Nur noch der Aufsichtsrat des FC Schalke 04 muss der Verpflichtung von Trainer Markus Weinzierl zustimmen.

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Nur noch Aufsichtsrat muss Weinzierl-Deal zustimmen

Manfred Hendriock und Andreas Ernst
25. Mai 2016, 08:05 Uhr
Foto: firo

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Nur noch der Aufsichtsrat des FC Schalke 04 muss der Verpflichtung von Trainer Markus Weinzierl zustimmen.

Schalkes neuer Sportvorstand Christian Heidel einigte sich mit Weinzierls aktuellem Verein FC Augsburg über die Ablösemodalitäten. Nach unseren Informationen kostet Weinzierl drei Millionen Euro – das ist Bundesliga-Rekord für einen Trainer. Zudem hat Heidel mit Augsburgs Sportdirektor Stefan Reuter Erfolgsprämien vereinbart. Weinzierl soll bei S04 einen Dreijahresvertrag unterschreiben. Noch hat der Aufsichtsrat nicht entschieden.

Weinzierl selbst hatte sich am Dienstag erstmals über einen möglichen Wechsel geäußert. In einem Interview mit der „Zeit“ verkündete er seinen Abschied vom FCA. „Wir haben alles erreicht, was wir zusammen erreichen konnten. Jetzt muss einer mit neuen Ideen und neuen Visionen übernehmen“, sagte er. Zudem verkündete er auch ohne Unterschrift seine Vorfreude. Er glaubt nicht, dass ihn Schalke überfordert: „Was würden Sie denn machen? Soll ich kneifen, weil ich möglicherweise scheitern könnte? Ich weiß, dass das nicht einfach wird. Was habe ich denn zu verlieren? Es wird nicht schiefgehen. Weil ich mich lange darauf vorbereitet habe.“

Bei einer Fan-Veranstaltung im münsterländischen Wettringen auf diese Aussagen angesprochen relativierte Christian Heidel sie am Dienstagabend. "Markus Weinzierl hat nicht gesagt, dass er Trainer auf Schalke wird, sondern dass er es sich zutraut", erklärte er. Nach einer kurzen Pause ergänzte er: "Er kann ja nicht sagen, dass er es ist, wenn er es noch nicht ist." Noch.

Schalkes Sportvorstand Heidel ist ab Samstag im Urlaub

Eine schnelle Zustimmung des Aufsichtsrats käme nicht nur Weinzierl, sondern auch Heidel sehr gelegen. Am Sonntag fliegt der Sportvorstand nach Marbella – an der Costa del Sol will er mit seiner Familie entspannen und nebenbei Vertragsgespräche mit aktuellen Spielern und möglichen Zugängen führen – mit Blick aufs Meer verhandelt Heidel besondern gern. Voraussetzung dafür sind aber ausführliche Absprachen mit dem neuen Cheftrainer. „Solange der Neue nicht feststeht, muss der eine oder andere eben warten“, sagte Heidel unserer Redaktion.

Heidel muss zum Beispiel dem Trainerstab noch mitteilen, wie es weitergeht. André Breitenreiter ist beurlaubt – weitere Entscheidungen stehen aus. Beurlaubt werden nach unseren Informationen auch Co-Trainer Volkan Bulut und Athletiktrainer Tobias Stock. Der formale Akt ist aber noch nicht vollzogen. Noch offen ist, ob Torwarttrainer Simon Henzler, der auch mit Breitenreiter vom SC Paderborn kam, bleiben darf. Heidel will Torwart Ralf Fährmann in die Entscheidung einbeziehen.

Auch einige Spieler sind im Wartestand. Die Verträge von Roman Neustädter und Sascha Riether enden am 30. Juni. Mit Neustädter traf sich Heidel trotzdem schon in einem Café in Mainz. Da ging es allerdings nicht um einen neuen Vertrag. „Ich kenne ihn, seit er ein Kind ist. Ich habe in Mainz seinen Weg über die U23 bis zu den Profis verfolgt“, sagte Heidel.

Auch die Leihverträge von Younes Belhanda (Dynamo Kiew) und Pierre-Emile Höjbjerg (FC Bayern) laufen aus. Belhandas Zukunft ist offen, Höjbjergs nicht. „Ich will weg. Ich muss etwas finden, das zu mir passt. Ich will an einen Ort, wo es eine Perspektive gibt“, sagte Höjbjerg am Dienstag.

Eine Entscheidung weniger, die Heidel und (wahrscheinlich) Weinzierl treffen müssen.

Autor: Manfred Hendriock und Andreas Ernst

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