Es ist genau drei Jahre her, da war Schalkes damaligem Manager Horst Heldt ein vermeintlicher Coup gelungen:

Schalke

Sidney Sam geht – teuer bleibt es trotzdem

Manfred Hendriock
16. Januar 2017, 10:22 Uhr
Foto: firo

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Es ist genau drei Jahre her, da war Schalkes damaligem Manager Horst Heldt ein vermeintlicher Coup gelungen:

Im Wintertrainingslage in Katar gab er die Einigung mit Sidney Sam bekannt – der damalige Leverkusener wechselte zum 1. Juli 2014 nach Schalke. Heldt hatte sich eine Ausstiegsklausel zunutze gemacht und holte Sam für 2,5 Millionen Euro aus seinem Vertrag bei Bayer: Bei der Ablösesumme galt das als Schnäppchen, denn Sam war zu dieser Zeit Nationalspieler.

Auch dies sollte man berücksichtigen, wenn man heute, drei Jahre später, feststellen kann: Schalke ist froh, dass Sidney Sam für das kommende halbe Jahr einen neuen Verein gefunden hat. Am Samstag wurde die Ausleihe zu Darmstadt 98 perfekt gemacht – der Offensivspieler kam bereits beim 2:1-Sieg der Lilien im Test gegen Bochum 17 Minuten zum Einsatz. „Es ist wichtig für Sidney, Spielpraxis auf Erstliga-Niveau sammeln zu können. Das wird ihm helfen, um sportlich wieder an seine alte Stärke anknüpfen zu können“, erklärt Schalkes Manager Christian Heidel.

Beendet ist das Missverständnis um Sam für die Königsblauen damit aber noch nicht: Schalke muss einen Teil des Gehalts weiterzahlen, weil sich die klammen Darmstädter einen Spieler dieser Kategorie sonst nicht leisten könnten; inwiefern Sam Abstriche gemacht hat, ist nicht bekannt. Außerdem läuft sein Vertrag auf Schalke noch bis Juni 2018 – im kommenden Sommer wird der Spieler also wieder hier auf der Matte stehen. „Vielleicht“, hofft Schalkes Sportdirektor Axel Schuster, „kriegen wir ihn mit neuer Motivation zurück.“ Dass Darmstadt ihn im Sommer kaufen könnte, ist unrealistisch.

Darmstadt gilt als Sammelbecken für Profis, die woanders gescheitert sind und sich neu beweisen wollen. Trainer Torsten Frings berichtet, Sam sei „Feuer und Flamme“ gewesen, diese Chance zu bekommen. Er selbst sagte: „Ich freue mich sehr auf diese Herausforderung. Mein Ziel ist es natürlich, wieder Spielpraxis in der Bundesliga zu bekommen und mit den Lilien den Klassenerhalt zu schaffen.“ Auf Schalke kam er in dieser Saison nur einmal bei den Profis zum Einsatz: Für 15 Minuten in der Europa League.

Insgesamt hat Sam in zweieinhalb Jahren nur 22 zum Teil kurze Pflichtspiel-Einsätze für Schalkes Profis gehabt und dabei 854 Minuten auf dem Platz gestanden. Wenn das kolportierte Gehalt von rund vier Millionen Euro pro Jahr stimmt, sind das: Etwa 11 000 Euro pro Einsatzminute. Aber glücklich gemacht hat ihn das alleine gewiss nicht: Auch Sam hatte sich das sicher ganz anders vorgestellt, vor drei Jahren.

Autor: Manfred Hendriock

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