Gerade hatte Danny Rankl in der 68. Minute seinen Doppelpack geschnürt, da wanderten seine Gedanken zu seinem verletzten Teamkollegen.

KFC Uerdingen

Warum Rankl für Takyi jubelte

18. August 2016, 06:07 Uhr
Foto: Thorsten Tillmann

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Gerade hatte Danny Rankl in der 68. Minute seinen Doppelpack geschnürt, da wanderten seine Gedanken zu seinem verletzten Teamkollegen.

Der KFC-Stürmer rannte zur Auswechselbank, schnappte sich das Trikot von Charles Takyi und zeigte es den Uerdinger Fans auf der Haupttribüne des Stadion Uhlenkrug. Dafür gab es donnernden Applaus.

Der Hintergrund der Aktion ist ein ganz bitterer. Takyi, 25-facher Bundesliga- und dreifacher ghanaischer Nationalspieler, zog sich im Auftaktspiel gegen den VfR Krefeld-Fischeln (2:1) einen Adduktorenabriss zu. „In der Hinrunde wird das nichts mehr“, bestätigte KFC-Trainer André Pawlak den langen Ausfall des Ex-Profis.

„Das ist ganz, ganz bitter für Charles“, ergänzte Doppel-Torschütze Rankl, der in dem Fehlen des Offensivspielers sowie Pascale Schmidt auch die anfängliche Schwächephase seiner Mannschaft festgemacht hatte: „Das sind zwei Schlüsselspieler, die man nicht komplett eins zu eins ersetzen kann. Wir mussten uns erst daran gewöhnen, ein 4-4-2 zu spielen. Das hatten wir vorher nur im Training gemacht. Deshalb hat es ein wenig gedauert, bis wir in die Spur gefunden haben.“

Schließlich aber gelang es den Seidenstädtern doch noch, die ganze Stärke aus- und ETB in der zweiten Hälfte regelrecht an die Wand zu spielen. 45 Minuten hatte das, was die Mannschaft von André Pawlak auf den Rasen gezaubert hatte, eher verkrampft ausgesehen. Für den KFC aber kein Problem, sagt Danny Rankl: „Wir müssen in solchen Phasen Geduld haben und nicht den Anspruch haben, ein Spiel nach zehn Minuten schon entschieden zu haben. Das wäre zwar schön, aber geht eben nicht.“

Auch ein Einsatz von Charles Takyi hätte sicher nicht bewirkt, dass die Uerdinger schon früher als nach einer guten Stunden den Sack zugemacht hätten. Rankl aber bewies mit seiner feinen Geste beim Torjubel, dass ihm und seinen Mannschaftskollegen nicht nur daran gelegen ist, mit dem ehemaligen Bundesliga-Spieler gemeinsam auf dem Rasen zu stehen: „Er ist ein super Typ, der perfekt in die Mannschaft passt. Wir wollten ihm zeigen, dass er nicht nur auf der Tribüne sitzt, sondern immer bei uns ist.“

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