„Ja scheiße, ich habe es nicht hingekriegt“, sagte Horst Heldt mit einem Schmunzeln.

Schalke und die Tränen

Große Emotionen zum Abschied

15. Mai 2016, 08:37 Uhr
Foto: firo

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„Ja scheiße, ich habe es nicht hingekriegt“, sagte Horst Heldt mit einem Schmunzeln.

Gemeint waren die Tränen, die er nach dem Schlusspfiff seines letzten Spiels als Schalke-Manager vergoss – beziehungsweise die Tatsache, dass er es nicht schaffte, sie zurückzuhalten. „Wenn man in die Kurve geht und sich die Leute bedanken… Man hat seine Emotionen nicht immer im Griff. Das war so ein Moment“, sagte der Sportvorstand an seinem letzten Arbeitstag. „Ich hatte mir es vorgenommen, nicht zu weinen, aber man nimmt sich so vieles vor. Es ging einfach nicht. Und trotzdem war es ein schöner Augenblick“, verriet Heldt. Da hatte er die Fassung längst wiedergefunden und präsentierte sich cool.

Mit Sprechchören der Fans war nicht nur Heldt nach sechs Jahren verabschiedet worden, auch für André Breitenreiter wurde es rührend. Er hatte seinen Abschied in einer anderen Atmosphäre zuvor im Teamhotel bei der Mannschaftssitzung bekanntgegeben. „André war es wichtig, der Mannschaft das vor dem Spiel zu sagen“, berichtete Heldt. Wie Klaas-Jan Huntelaar verriet, hatte Breitenreiter sich von einzelnen Spielern schon am Freitag beim Abschlusstraining verabschiedet.

Dem ausscheidenden Fußballlehrer war ebenfalls anzumerken, dass ihn sein Abgang alles andere als kalt ließ. „Was für ein emotionaler Tag“, sagte Breitenreiter sichtlich bewegt. „Man hat in der Besprechung bemerkt, dass es den Spielern sehr nahe ging und auch bei mir sind ein paar Tränen geflossen. Umso schöner war für mich, zu sehen, dass die Mannschaft nicht nur für sich, sondern auch für mich und mein Trainerteam gespielt hat“, hielt Breitenreiter fest.

Zudem bedankte er sich bei „den besten Fans, die es gibt“ – sie hätten verstanden, wie er mit Trainerstab und Mannschaft gearbeitet habe. Indiz: „Es gab in der ganzen Saison keine ‚Trainer raus‘-Rufe!“ Breitenreiter wollte allerdings noch etwas loswerden: „Es ist einfach schade, dass man in einem Entwicklungsjahr, in dem es Höhen und Tiefen gab, die Geduld verloren hat. Aber ich gehe hier aufrecht raus, sehr gerade.“

Und noch einer vergoss am Samstag um halb sechs dicke Abschiedstränen: Heldts Nachfolger Christian Heidel, der nach 22 Jahren Mainz 05 den Rücken kehrt und am Sonntag seinen ersten Arbeitstag als Schalke-Manager hat. Weil auch der neue Sportvorstand etwas näher am Wasser gebaut ist, passt er wohl ganz gut zum Revierklub. Wenn irgendwo Emotionen erlaubt sind, dann auf Schalke.

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