Rot-Weiss Essen ist mit sieben Punkten aus vier Spielen passabel in die Regionalliga-Saison gestartet. Eine Baustelle bleibt die Offensive.

RWE

Pokalsieg soll Transfer-Hammer ermöglichen

Martin Herms
17. August 2016, 16:01 Uhr

Rot-Weiss Essen ist mit sieben Punkten aus vier Spielen passabel in die Regionalliga-Saison gestartet. Eine Baustelle bleibt die Offensive.

Es war die erste Ohrfeige, die Rot-Weiss Essen in dieser noch jungen Saison kassiert hat. Die 0:4-Niederlage gegen den Aufstiegsfavoriten Viktoria Köln machte den RWE-Verantwortlichen deutlich, dass in einem Mannschaftsteil akuter Handlungsbedarf besteht. Der große Unterschied zwischen zwei spielerisch gleichwertigen Teams war die Offensivabteilung. Kölns hochkarätig besetzter Angriff entschied das Spiel. Sturmtank David Jansen traf und war ein Aktivposten. Die Domstädter konnten sich sogar den Luxus erlauben, Fatih Candan und den Ex-Essener Sven Kreyer von der Bank zu bringen. Vor allem Candan überzeugte und leitete das vorentscheidende 2:0 ein.

Essens einziger etatmäßiger Stürmer Marcel Platzek spielte nicht schlecht, konnte seine beiden Möglichkeiten aber nicht nutzen. Das Fehlen von Routinier Frank Löning und Neuzugang Kamil Bednarski machte sich bemerkbar. RWE benötigt eine zusätzliche Sturm-Alternative. Das haben Trainer Sven Demandt und Sportchef Jürgen Lucas schon vor dem Köln-Spiel gewusst. "Dass wir noch einen Mann für die Offensive suchen, war schon vorher klar", betont Lucas. "Natürlich hat das Spiel noch einmal verdeutlicht, warum das so ist. Wenn Frank Löning und Kamil Bednarski ausfallen, wird es einfach eng und dünn auf dieser Position. Wir brauchen eine zusätzliche Alternative."

Gesucht wird laut Lucas ein "Top-Stürmer, der der Mannschaft sofort weiterhilft". Im Optimalfall soll ein drittligaerfahrener Mann her. Und das ist freilich eine Sache des Geldes. Für einen weiteren Stürmer würden die Bergeborbecker auch durchaus tief in die Tasche greifen. Doch an der Hafenstraße sitzt das Geld nicht so locker, wie vereinzelt spekuliert wird. "Die Leute denken, dass wir im finanziellen Bereich die freie Auswahl hätten. Das ist aber nicht so", stellt Lucas klar. RWE habe sich deshalb einige Absagen abgeholt. "Der Markt gibt interessante Namen her. Leider hat es mit einigen Kandidaten nicht geklappt, weil wir finanziell nicht klar gekommen sind. Die Vertragsauflösungen von Joachim Osvold und Emre Yesilova haben uns sicher geholfen, aber bei Spielern mit Drittliga-Erfahrung spricht man eben über andere Dimensionen. Deshalb tun wir uns noch schwer damit, Vollzug vermelden zu können", erklärt Lucas.

Damit es mit einer Verpflichtung vor der Schließung des Transferfensters klappt, ist der Verein auch auf die Hilfe der Mannschaft angewiesen. Ein Erfolg am Samstag in der ersten Runde des DFB-Pokals gegen Arminia Bielefeld würde dem Verein garantierte 268.000 Euro einbringen. Hinzu kämen noch Zuschauer-Einnahmen und mögliche Fernseh-Gelder, sollte RWE das ganz große Los Bayern, Dortmund oder Schalke ziehen. In diesem Fall sollte es auch mit dem Wunsch-Stürmer klappen. Lucas: "Ein Sieg am Samstag würde uns bei den Verhandlungen natürlich enorm weiterhelfen. Daraus machen wir keinen Hehl."

Autor: Martin Herms

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