Trainer Markus Weinzierl muss gegen Darmstadt das Risiko abwägen. Nabil Bentaleb und Max Meyer stehen auf der Kippe. Bei Franco Di Santo besteht Hoffnung.

Schalke 04

Königsblau hat die Zahl 17 im Visier

Thomas Tartemann
26. November 2016, 21:14 Uhr
Foto: firo

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Trainer Markus Weinzierl muss gegen Darmstadt das Risiko abwägen. Nabil Bentaleb und Max Meyer stehen auf der Kippe. Bei Franco Di Santo besteht Hoffnung.

Der Lauf des FC Schalke 04 hat in den letzten Wochen eine bemerkenswerte Entwicklung genommen. Die Königsblauen sammelten durch den 1:0-Sieg in Wolfsburg, das 3:1 gegen Werder Bremen, das 0:0 bei Borussia Dortmund, den 3:0-Triumph über Mainz, das 1:1 in Augsburg und den 4:0-Erfolg über Borussia Mönchengladbach 14 Zähler in Serie ein. An diesem Sonntag (15.30 Uhr/Sky) soll es in der Veltings-Arena gegen den SV Darmstadt 98 genauso erfolgreich weiter gehen. Schalkes Trainer Markus Weinzierl: „Es gibt keinen Ersatz für Siege. Der Erfolg beflügelt das Team. Ich hoffe, dass wir es so weiterlaufen lassen wie zuletzt.“

Weinzierl geht davon aus, dass die Darmstädter auch in ihrer Rolle als krasser Außenseiter „Spaß haben werden, bei uns in der Arena aufzulaufen.“ Der 41-jährige Fußball-Lehrer will aber mit seiner Mannschaft unbedingt verhindern, dass aus dem Spaß-Faktor am Ende eine Jubelparty für die Gäste wird. Weinzierl: „Wir wollen unbedingt die drei Punkte, müssen Lösungen finden und unsere Stärken einbringen.“

Mit Mittelfeld-Stratege Nabil Bentaleb, der bisher vier Tore für die Schalker erzielt hat und damit gefährlichster Schütze im königsblauen Aufgebot ist, droht allerdings ein wichtiger Eckpfeiler auszufallen. Bentaleb brach sich bei seinem Kurzeinsatz in der Europa League gegen den französischen Erstligisten OGC Nizza das Nasenbein. Schalkes medizinische Abteilung arbeitet mit Hochdruck daran, den algerischen Nationalspieler für das Darmstadt-Duell fit zu bekommen. Mit einer Gesichtsmaske könnte Bentaleb möglicherweise dabei sein. Vorausgesetzt, dass die Schwellung im Gesichtsbereich rechtzeitig abklingt. Auch hinter Stürmer Max Meyer steht ein dickes Fragzeichen. Der Blondschopf war gegen Nizza auf seinen rechten Fuß gefallen und findet die Verletzung am Sprunggelenk „nicht so schlimm wie zuletzt gegen Dortmund.“ Trotzdem soll Meyer nur dann zum Einsatz kommen, wenn das Risiko gering und die Schwellung im Fuß auf ein erträgliches Maß zurückgeschrumpft ist.

Ohne das Duo Bentaleb/Meyer würde den Schalker eine Menge Substanz fehlen. Die Hauptlast würde dann auf den Schultern von Nationalspieler Leon Goretzka liegen, der zuletzt in Wolfsburg das goldene Tor für die Königsblauen erzielte. Goretzka bekam gegen Nizza ebenso wie Matija Nastasic und Eric Maxim Choupo-Moting eine kleine Erholungspause verordnet. Das Trio soll nun mit aufgefüllter Batterie dafür sorgen, dass der Schalker Höhenflug weiter anhält. Bei Angreifer Franco Di Santo, der seine Bauchmuskelzerrung weitgehend auskuriert hat, kommt es auf den richtigen Comeback-Zeitpunkt an. „Wenn es vom Gefühl her ganz weg ist, muss man trotzdem noch etwas warten. Das sind dann die schlimmsten Tage für einen Fußballer“, sagt Direktor Sport Axel Schuster. In Leipzig soll Di Santo auf jeden Fall wieder spielen. Gegen Darmstadt nur vielleicht.

Darmstadt wird ein schwieriges Spiel. Sie stehen defensiv gut und sind sehr kompakt
Alessandro Schöp

Die Frage, warum das zwischenzeitlich auf den 18. Platz abgestürzte Team mittlerweile den Hebel radikal umgelegt hat, beantwortet Markus Weinzierl so: „Dafür gibt es viele Gründe. Wir haben es insgesamt besser gemacht als zu Beginn, sind als Mannschaft gefestigter geworden. Und mit jedem zu-Null-Spiel ist unsere Brust breiter geworden. Wenn man sich so einen Lauf erarbeitet, dann gewinnt man auch Spiele wie zuletzt in Wolfsburg. Es gibt dann eine positive Dynamik.“ Die Bundesliga hält der Schalker Kaderchef insgesamt für wichtiger als die Europa League, in der sein Team bereits vor dem 2:0 über Nizza den ersten Gruppenplatz gesichert hatte. „Wir wollen weiter Punkte gutmachen“, sagt Weinzierl.

Schalkes Marathon-Mann Alessandro Schöpf erwartet trotz der Überzeugung, mit der die Königsblauen seit Wochen ihre Begegnungen erfolgreich gestalten, eine harte Nuss am ersten Advent. „Darmstadt wird ein schwieriges Spiel“, warnt Schöpf, „sie stehen defensiv gut und sind sehr kompakt. Unsere Aufgabe ist es, die Räume in der Offensive zu finden und gleichzeitig versuchen, die Darmstädter Konter zu unterbinden.“ Und dann braucht Schalke noch den Dosenöffner, um die Richtung des Spiels so zu lenken, dass gegen 17.15 Uhr drei weitere Punkte auf dem S04-Konto eingehen.

Autor: Thomas Tartemann

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