Beim 1:0-Heimerfolg über den SC Freiburg halten die Essenerinnen dem Dauerdruck der Gäste in der zweiten Hälfte stand. Feldkamp mit Tor des Tages.

SGS Essen

Kontakt zur Spitze geknüpft

Benedikt Burgmer
06. November 2016, 23:07 Uhr
Foto: Michael Gohl

Foto: Michael Gohl

Beim 1:0-Heimerfolg über den SC Freiburg halten die Essenerinnen dem Dauerdruck der Gäste in der zweiten Hälfte stand. Feldkamp mit Tor des Tages.

Die SGS Essen bleibt in der Frauenfußball-Bundesliga daheim weiter ungeschlagen und knüpft wieder Kontakt zum oberen Tabellendrittel. Gegen den SC Freiburg, bis dato ärgster Verfolger von Spitzenreiter Turbine Potsdam, setzte sich die Elf von Trainer Daniel Kraus mit 1:0 durch. Es war ein glücklicher Sieg, denn ab der zweiten Hälfte sahen sich die Essenerinnen mit einem Dauerdruck der Gäste konfrontiert. Jana Feldkamp aber gelang das einzige Tor des Nachmittags.

Schüller und Feldkamp nun zur U 20-WM nach Papua Neuguinea
Feldkamp war es auch, die im für sie und Lea Schüller letzten Spiel vor der U20-WM in Papua Neuguinea den ersten Warnschuss abgab. Benkarth im Freiburger Tor klärte nach vier Minuten zur Ecke. Und es ging munter weiter: Essens Irini Ioannidou flankte, Schüller brachte den Ball artistisch aufs Tor – wieder hielt Benkarth. Bei allen Parallelen, die im Vorfeld zwischen beiden Klubs ausgemacht wurden, zeigte sich das auch in der Spielanlage. Beide versuchten es mit frühem Pressing.

Nach gut 20 Minuten hatten die Gäste die SGS damit kalt erwischt. Starke entwischte der Essener Abwehr, doch Torfrau Lisa Weiß war zur Stelle. Stark gemacht. Der SC wurde zwingender: Freiburg flankte von links scharf vor den Essener Kasten. Weiß orientierte sich in die Mitte. Starke war vor ihr am Ball, verfehlte mit ihrer Direktabnahme aber das leere Tor. Aus dem Spiel heraus ging für die SGS nur wenig. Sie agierte ohne Ball stärker als mit ihm, weil nach der Balleroberung der Plan fehlte.

In einer Drangphase der Freiburgerinnen fiel die SGS-Führung
Doch wie schon gegen Sand gingen die Essenerinnen in einer Drangphase des Gegners plötzlich in Führung: Eine Ecke musste her. Charline Hartmann flankte, Lehmann verlor zwar das Kopfballduell am kurzen Pfosten, doch der Klärungsversuch landete genau auf dem Fuß von Feldkamp: 1:0. Schon zur Pause war es in einem ausgeglichenen Spiel eher eine schmeichelhafte Führung. In Durchgang zwei aber strapazierte die SGS ihr Glück.

Offensivbemühungen gab es kaum noch, dafür drängte der Sportclub auf den Ausgleich. Ein Abwehrbein lenkte direkt nach Wiederanpfiff den Schuss von Nationalspielerin Magull um den Pfosten. Für die SGS begann ein Spiel mit dem Feuer. Nicht selten brachte sie sich mit Klein-klein-Aktionen rund um den eigenen Strafraum selbst in Gefahr. Nach einer Stunde war es dann passiert. Der SC erwischte Essens Nina Brüggemann auf dem falschen Fuß, Bühl und Starke liefen aufs Tor zu.

Zwei Punkte zurückerobert, die gegen SC Sand verloren wurden
Ein Querpass und es hätte wohl 1:1 gestanden. Bühl probierte es selbst: weit drüber. Riesendusel für die SGS, bei der Trainer Kraus mit seinen Wechseln auf den Rängen für Verwunderung sorgte. Schüller, der der Kräfteverschleiß der Wochen einmal mehr anzumerken war, schleppte sich 83 Minuten über den Rasen. Aber es ging gut. Auch dank einer Grätsche von Lehmann in der Schlussphase.

Zuvor war Freiburgs Gwinn mit Ball längst im Essener Strafraum angekommen. „Weitermachen“, brüllte die Kapitänin. Das tat die SGS nicht mehr. Doch sie retteten sich auch trotz unangemessen langer Nachspielzeit ins Ziel. Vielleicht haben sie sich damit die zwei Punkte zurückerobert, die sie gegen Sand daheim trotz Überlegenheit verloren hatten.

Autor: Benedikt Burgmer

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