US-Milliardär Malcolm Glazer ist mittlerweile im Besitz von 97,3 Prozent der Aktien von Manchester United. Damit fehlen dem 76-Jährigen nur noch 0,2 Prozent den Anteile für eine totale Übernahme des Klubs.

Glazer-Einfluss bei "ManU" steigt weiter an

tw
14. Juni 2005, 11:29 Uhr

US-Milliardär Malcolm Glazer ist mittlerweile im Besitz von 97,3 Prozent der Aktien von Manchester United. Damit fehlen dem 76-Jährigen nur noch 0,2 Prozent den Anteile für eine totale Übernahme des Klubs.

Der Einfluss von Malcolm Glazer bei Manchester United steigt immer weiter. Der US-Milliardär ist mittlerweile im Besitz von 97,3 Prozent der Anteile am englischen Renommier-Klub. Damit steht der 76-Jährige kurz vor der totalen Übernahme, ihm fehlen nur noch 0,2 Prozent der Aktien, um die restlichen Anteilsscheine zwangsweise übernehmen zu können. Dagegen wehren sich jedoch deren Eigner, überwiegend Fans des 15-maligen englischen Meisters.

Malcolm Glazer will Manchester, das im Juni 1991 als erster Fußball-Klub an die Londoner Börse gegangen war, am 22. Juni oder "kurz danach" wieder aus dem Handel nehmen. Deshalb hatte er den Aktionären am 13. Mai das Angebot gemacht, Aktien für 300 Pence pro Stück aufzukaufen. Diese Frist wurde nun noch einmal bis zum 27. Juni verlängert.

Fan-Proteste laufen weiter

Shareholders United, Teil einer Investorengruppe, die über 15 Prozent der "ManU"-Aktien hielt, opponiert unterdessen weiter gegen die Übernahme durch Glazer. Sie argumentiert, Glazer belaste den Klub, der schuldenfrei ist, mit zu hohen Verbindlichkeiten durch eine hohe Refinanzierung. Diese sollen sich auf rund 50 Millionen Euro belaufen. Das entspricht mehr als der Hälfte der Jahreseinnahmen des Vereins. "Das sieht noch sehr, sehr viel schlimmer aus, als wir ursprünglich dachten", erklärte Sean Bones, Sprecher der Gruppe: "Für den Klub ist das verheerend."

Eintrittspreise sollen steigen

Höhere Einnahmen will Malcolm Glazer unter anderem durch höhere Preise bei den Eintrittskarten erzielen. Diese sollen in den kommenden vier Jahren um mehr als 50 Prozent steigen. Zudem sollen höher dotierte Sponsorenverträge abgeschlossen und durch eine Kürzung der Spielergehälter 25 Millionen Pfund eingespart werden.

Shareholders United hatte im Mai die Fans aufgerufen, keine Klubprodukte wie Manchester-United-Kreditkarten oder Trikots mehr zu kaufen. Die Investorengruppe forderte auch zu einem Boykott der Vereinssponsoren auf. Manchester United ist derzeit noch weltweit der profitabelste Fußballverein.

Die Führung des Vereins wurde inzwischen bereits ausgewechselt. Sir Roy Gardner war als Präsident zurückgetreten. Dafür ziehen die Glazer-Söhne Joel, Avram und Bryan in den "ManU"-Vorstand ein. Joel Glazer soll als Nachfolger von Gardner die Geschäfte des Vereins im Namen seines Vaters übernehmen.

Autor: tw

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