Marco Höger weiß, wie die Uhren auf Schalke ticken. Fünf Jahre trug der Mittelfeldspieler das königsblaue Trikot, bevor er im Juli zum Liga-Konkurrenten 1. FC Köln wechselte.

Kölns Höger

"Auf Schalke wird man auch schonmal angemacht"

Thomas Tartemann
19. September 2016, 21:18 Uhr
Foto: firo

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Marco Höger weiß, wie die Uhren auf Schalke ticken. Fünf Jahre trug der Mittelfeldspieler das königsblaue Trikot, bevor er im Juli zum Liga-Konkurrenten 1. FC Köln wechselte.

Am Mittwoch kommt Höger mit den Domstädtern erstmals als Gegner nach Gelsenkirchen.

Schalke erinnert momentan an den angeschlagenen Boxer, der sich einige Schläge gefangen hat, aber noch längst nicht in den Seilen hängt. „Die Schalker bringen oft dann ihre beste Leistung, wenn sie mit dem Rücken zur Wand stehen“, weiß Höger aus eigener Erfahrung. Doch er denkt mittlerweile nicht mehr königsblau, sondern rot-weiß. „Wir wollen dafür sorgen, dass es mit der besten Leistung diesmal nicht der Fall sein wird. Wenn die Schalker nicht gut im Spiel sind, kann es auf den Rängen schnell unruhig werden. Das könnte für uns ein Pluspunkt werden.“

Sollte auch Köln Wirkungstreffer gegen das Weinzierl-Team landen, wird die Situation bei den Königsblauen ungemütlich. „Ich weiß, dass bei Schalke viel los ist. Durch das gute Spiel gegen Bayern und den Sieg in Nizza ist immer noch ein bisschen Euphorie da. Aber vier Spiele und null Punkte – das wird dann zum Problem“, sagt der 27-Jährige im Hinblick auf einen eventuellen weiteren S04-Dämpfer. Trotz des verpatzten Starts hat Höger seinen alten Klub weiter auf der Rechnung. „Schalke hat viele Neuzugänge zum Ende der Transferphase geholt. Sie sind schwer zu integrieren. Wenn die Schalker in den Spielfluss kommen, sind sie ein sehr gutes Team.“

Auf die Frage, ob dem Abräumer sein früheres Team leid tut, sagt er: „Leid tun ist die falsche Bezeichnung. Aber klar: Man fühlt mit ihnen.“ Seine 127 Pflichtspiele für den Ruhrpott-Verein haben Spuren hinterlassen. „Schalke ist ein guter Klub mit viel Strahlkraft. Wenn man da unterschreibt, weiß man, worauf man sich einlässt.“ Heißt übersetzt: Es gibt Phasen, in denen das königsblaue Profileben eher schattig als sonnig daher kommt. Höger zwinkert: „Wenn es schlecht läuft, dann ist es nicht so angenehm, durch Gelsenkirchen zu laufen.“ Der gebürtige Kölner schiebt nach: „Da wird man auch schon mal angemacht.“
In Köln erlebt der einstige Aachener aktuell die angenehme Seite des Fußballs. „Die Integration beim FC hat gut geklappt. Ich fühle mich komplett angekommen: in der Hierarchie und auf dem Platz.“ Das will Marco Höger Mittwoch zeigen. Als Schalker Gegner.

Autor: Thomas Tartemann

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