Es ist so weit: Legia Warschau startet am Mittwoch (20.45 Uhr) nach 20-jähriger Abstinenz wieder in der europäischen Königsklasse des Fußballs.

Lewandowski-Berater

„Den BVB erwartet ein Hexenkessel“

Krystian Wozniak
13. September 2016, 15:29 Uhr
Foto: firo

Foto: firo

Es ist so weit: Legia Warschau startet am Mittwoch (20.45 Uhr) nach 20-jähriger Abstinenz wieder in der europäischen Königsklasse des Fußballs.

Mit dem Spiel gegen Borussia Dortmund will der polnische Meister eine neue Ära auf der Fußballkarte des alten Kontinents starten. Zuletzt war Legia in der Saison 1995/96 in der Königsklasse vertreten. Die damalige Mannschaft um den heutigen Berater Cezary Kucharski von Bayern-Superstar Robert Lewandowski schaffte es bis ins Viertelfinale und scheiterte letztendlich an Panathinaikos Athen. Dieser Erfolg dürfte in der Gruppe mit Real Madrid, Borussia Dortmund und Sporting Lissabon kaum zu wiederholen sein. Kucharski erklärt uns, was die Champions-League-Teilnahme für Warschau bedeutet, wie sein Verhältnis zum BVB ist und was er Robert Lewandowski wünscht.

Cezary Kucharski, was ging in Ihnen vor, als Legia Warschau die Qualifikation schaffte?
Ich habe mich riesig gefreut. In diesem Verein habe ich acht Spielzeiten meiner Profi-Karriere verbracht und unter anderem mit zwei polnischen Meisterschaften und der Teilnahme im damaligen Landesmeister-Cup große Erfolge gefeiert. Legia nimmt einen Platz in meinem Herzen ein und ich bin Fan des Klubs.

Welch große Bedeutung hat die Teilnahme Legias an der Champions League für den polnischen Fußball?
Nach der guten Europameisterschaft unserer Nationalmannschaft war es wichtig, endlich einen Erfolg im Klubfußball zu feiern und nach über 20 Jahren wieder in der Königsklasse vertreten zu sein. In Polen leben rund 40 Millionen Menschen. Es muss unser Anspruch sein im Fußball regelmäßig an den großen Wettbewerben teilzunehmen.

Der Verein wird in der Champions League viel Geld einnehmen. Wie bzw. wo sollte dieses investiert werden?
Vor allem in den Nachwuchsbereich. Da haben wir im Vergleich zu Westeuropa noch großen Nachholbedarf. Die vorbildlichen Nachwuchsleistungszentren, die es in Deutschland gibt, sind in Polen noch ausbaufähig. Hier sollte Legia das Geld investieren und in unserem Land absoluter Vorreiter sein. Die Jugend ist unsere Zukunft. Wir werden keine Spieler aus Deutschland, Spanien oder England in die Ekstraklasa lotsen können. Wir müssen zusehen, dass unser Nachwuchs top ausgebildet wird.

Zurück zur Gegenwart: Real, BVB und Sporting heißen die Gegner. Welche Chancen sehen Sie da für Legia?
Sportlich dürfte Warschau in der Gruppe mit Real Madrid, Borussia Dortmund und Sporting Lissabon chancenlos sein. Vielleicht kann man die Portugiesen ein wenig ärgern. Da muss man rational denken. Alles andere wäre unrealistisch.

Zum Auftakt geht es gegen Dortmund. Ihnen wurde immer nachgesagt, dass Sie seit dem Lewandowski-Wechsel zu den Bayern kein gutes Verhältnis mehr zum BVB haben. Ist das richtig?
Nein, das kann ich so nicht unterschreiben. Ich habe noch kurz nach der Auslosung Hans-Joachim Watzke eine SMS geschrieben und ihm zu der tollen Gruppe gratuliert. Daraufhin hat er mir gedankt und mich zum Rückspiel im November zwischen dem BVB und Legia Warschau eingeladen. Ich habe keine Probleme mit den Dortmunder Verantwortlichen.

Was erwartet den BVB in Warschau?
Ich habe in Europa unzählige Spiele gesehen und war in sehr stimmungsvollen Stadion vor Ort. Doch ich kann mit Stolz behaupten, dass die Atmosphäre an der ulica Lazienkowska einzigartig ist. Das ist schon der Wahnsinn. Borussia Dortmund erwartet in Warschau ein echter Hexenkessel.

Kann Dortmund die Champions League gewinnen?
Dem BVB ist alles zuzutrauen. Aber ich tippe auf den FC Bayern München. Nach den Halbfinal-Einzügen sind sie mal dran. Ich wünsche Robert Lewandowski diesen Titel von Herzen.

Wird es Lewandowskis letzte Saison in München sein?
Er hat noch einen langfristigen (bis zum 30. Juni 2019, Anm. d. Red.) Vertrag in München und ist glücklich bei diesem großen Klub. Zuletzt wurde ja viel spekuliert. Aber ich kann nur sagen, dass wir beispielsweise im vergangenen Transferfenster mit keinem anderen Vereinen gesprochen haben, weil Robert sich bei den Bayern wohl fühlt und sich nur auf diese Aufgabe fokussiert.

Autor: Krystian Wozniak

Mehr zum Thema

Wettbewerbe

Mannschaften

Rubriken

Kommentieren