Sympathisch, gut gelaunt, witzig: Trainer Markus Weinzierl wirkt der sportlichen Krise beim FC Schalke 04 lächelnd entgegen.

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Weinzierl lächelt die Krise weg

Thomas Tartemann
23. September 2016, 22:28 Uhr
Foto: firo

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Sympathisch, gut gelaunt, witzig: Trainer Markus Weinzierl wirkt der sportlichen Krise beim FC Schalke 04 lächelnd entgegen.

Vor dem Duell bei der TSG Hoffenheim (Sonntag, 15.30 Uhr/Sky) nahm sich der 41-jährige Fußballlehrer auch selbst hoch. Auf die Anmerkung, dass er so einen Fehlstart aus seiner Zeit beim FC Augsburg kennt, schmunzelte Weinzierl: „Ich bin jedes Jahr schlecht gestartet.“ Nach außen hin gab es sich der neue Schalker Trainer gelöst, aber tief im Inneren nagt die Situation an ihm. „Ich würde lügen, wenn ich zu 100 Prozent locker wäre“, gibt Weinzierl offen zu.

Umso wichtiger, dass der Frust-Rucksack jetzt möglichst schnell leichter wird. Und das funktioniert am besten mit dem lang ersehnten ersten Saisonsieg. Weinzierl: „Gerade auf Schalke ist die Drucksituation groß. Ich wünsche mir ein Erfolgserlebnis für die Spieler.“ Dadurch würden auch automatisch Blockaden gelöst. Hochveranlagte Neuzugänge wie Breel Embolo könnten ihre Unbekümmertheit, die in der aktuellen Lage tief im Verborgenen versandet ist, zurückgewinnen.

„Breel ist engagiert“, bescheinigt der Trainer seinem neuen Offensivmann den nötigen Einsatzwillen, „aber jeder lebt eben von Erfolgserlebnissen.“ Und dann sorgte Markus Weinzierl gegenüber den schreibenden Medienvertretern für einen weiteren Lacher: „Wenn ihr coole Artikel schreibt, dann wird der nächste Bericht ja auch gut.“

„Naldo ist auch nicht glücklich“

Möglichst gut wollen es die Schalker auch am Sonntag machen. So gut, dass die ersten Punkte herausspringen und sich das Gesamtbild etwas freundlicher gestaltet. „Ich kenne die Tabelle“, meint Weinzierl, „aber ich schaue nicht täglich darauf. Ich bin voller Zuversicht, dass wir es drehen.“ Beim Reinhören in die Mannschaft hat der ehemalige Regensburger festgestellt, „dass die Jungs selbstkritisch sind. Sie wissen, dass sie nicht die beste Leistung abgerufen haben, aber es war nicht alles schlecht.“ Gebetsmühlenartig predigt der Schalker Kaderanleiter, „dass wir die positiven Dinge weiterführen und die negativen Dinge abstellen müssen.“

Wie setzt sich die richtige Mannschaft und die richtige Mischung zusammen? Das ist ein Rätsel, das der Bayer lösen muss. Viel Zeit bleibt ihm nicht. Resultate müssen her! „Wir haben die Erkenntnisse der ersten Spiele“, sagt Weinzierl und weiß, wo er mit seinem Trainerstab den Hebel ansetzen muss, um an die Feinjustierung zu gehen. Einzelne Profis herauszupicken und anzuzählen, das ist nicht Weinzierls Ding. Der Trainer setzt auf das Gesamtgebilde.

„Wir verlieren zusammen und wir gewinnen zusammen. Es verliert keiner als Einzelner“, streicht der Familienvater heraus, „die Jungs sind ebenfalls unzufrieden. Sie analysieren genau wie wir. Die Spieler müssen mit Konzentration und Konsequenz auftreten.“ Und dann schiebt Weinzierl kämpferisch nach: „Wir wollen in Hoffenheim gewinnen.“ Wenn schon Schritte, dann bitte richtig.

Trotz des missglückten Starts, der zwischen schwachem Eindruck (0:1 in Frankfurt) und starker Leistung (0:2 gegen Bayern) die komplette Bandbreite beinhaltete, sieht Weinzierl keinen Anlass, vom gesteckten Saisonziel abzurücken. „Es sind noch 90 Punkte zu vergeben. Abgerechnet wird zum Schluss. Vier Niederlagen sind bestimmt nicht angenehm. Aber wir müssen positiv weiterdenken.“

Ob der Trainer sein Team wie gegen Köln auf mehreren Positionen durcheinanderwirbelt, entscheidet er kurzfristig. „Wir machen uns über jeden einzelnen Spieler Gedanken.“ Also auch über Naldo, der gegen Köln als Innenverteidiger keine Sicherheit ausstrahlte. „Er ist auch nicht glücklich über die Anzahl der Gegentore“, sagt der Trainer. Dass Naldo damit automatisch draußen ist, äußert Weinzierl nicht.

Autor: Thomas Tartemann

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