Leon Goretzka setzt sich an einen Tisch in der warmen Stube, schüttelt sich einmal kurz durch und sagt: „Schön war’s.“

Schalke

Die großen Ziele des Leon Goretzka

Manfred Hendriock
18. Januar 2017, 13:55 Uhr
Foto: firo

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Leon Goretzka setzt sich an einen Tisch in der warmen Stube, schüttelt sich einmal kurz durch und sagt: „Schön war’s.“

Fußballprofis müssen wohl anders ticken als unsereins. Bei minus zwei Grad nahm Schalke am Dienstag die Vorbereitung auf das Heimspiel am Samstag gegen Ingolstadt auf, aber Leon Goretzka machte die eisige Kälte nichts aus. Er fühlt sich bereit für die zweite Serie und ist nicht willens, die Ziele jetzt schon abzuschreiben, obwohl Schalke mit einer schweren Hypothek ins Rennen geht: Neun Punkte beträgt der Rückstand auf Platz sechs und die erneute Qualifikation für den Europapokal.

„Natürlich ist das sehr weit weg“, sagt Leon Goretzka, „aber es wäre die falsche Herangehensweise, jetzt zu sagen, dass wir dieses Ziel schon abgehakt haben. Entscheidend wird sein, dass wir gut in die Saison starten – wir werden versuchen, das umzudrehen, was wir in der Hinrunde erlebt haben.“ Da war Schalke mit fünf Niederlagen gestartet – jetzt hofft Goretzka auf einen Raketenstart in den beiden Heimspielen gegen Ingolstadt und Frankfurt: „Wenn wir gut starten und uns in einen Rausch spielen, so wie wir ihn zur Mitte der Hinrunde hatten, ist der Europapokal mit Sicherheit noch möglich.“

Goretzka ist mit seinen 21 Jahren schon ein Typ, der mitreißen kann, das hat er in dieser Saison bewiesen. Jetzt glaubt er, dass die Fehler vom Ende der Hinrunde, als Schalke aus vier Spielen nur einen Punkt holte und in der Tabelle wieder zurückfiel, behoben sind. Zum einen sei das die damals extrem angespannte Personallage gewesen, aber nicht nur die: „Wir haben da einiges nicht mehr so gemacht, wie wir es machen wollten. Es gibt in der Bundesliga keinen Gegner, gegen den es mit 80 Prozent funktioniert. Deswegen müssen wir es schaffen, Woche für Woche 100 Prozent zu geben – dann wird es auch schwierig, uns zu schlagen.“

Schalkes Ziel für das kommende Halbjahr ist aber nicht nur eine bessere Serie in der Bundesliga. Goretzka verdeutlicht: „Auch die beiden anderen Wettbewerbe haben einen hohen Stellenwert.“ Zuerst spielt Schalke am 8. Februar im DFB-Pokal-Achtelfinale beim Zweitligisten SV Sandhausen – bei einem Sieg wären es nur noch zwei Spiele bis nach Berlin. Und in der Europa League hat es Schalke in der ersten K.o.-Runde mit PAOK Saloniki zu tun. „Aus meiner Sicht ein schwieriges Los“, sagt Goretzka: „Da muss man von Spiel zu Spiel gucken. Aber wir freuen uns auf die Aufgaben in der Europa League und im DFB-Pokal.“

Und wenn es für Goretzka gut läuft, könnte die Saison für ihn persönlich sogar noch in die Verlängerung gehen: Denn im Sommer steht der Confed-Cup mit der Nationalmannschaft an – „das ist mit Sicherheit auch ein Ziel, worauf man hinarbeiten kann“, erklärt der Ex-Bochumer. Doch der Weg dahin führt nur über eine gute Rückrunde mit Schalke: „Ich bin immer gut damit gefahren, mich auf die Leistung im Verein zu konzentrieren“, betont Goretzka, „dann kommt der Rest auch von alleine.“

Autor: Manfred Hendriock

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