Die Zwischenrunde der diesjährigen Essener Hallenstadtmeisterschaft wurde unter anderem im Werdener

Halle Essen

Horrorfoul, Wechsel-Wirrwar und Karten-Konfusion

14. Januar 2017, 22:31 Uhr
Foto: Pascal Biedenweg

Foto: Pascal Biedenweg

Die Zwischenrunde der diesjährigen Essener Hallenstadtmeisterschaft wurde unter anderem im Werdener "Löwental" ausgespielt. Dabei sorgte erneut die Regelkunde für viel Aufruhr.

Der Sportpark "Am Hallo" ist wohl für jedes Team der Hallenstadtmeisterschaft in Essen der große Traum. Denn dort wird nicht nur die Zwischen- , sondern auch die Endrunde der 23. Essener Hallenstadtmeisterschaft ausgetragen. Logisch, dass der ESC Rellinghausen samt Trainer Marco Guglielmi dort nicht fehlen will: "Unser Ziel ist es, in zwei Wochen an der Endrunde teilzunehmen. Wie weit man dort dann kommt, ist auch immer eine Frage des Glücks", erklärte der ehemalige Mintarder Übungsleiter.

Um aber überhaupt dorthin zu gelangen, musste zunächst einmal der Gang durchs Werdener "Löwental" bestritten werden. "Als Landesligist kann man sich in der Halle auch schnell mal blamieren", wusste auch Guglielmi. Der ESC konnte mit seiner Überlegenheit allerdings umgehen und setzte sich in Gruppe 2 mit drei Siegen aus drei Spielen und 13:1 Treffern klar durch. Auch wegen der fast makellosen Bilanz war der Rellinghausener Coach abschließend glücklich: "Ich gewinne lieber mit 3:0 als mit 7:4. Insgesamt bin ich mit der Vorstellung meiner Mannschaft zufrieden." Nicht verwunderlich, hatten seine Männer Yurdum Spor Essen im letzten Spiel doch noch einmal deutlich mit 9:0 vom Parkett gefegt.

In Gruppe 1 war das Geschehen deutlich enger. Am Ende setzte sich der Bezirksligist Adler Union Frintrop aber souverän durch. Knapper ging es um den zweiten Rang im Tableau zu. Schlussendlich konnte der BV Altenessen den begehrten Rang erobern. Dagegen mussten sich sowohl Tgd Essen-West als auch die ESG 99/06 vom Traum "Am Hallo" verabschieden.

Wenn man in einem Turnier mitspielt, möchte man es natürlich auch gewinnen. Wir wollen den Titel holen
Sascha Hense, Trainer des Vogelheimer SV

Absolut nicht mangeln, sollte es diesem Turniertag an der Toranzahl. Vor allem der Vogelheimer SV hatte an diesem Fakt einen nicht von der Hand zuweisenden Anteil. Mit starken 18 Toren zog die Elf von Trainer Sascha Hense in Gruppe 3 in die nächste Runde ein: "Ich bin sehr zufrieden mit der Leistung meiner Männer", konstatierte der Coach und fügte hinzu: "Wenn man in einem Turnier mitspielt, möchte man es natürlich auch gewinnen. Wir wollen den Titel holen." Nach dieser Vorstellung gehen die Vogelheimer zumindest als Mitfavorit in den weiteren Verlauf der Meisterschaft. Neben dem VSV gelang zudem noch B-Ligist NK Croatia der Sprung zum "Hallo".

Gruppe 4 bot dann das akustische Highlight des Tages - und dafür waren in erster Linie die Anhänger der Playhouse Kickers verantwortlich. Die Fans gaben, wie auch in den Jahren zuvor, erneut alles - für die Spieler auf dem Parkett hieß es am Ende dennoch Endstation. Kickers-Coach Daniel Schäper wusste die Leistung beider Parteien richtig einzuordnen: "Meine Mannschaft hat leider im ersten Spiel gegen Bergeborbeck ein mögliches Weiterkommen verspielt. Zu unseren Fans kann ich nur eines sagen: Das war eine großartige Unterstützung!" In die nächste Runde zogen Blau-Gelb Überruhr und die Ballfreunde Bergeborbeck ein.

Einen furiosen Endspurt setzte das andere Team aus Überruhr in Gruppe 5 - die Teutonia konnte sich im letzten Spiel mit einem 7:3 gegen den VfL Kuperdreh noch einen Platz unter den besten beiden Gruppen-Dritten sichern. Außerdem darf sich noch die SG Werden 80 als weiterer "Lucky Loser" über ein Wiedersehen "Am Hallo" freuen. Souveräner Gruppensieger wurde mit drei Siegen der Heisinger SV. Als Zweiter qualifizierte sich überraschend die Freizeit-Truppe des Essener FC für die Zwischenrunde.

In der Gruppe 6 setzten sich die DJK Katernberg und die Sportfreunde Altenessen durch. Überschattet wurde das Treiben jedoch von einem Horror-Foul des Karnap-Akteurs Muhammed Hassan, der nach einem versuchten Fallrückzieher den Ball verfehlte und seinen Altenessener Gegenspieler mit voller Wucht im Gesicht traf. Die Folge war eine blutende Nase und eine Rote Karte für Hassan.

Und dann blieb da noch der immer wiederkehrende Makel der diesjährigen Hallenturniere: Die Regeln. Zum Beispiel sorgte erneut die Rolle des Torhüters für viel Verwirrung – wann darf der Keeper mitspielen, wann nicht? Konfusion an allen Ecken und Enden. Die fliegenden Wechsel wurden in Reihe falsch ausgeführt – es hagelte Gelbe Karten, die allerdings wirkungslos verpufften. Auch nach einer Roten Karte eines Akteurs auf der Auswechselbank wusste der Unparteiische nicht, ob die Mannschaft denn nun mit vier Mann weiterspielen dürfe. RevierSport fragte bei der Turnierleitung nach: "In der Halle gibt es keine Gelb-Rote-Karten. Da es sich bei besagtem Akteur um einen Reservespieler handelte, konnte der Schiedsrichter ihn nicht mit einer Zeitstrafe belegen, sondern musste ihn mit glatt Rot vom Platz stellen. Außerdem bleibt er am selbigen Turniertag gesperrt."

Zudem spielte die Uhr eine große Rolle – mal wurde sie angehalten, mal nicht – ein klares Maß war nicht zu erkennen. Fazit: Die Regelkunde blieb leider auch bei erfrischenden Hallenfußball ein Hauptproblem.

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