Das war ein teurer Trip. Der FC Schalke 04 verlor beim 1:1 (0:0) in Augsburg nicht nur zwei wichtige Punkte bei seiner Aufholjagd, sondern auch noch einen der wichtigsten Spieler.

Schalke bestätigt

Lange Pause für Embolo

Thomas Tartemann
15. Oktober 2016, 17:33 Uhr
Foto: firo

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Das war ein teurer Trip. Der FC Schalke 04 verlor beim 1:1 (0:0) in Augsburg nicht nur zwei wichtige Punkte bei seiner Aufholjagd, sondern auch noch einen der wichtigsten Spieler.

Breel Embolo musste schon früh mit einer Knöchelverletzung vom Platz getragen werden. Er wird den Rest der Hinrunde ausfallen. Das bestätigte Schalke via Twitter.

S04-Trainer Markus Weinzierl verzichtete bei der Rückkehr an seine alte Wirkungsstätte zumindest bei der Grundausrichtung auf große Personalwechsel. Gegenüber dem überzeugenden 4:0-Sieg über Borussia Mönchengladbach entschied sich der Fußballlehrer nur für eine Neuerung. Anstelle von Sead Kolasinac, der als Ergänzungsspieler auf der Bank Platz nahm, rückte Abdul Rahman Baba in die Anfangsformation.

Die Schalker starteten beherzt in die Auswärtspartie. Vor allem Stürmer Breel Embolo verwickelte seine Augsburger Gegenspieler immer wieder in intensive Duelle und war nur schwer zu bändigen. In der 9. Minute war Embolo an der gefährlichsten Aktion des ersten Durchgangs beteiligt. Ecke Johannes Geis, Kopfball Benedikt Höwedes, Hacke Embolo – Pfosten. Ein paar Minuten später versuchte es Standard-Spezi Johannes Geis, der schon im Kindesalter Freistöße geübt hatte, mit einer Standardsituation, jagte den Ball aber haarscharf über die FCA-Latte. Dann wurde es hektisch und schmerzhaft. Augsburgs Konstantinos Stafylidis foulte Breel Embolo in Höhe der rechten Eckfahne. Der Schweizer Nationalspieler krümmte sich vor Schmerzen, mehrere Teamkollegen und die medizinische Abteilung kümmerten sich um den Angreifer. Nach mehrminütiger Behandlungspause musste Embolo mit der Trage vom Rasen befördert und gegen Klaas-Jan Huntelaar ausgetauscht werden. Die mehreren 1000 Schalke-Fans spendeten aufmunternden Beifall für Embolo, der von von zwei Betreuern gestützt und in die Kabine gebracht werden musste. Sein linker Knöchel wurde dick bandagiert. „Sünder“ Stafylidis kam bei Schiedsrichter Tobias Stieler mit der gelben Karte davon.

Die sah kurz darauf auch Schalkes Mittelfeldmann Johannes Geis nach einem Duell an der Außenlinie. Geis hatte Won Dong Ji mit der Hand im Gesicht getroffen. Erneute Hektik kam auf, als kurz darauf Paul Verhaeg gegen Eric Maxim Choupo-Moting zutrat. „Choupo“ krümmte sich auf dem Rasen – das Spiel lief weiter. Nach ein paar Sekunden hatte sich der Offensivmann wieder berappelt und nahm wieder am Spielgeschehen teil. Seine Direktabnahme auf Pass von Naldo zischte nur knapp über den Kasten der Platzherren (34.).

Nach dem Seitenwechsel setzte Augsburg das erste Ausrufezeichen. Bei einem Geschoss von Daniel Baier musste sich S04-Schlussmann Ralf Fährmann ganz lang machen (51.). Markus Weinzierl reagierte nach einer Stunde und nahm Alessandro Schöpf, der nach vielversprechendem Auftakt deutlich abbaute, vom Platz. Dafür brachte der Coach den Ukrainer Yevhen Konoplyanka. Das Premierentor im Schalke-Trikot erzielte allerdings nicht „Kono“, sondern Nabil Bentaleb. Der Algerier nagelte den Ball aus 17 Metern so ans Aluminium, dass er hinter der Linie auftickte. Das Hawk Eye lieferte die Aufschlüsselung: Tor für Schalke (65.). Auch der Treffer durch Hawk Eye-Überprüfung war eine Premiere in der Bundesliga.

Schalke trat weiter auf das Gaspedal und hätte nach einem Konter erhöhen können. Klaas-Jan Huntelaar scheiterte alleine vor Marwin Hitz (67.). Den abprallenden Ball versuchte Konoplyanka zu versenken, aber wieder blieb Hitz Sieger. Augsburg versuchte, den Druck zu erhöhen. Jonathan Schmid forderte Ralf Fährmann mit einem Distanzversuch (74.), den der Schalker Torhüter in Volleyball-Manier entschärfte. Kurz darauf klingelte es doch: Schalke bekam den Ball nicht aus der Gefahrenzone. Baier haute die Kugel aus 16 Metern zum 1:1 in den rechten Winkel (78.). Die königsblaue Verteidigungsarbeit erinnerte hier mehr an einen Begleitservice. Entscheidende Vorstöße gelangen dem Weinzierl-Team in den Schlussminuten nicht mehr, so dass es bei der Punkteteilung blieb. Zu wenig, um einen Schritt nach vorne zu machen.

Autor: Thomas Tartemann

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