Am Samstag schüttete es in Duisburg aus Kübeln. Die Niederschläge waren so heftig, dass Fußball-Drittligist MSV Duisburg seinen Familientag an der Westender Straße absagen musste.

Duisburg

Chanturia wünscht dem MSV den Aufstieg

Thomas Tartemann und Dirk Retzlaff
27. Juni 2016, 08:07 Uhr
Foto: firo

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Am Samstag schüttete es in Duisburg aus Kübeln. Die Niederschläge waren so heftig, dass Fußball-Drittligist MSV Duisburg seinen Familientag an der Westender Straße absagen musste.

Gestrichen wurde zudem auch die geplante Trainingseinheit auf dem Rasen – stattdessen schickte Trainer Ilia Gruev sein Team zum Krafttraining zu Vitasport. Rund 60 Fans, die schon früh an der Westender Straße weilten, zeigten Verständnis für das wetterbedingte Umplanen.

Giorgi Chanturia bekam von den Kapriolen nichts mit. Der 23-jährige Mittelfeldspieler, dessen Vertrag durch den Duisburger Absturz aus der 2. Bundesliga keinen Bestand mehr hatte, weilte mehrere tausend Kilometer entfernt. In Jekaterinburg, der viertgrößen Stadt Russlands, die nur 40 Kilometer von der Grenze zu Asien trennt, findet der Trickser seine neue Heimat. Chanturia unterschrieb beim russischen Erstligisten Ural Swerdlowsk Oblast einen Vertrag bis Sommer 2019. „Ich hatte eine tolle Zeit in Duisburg und wäre hier sehr gerne in der 2. Liga geblieben“, erklärte Giorgi Chanturia am Wochenende gegenüber der Sportredaktion, „aber für mich ist es nun an der Zeit, den nächsten Schritt in meiner Karriere zu gehen.“ Die Zebras werden beim georgischen Nationalspieler immer einen besonderen Platz einnehmen. „Ich wünsche dem Verein und seinen tollen Fans den direkten Wiederaufstieg!“ Beim MSV drücken sich die „Macher“ noch deutlich verhaltener aus, wobei ohnehin alle wissen, dass die 3. Liga alleine aus finanziellen Gründen nicht mehr als eine Saison darstellbar ist. Insofern müssen die Zebras, ganz gleich, ob sie ihr Ziel defensiv oder offensiv verkaufen, in der kommenden Serie auf alle Fälle abliefern.

Andreas Wiegel musste passen

Chefcoach Ilia Gruev sind Ankündigungen jeglicher Art noch zu früh. Der 46-Jährige hat seinen Kader für die Spielzeit 2016/2017 noch nicht komplett. Mit 23 Feldspielern und drei Keepern will der ehemalige Erfurter starten – aktuell sind noch drei Feldspieler-Planstellen frei. „Wir werden so handeln, dass wir die gewünschte Anzahl an Profis beisammen haben“, sagt Gruev. Verraten wird wie immer nichts. Nur so viel: „Wir haben ein paar Leute auf der Liste.“ Ilia Gruev schiebt nach: „Ich möchte gerne in dieser Woche alle Spieler beisammen haben.“ Verständlich, schließlich bedeutet die Reise ins Trainingslager nach St. Johann, wo die Zebras vom 4. bis zum 14. Juli im Hotel von Aufsichtsratschef Jürgen Marbach Quartier beziehen, den Höhepunkt der Sommervorbereitung. Ilia Gruev will mit dem Kader im fußballerischen und taktischen Bereich intensiv arbeiten. Im Gegensatz zum letzten Jahr, als der Bulgare erst im November einstieg und nur an der einen oder anderen Stellschraube drehen konnte, ist es diesmal komplett „seine“ Mannschaft.

Da der Duisburger Kaderchef rund zwei Drittel des Zweitligapersonals mit in die kommende Serie nimmt, wurde ein kompletter Umbruch vermieden. Im Umkehrschluss heißt das allerdings nicht, dass Branimir Bajic, Thomas Bröker & Co. automatisch gesetzt sind.“Jeder hat die Chance und jeder weiß auch wie ernst die Sache ist. Wir fangen bei Null an. Alle müssen Gas geben und sich zeigen.“ Im Benefizspiel gegen Huckingen konnte Andreas Wiegel dieser Aufforderung nicht nachkommen. Als einziger Profi musste er wegen leichter Beschwerden passen.

Autor: Thomas Tartemann und Dirk Retzlaff

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