Quo vadis Rot Weiss Ahlen? Neun Niederlagen in Folge hagelte es für die Münsterländer zuletzt.

RW Ahlen

"Der Trainer ist die ärmste Sau"

Krystian Wozniak
12. Oktober 2016, 16:11 Uhr
Foto: Michael Ketzer

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Quo vadis Rot Weiss Ahlen? Neun Niederlagen in Folge hagelte es für die Münsterländer zuletzt.

Dabei hatte die Mannschaft von Mircea Onisemiuc an den ersten beiden Spieltagen für mächtig Furore gesorgt. RWA stürmte das Stadion Niederrhein und fertigte Rot-Weiß Oberhausen mit 4:0 ab. Eine Woche später vermöbelte Ahlen im heimischen Wersestadion Mit-Aufsteiger TSG Sprockhövel gar mit 5:0. Doch seit diesem Zeitpunkt läuft es überhaupt nicht mehr rund bei den Rot Weissen. Kapitän Christopher Heermann stand uns Rede und Antwort.

Christopher Heermann, was ist nur los mit Rot Weiss Ahlen?
Das alles ist sehr schwierig in Worte zu fassen. Mir fehlen sogar die Worte. Die Gründe für die neun Niederlagen sind schwer zu finden. So etwas habe ich in meiner Karriere auch noch nicht erlebt.

Dabei sind Sie und Ihre Kollegen so furios in die Liga gestartet...
Ja, aber das muss man heute natürlich relativieren. Wir hatten Glück, dass wir am 1. Spieltag gegen Oberhausen gespielt haben. Da hatte sich die Mannschaft noch nicht gefunden und wenige Spiele später musste sogar der Trainer gehen. Am 2. Spieltag gegen Sprockhövel, einen Mit-Aufsteiger, hat einfach alles gepasst. Was danach folgte, ist einfach enttäuschend. Wir haben die hohen Niederlagen zurecht kassiert, weil wir nicht zu 100 Prozent da waren. Auf der anderen Seite haben wir knapp und unglücklich verloren wie zuletzt die Heimspiele gegen Verl und Mönchengladbach II. Aber wenn du einmal da unten stehst, dann wird alles doppelt schwer - das ist keine Floskel, sondern Fakt.

Was macht Ihnen noch Hoffnung, dass es besser wird?
Wir haben immer noch mehr als 20 Spiele vor uns. Die Chance, da unten rauszukommen, ist zweifelsohne da. Wichtig ist, dass wir nicht mehr viel reden, sondern endlich Taten folgen lassen und Punkte holen!

Das heißt dann wohl, dass es die ein oder andere Krisensitzung gegeben hat, oder?
Klar! Wir haben Sitzungen und Mannschaftsabende organisiert und alles zehnmal durchgekaut. Reden nutzt aber nichts mehr. Worte wie Eigenverantwortung sind jetzt gefragt. Jeder muss in den Spiegel schauen und sich die Frage stellen, ob er wirklich alles für den Verein, die Mannschaft gibt. Ich schließe mich da als Kapitän natürlich mit ein. Denn es kann nicht sein, dass jeder Einzelne von sich und seiner Leistung überzeugt ist. Wenn das wirklich so wäre, dann hätten wir keine neun Spiele in Serie verloren.

Ist Mircea Onisemiuc noch der richtige Mann auf dem Trainerstuhl?
Für mich gibt es da keine zwei Meinungen. Der Trainer ist die ärmste Sau. Er arbeitet Tag und Nacht dafür, dass wir wieder in die Erfolgsspur finden. Ich kann nicht in die Köpfe jedes Einzelnen schauen, habe aber das Gefühl, dass die Mannschaft genauso wie ich hinter dem Trainer steht.

Autor: Krystian Wozniak

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