Victor Obinna schloss ein Comeback vor knapp zwei Wochen noch aus, sagte aber im selben Atemzug: „Im Leben ist alles möglich.“

MSV

"Wir müssen unser wahres Gesicht zeigen"

Dirk Retzlaff
24. Mai 2016, 04:07 Uhr
Foto: Tillmann

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Victor Obinna schloss ein Comeback vor knapp zwei Wochen noch aus, sagte aber im selben Atemzug: „Im Leben ist alles möglich.“

Der MSV Duisburg hat in den letzten Tagen alles unternommen, um den Nigerianer, der an einem Muskelfaserriss laborierte, fit zu bekommen. Ob ein Einsatz heute im Rückspiel gegen die Würzburger Kickers (19.10 Uhr, Schauinslandreisen-Arena, live in der ARD) möglich ist, wird sich kurzfristig entscheiden. Wie Trainer Ilia Gruev unterstreicht, nimmt er auch den Spieler in der Verantwortung, das entsprechende Signal auszusenden. Vor zweieinhalb Wochen zog sich Obinna in Sandhausen den Muskelfaserriss im Leistenbereich zu. Unter normalen Umständen kann ein Sportler in so kurzer Zeit diese Verletzung nicht komplett auskurieren. Sollte Obinna heute stürmen, wird das nicht ohne Risiko sein: Sollte die Verletzung im Spiel wieder aufbrechen, würde dieser Schuss komplett nach hinten losgehen.

Wir wollen das Unmögliche möglich machen. Es muss viel passieren, wir müssen unser wahres Gesicht zeigen
Ilia Gruev

Doch nicht nur Gruev weiß, wie wichtig der Nigerianer für die Mannschaft wäre. Vieles von dem, was der Ex-Nationalspieler in die Waagschale werfen kann, ließen die Zebras am Freitag bei der 0:2-Hinspielniederlage in Würzburg vermissen. Ilia Gruev brachte das Dilemma gestern noch einmal auf den Punkt: „Vom Kopf her waren wir nicht so eingestellt wie in der Woche zuvor.“

Es gehört zu den Rätseln des Fußballs, wie eine Mannschaft in einem derart wichtigen Spiel nicht 100 Prozent geben kann. Auch Stürmer Kingsley Onuegbu fand in Würzburg darauf keine Antwort, warum nicht alle Spieler mit der angemessenen Einstellung zu Werke gingen.
Ilia Gruev will heute den Resetknopf drücken. Alles soll besser werden – so wie in den letzten Wochen, als der MSV in der Liga seine fulminante Aufholjagd startete. „Wir wollen das Unmögliche möglich machen. Es muss viel passieren, wir müssen unser wahres Gesicht zeigen“, sagt Gruev. Der 46-Jährige setzt darauf, dass seine Mannschaft einmal mehr mit einer Drucksituation umgehen und den Kopf aus der Schlinge ziehen kann.

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Neben Obinna meldet sich auch Baris Özbek, der ebenfalls mit einem Muskelfaserriss außer Gefecht war, zurück. Für den defensiven Mittelfeldspieler gilt das, was auch für Obinna gilt: Er muss heute das Signal geben, bereit zu sein. Auch sein Einsatz wäre mit Risiken verbunden. Obinna und Özbek gemeinsam in der Startaufstellung – das ist aus diesem Grund auch die unwahrscheinlichste Variante.
Veränderungen wird es im Defensivverbund notgedrungen geben, da Kapitän Branimir Bajic gesperrt ist. Für den Posten in der Innenverteidigung bieten sich mit Steffen Bohl und Enis Hajri zwei Alternativen an. Vieles spricht für Bohl, mit Rolf Feltscher wäre dann auf der Außenverteidiger-Position ein offensiv ausgerichteter Spieler unterwegs. Der MSV ist bei zwei Toren Rückstand ohnehin zur Offensive verdammt. Einen Heimsieg mit mehr als einem Tor Unterschied gab es in dieser Saison nur einmal: beim 3:0 über den SV Sandhausen.

Autor: Dirk Retzlaff

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