1:1 spielte der BVB beim 1. FC Köln – zu wenig für die eigenen Ansprüche. Sportdirektor Zorc machte dafür vor allem die individuellen Fehler vor dem Gegentor verantwortlich.

BVB

Das sagt der Sportdirektor zum 1:1 in Köln

Sebastian Weßling
10. Dezember 2016, 19:54 Uhr
Foto: firo

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1:1 spielte der BVB beim 1. FC Köln – zu wenig für die eigenen Ansprüche. Sportdirektor Zorc machte dafür vor allem die individuellen Fehler vor dem Gegentor verantwortlich.

Wutentbrannt stapfte Marc Bartra durch die Mixed Zone in Richtung Kabine. Der Spanier stieß einen Fluch aus, trat gegen die Tür und verschwand dann aus dem Blickfeld. Die Laune des Innenverteidigers war verständlich: 1:1 (0:1) hatte Borussia Dortmund gespielt, hatte wieder einmal auf einen guten Auftritt in der Champions League einen schwachen in der Bundesliga folgen lassen und muss nun langsam aufpassen, die Champions-League-Plätze nicht aus dem Blickfeld zu verlieren.

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Nach ordentlicher Anfangsphase war es wieder einmal ein individueller Fehler, der die Dortmunder auf die Verliererstraße brachte: Marcel Schmelzer versprang der Ball, Pawel Olkowski rauschte dazwischen, Schmelzer brachte ihn zu Fall. Den anschließenden Freistoß von außen brachte Jonas Hector in den Strafraum, wo Erik Durm seinen Gegenspieler Artjoms Rudnevs laufen ließ – und der köpfte zum 1:0 für die Kölner ein. „Das war mein Fehler“, räumte Schmelzer später ein. „Ich darf den Ball nicht verlieren und dann darf ich kein Foul spielen.“

Auch Sportdirekor Michael Zorc haderte später mit den Ereignissen aus der 28. Minute: „Eigentlich können wir in der Szene einen Konter fahren, dann leisten wir uns einen Fehler, der zum Freistoß führt“, bemängelte er. „Dann verteidigen wir das schlecht – es war ja keine wirkliche Torchance – und auf einmal steht’s 1:0.“

Das Gegentor habe „die Aufgabe sehr verkompliziert“, meinte Trainer Thomas Tuchel, „denn Köln ist ein Gegner, der diszipliniert und hart verteidigen kann.“ Das war in der guten Stunde, die auf das Gegentor folgte, in aller Ausführlichkeit zu betrachten: Die Kölner zogen sich weit zurück, verteidigten am eigenen Strafraum mit einer engen Fünferkette und ließen dem BVB mit aggressiver Zweikampfführung wenig Raum zur Entfaltung.

Und der BVB, der einen Großteil des Ballbesitzes und zu Beginn auch einige gute Chancen hatte, wusste lange keine Lösung gegen dieses kompakte Bollwerk. Es fehlte an Tempo und Ideen. Immer wieder segelten Flanken aus dem Halbfeld in den Kölner Strafraum, die die großgewachsenen Abwehrspieler mit Leichtigkeit wieder hinausköpften.

Der späte Ausgleich in der 90. Minute war erst der zweite Schuss, den die Dortmunder nach der Pause aufs Tor brachten – und es war der erste durchdachte Angriff: Ousmane Dembélé schickte den eingewechselten Adrian Ramos auf der rechten Seite, der legte zurück und Marco Reus traf vom Elfmeterpunkt zum 1:1. Im fünften Spiel nach seiner langen Verletzungspause trug der Angreifer so zum vierten Mal entscheidend dazu bei, dass der BVB wenigstens etwas mitnahm – schon beim 2:2 in Madrid am Mittwoch hatte er das späte 2:2 erzielt.

Der erneute späte Ausgleich war denn auch das Positive, was die Dortmunder aus der Partie mitnahm. „Wir haben uns nochmal aufgerafft, von daher geht der Punkt auch in Ordnung“, sagte Matthias Ginter. „Wir haben nie aufgesteckt und uns spät durch den Ausgleich belohnt“, meinte Tuchel. Und Zorc resümierte: „Die Moral ist intakt, das hat man gesehen. Die Mannschaft hat immer weiter aufs Kölner Tor gespielt.“

Dass sie noch zum späten Ausgleich kam, hatte sie aber auch der Kölner Nachlässigkeit zu verdanken. Die Hausherren spielten ihre Kontergelegenheiten meist nicht sauber zu Ende. Und Anthony Modeste hätte das 2:0 erzielen müssen, er hatte Torhüter Roman Weidenfeller schon umrundet – und traf dann nur das Außennetz (50).

So reichte es immerhin zu einem Punkt. Ob die Dortmunder damit leben können, wollte ein Journalist von Zorc wissen. „Wir müssen damit leben“, beschied der knapp – und verschwand in die Kölner Nacht.

Autor: Sebastian Weßling

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