Bei der Schalker U23 fühlt man sich in diesen Tagen wieder einmal an den alten Fernseh-Klassiker „Dinner for One“ erinnert:

Schalke U23

Asamoah schon als Krisenmanager gefordert

Manfred Hendriock
15. Dezember 2016, 08:07 Uhr
Foto: firo

Foto: firo

Bei der Schalker U23 fühlt man sich in diesen Tagen wieder einmal an den alten Fernseh-Klassiker „Dinner for One“ erinnert:

„The same procedure as every year“ – jedes Jahr das Gleiche. Wenn es auf Weihnachten und den Jahreswechsel zugeht, hat sich der älteste Knappen-Nachwuchs im dunklen Keller der Regionalliga eingerichtet.

Derzeit steht Schalke knapp über dem Strich, mit vier Punkten Vorsprung auf die Reserve von Fortuna Düsseldorf, die aber ein Spiel weniger ausgetragen hat und den ersten Abstiegsplatz belegt. Und für das letzte Spiel des Jahres ist nicht unbedingt mit einem hohen Sieg zu rechnen: Am Samstag geht es nach Dortmund, zum Tabellendritten.
Die Lage hat sich verschärft durch die überraschende 0:1-Heimniederlage am vergangenen Sonntag gegen die Sportfreunde Siegen, die bis dato auf dem vorletzten Tabellenplatz notiert waren. Gegen eine solche Mannschaft darf Schalke zu Hause „eigentlich nicht“ verlieren, gesteht der neue U23-Manager Gerald Asamoah: „Es tut uns weh, dass wir da verloren haben.“

Ex-Nationalspieler Asamoah ist erst seit zwei Wochen in dieser neuen Funktion auf Schalke im Amt, und schon jetzt als Krisenmanager gefordert. In diesen Tagen führt der 38-Jährige jede Menge Gespräche, schaut sich die Trainingseinheiten an um herauszufinden, woran die für den Klub unbefriedigende Lage der U23 festzumachen ist. „Es gibt sicher viele Gründe“, sagt er, verweist aber darauf, dass er noch neu im Amt ist und sich noch kein abschließendes Bild gemacht hat.

Luginger kennt die Probleme

Für Trainer Jürgen Luginger ziehen sich die Probleme wie ein roter Faden durch die Saison: Er macht fehlende Kaltschnäuzigkeit im Tor-Abschluss bei seinen jungen Spielern aus und die Probleme bei der Umstellung vom U19- in den Seniorenbereich. Asamoah, der die letzten Jahre seiner aktiven Karriere noch in der U23 unter Luginger gespielt hat, kann das nachvollziehen: „Das ist natürlich ein sehr großer Sprung“, sagt er, „daher müssen wir versuchen, die Spieler mit U23-Verträgen auszustatten, die sich im Seniorenbereich behaupten können und sich dort entwickeln.“ Einige Spieler, denen der Sprung nicht mehr zugetraut wird, sollen in der Winterpause abgegeben werden. Was sonst noch getan wird, um die U23 wieder auf Kurs zu bringen, steht noch nicht fest. Asamoah: „Wir warten jetzt erst einmal das Spiel in Dortmund ab und dann schauen wir, was wir tun können.“

In den vergangenen Jahren ist es mit der U23 nach der Winterpause stets aufwärts gegangen: In der Saison 2014/15 lag Schalke zu Weihnachten nach 19 absolvierten Spielen mit 16 Punkten auf einem Abstiegsplatz – am Saisonende stand das Team mit 41 Punkten aus 34 Spielen im sicheren Mittelfeld.

Langfristig will Schalke höher hinaus

Ähnlich der Verlauf in der Saison 2015/16: Nach 19 Spielen lag Schalke mit 23 Punkten nur knapp über dem roten Strich – zum Saisonschluss stand Schalke sogar in der oberen Hälfte (51 Punkte aus 38 Spielen). Doch der Verein war schon vor einem Jahr nicht begeistert, dass es in der Hinrunde so holperig gelaufen war. Luginger hatte die Mannschaft wie ein Jahr zuvor nach Korrekturen in der Winterpause auf Kurs gebracht. „Das ist ein Zeichen, dass Mannschaft und Trainer sich die Dinge gemeinsam erarbeiten – eine solche Entwicklung spricht für den Trainer“, hatte Oliver Ruhnert, der Direktor der Knappenschmiede, gesagt, nachdem der Vertrag mit Luginger im Sommer um ein Jahr verlängert worden war. Langfristig möchte sich Schalke mit der U23 aber weiter nach oben orientieren.

Doch zunächst einmal geht es wieder nur darum, das junge Team in der Regionalliga ins sichere Mittelfeld zu bringen. Und wer weiß, vielleicht überrascht Schalke ja schon am Samstag in Dortmund. „Wer mich kennt, der weiß, welchen Stellenwert das Derby für jeden Schalker und auch für mich persönlich hat“, sagt Asamoah: „Dementsprechend erwarte ich, dass sich unsere Jungs voll reinhauen.“

Autor: Manfred Hendriock

Mehr zum Thema

Wettbewerbe

Mannschaften

Rubriken

Kommentieren