Es brennen zwar erst drei Kerzen auf dem Adventskranz, doch die Fußballerinnen des SGS Essen haben die Chance auf eine vorgezogene Bescherung.

Frauen-Bundesliga

SGS Essen hat reizvolle Perspektive

Erik Asmussen
14. Dezember 2016, 07:07 Uhr
Foto: Michael Gohl

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Es brennen zwar erst drei Kerzen auf dem Adventskranz, doch die Fußballerinnen des SGS Essen haben die Chance auf eine vorgezogene Bescherung.

Und können die Größe ihres Geschenkes sogar noch selbst bestimmen.

Drei Partien haben die Essenerinnen in diesem Jahr noch vor der Brust und jeweils wartet ein Gegner von internationalem Format. An diesem Mittwoch empfängt die Mannschaft von Trainer Daniel Kraus den Champions League-Teilnehmer VfL Wolfsburg (19 Uhr, Hafentraße). Am Sonntag gastiert Vorjahresmeister Bayern München im Stadion Essen (13 Uhr) und Mittwoch danach geht es zum Pokal-Achtelfinale nach Frankfurt (18 Uhr). Das ist eine Herausforderung für den Tabellendritten.

Doch die Perspektive ist verlockend: Mit einem Sieg gegen Wolfsburg würde die SGS sogar auf den zweiten Platz vorrücken und damit den 5:1-Sieg vom Sonntag über Leverkusen vergolden. Aber es wird eine Herkulesaufgabe. Die Wölfe stehen punktgleich mit Essen auf dem fünften Tabellenrang. Und Trainer Kraus warnt vor dem auswärts ungeschlagenen Gegner: „Der VfL verfügt über viel individuelle Klasse und ist defensiv enorm stark, auch wenn sie sich in dieser Saison etwas schwer tun.“ Verstecken muss sich die SGS vor dem Triple Sieger von 2013 trotzdem nicht, das weiß auch der Coach: „Wir müssen müssen selbstbewusst auftreten und an unsere Offensiv-Qualitäten glauben.“

Matchplan und 100  Prozent Einsatz

Grund dazu gibt momentan insbesondere Nicole Anyomi. Die erst 16-jährige brachte die SGS beim 5:1 über Leverkusen per Doppelpack auf die Siegerstraße. Heute soll sie mit ihrer Schnelligkeit die Wolfsburger Abwehrreihen in Verlegenheit bringen. Doch um gegen Top-Teams wie Wolfsburg zu bestehen, braucht es mehr als einen ausgeklügelten Matchplan: „Jeder muss alles geben, die Spielerinnen auf dem Feld genauso wie die Leute auf den Rängen. Darauf kommt es bei einem Flutlichtspiel an“, beruft sich Kraus auf die Grundtugenden.

Weiteren Anlass für Zuversicht bietet Ina Lehmann. Am Sonntag noch verletzt ausgewechselt, wird die Spielführerin gegen die Niedersachsen wohl wieder mit an Board sein. Die 26-jährige freut sich auf die Herausforderungen der nächsten Tage: „Wer Fußball liebt, will so oft spielen wie möglich. Wenn es dann noch gegen so attraktive Gegner geht, umso besser.“ Sorgen, dass die Vorfreude auf München oder Frankfurt ablenken könnte, hat Lehmann nicht: „Wir sind zu 100 Prozent auf Wolfsburg fokussiert, die anderen Spiele sind noch weit weg.“
Holt die SGS in den nächsten beiden Partien Punkte, wären Gedanken an das internationale Geschäft nicht abwegig. Für Manager Willi Wißing ist es an der Zeit, „dass die Mannschaft den nächsten Schritt macht, auch wenn die momentane Tabellensituation nicht mehr als eine schöne Momentaufnahme ist“.

Autor: Erik Asmussen

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