Ob das der Beginn einer neuen Ära in der Vereinsgeschichte des TVD ist oder nur ein kurzes Intermezzo – das ist noch offen.

Velbert

Möllmann gibt beim TVD sofort Gas

Philipp Ziser
21. November 2016, 19:51 Uhr
Foto: Tillmann

Foto: Tillmann

Ob das der Beginn einer neuen Ära in der Vereinsgeschichte des TVD ist oder nur ein kurzes Intermezzo – das ist noch offen.

Fest steht: Thorsten Möllmann übernimmt das Traineramt beim ambitionierten, aber im Mittelmaß vor sich hinstolpernden Fußball-Bezirksligisten. Der 1870 gegründete Traditionsverein hatte sich vor zwei Wochen von seinem Trainer Alfonso Del Cueto getrennt. Beim 5:1-Sieg am vergangenen Sonntag gegen den SV Ditib Solingen stand Geschäftsführer Andre Grimmert an der Seitenlinie. Grimmert war es auch, der den Kontakt zu Möllmann suchte – und den an der Linie als eher extrovertiert geltenden Oberhausener für sich gewinnen zu können. „Er hat mich schnell überzeugt, dass ich hier etwas aufbauen kann“, sagt Möllmann. „Der Trainer hat freie Hand, stellt die Mannschaft selbst zusammen – hier sind viele Möglichkeiten, die noch nicht so ganz ausgeschöpft sind. Dazu der neue Kunstrasen. Hier ist auf jeden Fall Potenzial.“

Bei all seinen Stationen ist er mehrere Jahre geblieben und hat den Aufstieg geschafft.
Detlef Rahn, TVD-Abteilungsleiter

Das sahen auch die TVD-Verantwortlichen nach einem ersten Treffen mit Möllmann. Mehrere freie Trainer hatten die Bäumer angesprochen. Einige, die in Velbert bekannt sind, andere, von denen sich Grimmert und Kollegen erst ein Bild machen wollten, darunter auch Möllmann. Nach einem persönlichen Treffen war Möllmann Wunschkandidat beim TVD und sagte schließlich zu.

TVD-Abteilungsleiter Detlef Rahn schwärmt: „Bei all seinen Stationen ist er mehrere Jahre geblieben und hat den Aufstieg geschafft.“
Dass die Bäumer möglichst schnell – 2017 wird es wohl nichts mehr – zurück in die Landesliga wollen, ist kein Geheimnis. Und Möllmann scheint der Richtige zu sein: Mit seinem Ex-Club BWO gelang ihm der Sprung in die Landesliga. Auch seine ehemaligen Vereine SCO 1920 und TB Oberhausen führte er zum Aufstieg. Vor seiner ersten Trainingseinheit wollte Möllmann zu solchen Zielen nichts sagen. Die ersten Schritte sind aber klar: „Ich muss mir das erst einmal anschauen. Spielerisch, läuferisch, taktisch. Da habe ich noch gar kein Bild. Die Namen sagen mir aber was aus der Bezirks- oder Landesliga – demnach müsste TVD eigentlich besser stehen.“

Warum dem nicht so ist, wird Inhalt der ersten Trainingseinheiten. Am Donnerstag steht ein Test gegen den Langenberger SV an, Sonntag dann das Pflichtspieldebüt. Auch wenn der Verein keine Zielvorgaben für die laufende Saison macht (Rahn: „Jetzt zu sagen, wir greifen oben an, wäre unrealistisch“) spricht Möllmann eine klare Zielvorgabe für den Rest des Jahres aus: „Wir wollen zwölf Punkte aus vier Spielen und die Stadtmeisterschaft in der Halle gewinnen.“

Bis zum Winter tritt der aktuell zehntplatzierte TVD in der Meisterschaft noch bei Jägerhaus Linde (12.), gegen ASV Wuppertal (11.), im Derby gegen Union Velbert (2.) und dann beim verlustpunktfreien FC Remscheid (1.) an. Ob er seine Ziele erfüllt, oder nicht – in dieser Saison scheint es zweitrangig. Das kommende halbe Jahr ist als Testlauf für die Saison 2017/18 zu betrachten. Abteilungsleiter Rahn: „Wir wollen jetzt nicht groß Spieler auswechseln, sondern schauen: Wo steht die jetzige Mannschaft qualitativ? Der zweite Schritt ist dann zu schauen, was für nächstes Jahr noch zu tun ist.“

Ganz oben auf der Liste könnte eine Einigung mit Möllmann stehen. Der sagt über seine Ziele mit dem TVD: „Wir arbeiten bis zum Sommer zusammen um zu schauen, ob es passt. Bisher habe ich aber immer länger, meist fünf Jahre, bei meinen Verein gearbeitet, war erfolgreich, bin aufgestiegen – das will ich auch in Velbert schaffen.“

Und er meint es ernst: Um Dienstagabend erstmals in Birth auf dem Platz stehen zu können, sagte Möllmann kurzfristig seinen Spanien-Urlaub ab.

Autor: Philipp Ziser

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