Tages.

Was sich die Königsblauen zum Wiederbeginn nach der Winterpause leisteten, hatte aber eigentlich keine Belohnung verdient. Das Schalker Spiel war geprägt von Unzulänglichkeiten auf allen Ebenen. Es fehlte an Konzentration, an Spielideen, an Torgefahr. Ein gescheiter Aufbau war nicht zu erkennen, stattdessen wurden die Bälle nach dem Zufallsprinzip nach vorne befördert - in der vagen Hoffnung, dort würden sie bei einem Mitspieler ankommen.

Kurz vor der Pause hatte Kapitän Benedikt Höwedes tief in der eigenen Hälfte den Ball. Er zögerte, weil er keine Anspielstation sah. Die Mittelfeldspieler waren zugestellt, die Nebenleute in der Abwehr kamen ihm nicht entgegen. Auf den Rängen äußerte sich erste Unruhe. Bevor es ernst wurde, schlug Höwedes den Ball hoch nach links zu Matija Nastasic, der ihn nach vorne köpfte - zu einem Ingolstädter. Eine typische Szene, die Schalkes Hilflosigkeit dokumentierte.

Kurz danach war Pause, und durchaus viele Zuschauer pfiffen. Ihr Unmut war nicht unbegründet.

Was wirklich ärgerlich war: Wieder war keine Entwicklung zu erkennen, und man fragte sich, welchen Sinn so ein intensives Trainingslager haben soll, wenn danach im ersten Spiel so etwas dabei herauskommt. Ja, Schalke plant den Erfolg langfristig. Ja, Schalke braucht deshalb auch Geduld. Aber: Bundesliga ist jetzt, und Schalke kann es sich nicht leisten, im Kampf um die Europacup-Plätze frühzeitig abgehängt zu werden. Deshalb war dieser Duselsieg so enorm wichtig. Was zählt, sind nun erst einmal diese drei Punkte. Sonst wäre auf Schalke jetzt schon Alarmstimmung gewesen.

Autor: Peter Müller

Mehr zum Thema

Wettbewerbe

Mannschaften

Rubriken

Kommentieren