Der KFC Uerdingen muss ein weiteres Jahr in der Oberliga verbringen. Ein großes Fragezeichen muss dabei hinter den Trainer gesetzt werden. Ein Kommentar.

KFC Uerdingen

Großkopf schon mit dem Latein am Ende

Pascal Biedenweg
02. Mai 2016, 09:32 Uhr
Foto: Thorsten Tillmann

Foto: Thorsten Tillmann

Der KFC Uerdingen muss ein weiteres Jahr in der Oberliga verbringen. Ein großes Fragezeichen muss dabei hinter den Trainer gesetzt werden. Ein Kommentar.

Ansprüche contra Realität

Die bisherige Saison kann wohl niemanden im Uerdinger Umfeld zufrieden stellen. In bislang 30 absolvierten Partien verließen die Krefelder genau die Hälfte der Spiele nicht als Sieger. Zu wenig für die hohen Ansprüche von Präsident Agissilaos "Lakis" Kourkoudialos. Nicht weniger als die eigene Schwäche schmerzt die Blau-Roten wohl die Dominanz des Konkurrenten aus Wuppertal. Der WSV steht momentan 13 Punkte vor Uerdingen und ist damit vorzeitig Meister.

Dabei hatte die KFC-Führung durch die Entlassung von Michael Boris versucht, die Saison zu einem versöhnlichen Abschluss zu bringen. Der Nachfolger von Boris, Jörn Großkopf, hat bislang aber nicht wirklich viel vorzuweisen. Aus acht Spielen holte der Fußballlehrer lediglich zwölf Zähler.

Großkopf setzt falsche Signale

Generell muss diese Personalie mit einem großen Fragezeichen versehen werden. Wieso holt der KFC mitten in der Saison einen Mann, der sich mit der Oberliga Niederrhein sicherlich im Vorfeld kaum beschäftigt hat. Großkopf kann zwar eine mehrjährige Erfahrung als Trainer im Nachwuchs- und Seniorenbereich aufweisen. Diese allerdings beim FC St. Pauli - also in Hamburg und bei Hessen Kassel. Hinzu kommt, dass der Vertrag des 49-Jährigen nur bis zum Saisonende läuft. Trotz dessen gab Lakis bei der Vorstellung des neuen Trainers bekannt: "Jörn Großkopf kann nun bis zum Saisonende die Mannschaft kennenlernen und in Ruhe die Kaderplanung für die kommende Saison vorantreiben."

Wieso die KFC-Führung einer Person die Verantwortung für die Kaderplanung übergibt, von der man anscheinend nicht wirklich überzeugt ist, bleibt offen. Immerhin hat Jörn Großkopf bereits vorgesorgt. Dieser hat nämlich bereits einen neuen Job in der Pipeline und heuert kommende Saison beim Hamburger Landesligisten Wedeler TSV an - natürlich nur, wenn der KFC Uerdingen nicht weiter mit ihm plant. Das Zeichen, welches der Trainer dadurch vermittelt, ist dennoch alles andere als kämpferisch.

Diesen Kampf würde er gerne von seinem Team sehen. Mentalität und Charakter fordere er von seiner Mannschaft. Diese muss der Truppe, unter seiner Regie, aber nicht zwingend bescheinigt werden. Die Mannschaft zeigt unter dem gebürtigen Hamburger keine Weiterentwicklung. Daher muss attestiert werden: Großkopf ist bereits jetzt mit seinem Latein am Ende. Das sehen auch die Verantwortlichen so. Geschäftsstellenleiter Nikolas Weinhart kündigte dieser Redaktion eine baldige Entscheidung in der Trainer-Frage an. Daher wird, aller Voraussicht nach, die kurze Liaison zwischen dem KFC Uerdingen und Jörn Großkopf nach dieser Spielzeit wieder beendet sein.

Trainer Nummer 13 wird auch kein Glücksgriff

Am Ende muss wieder einmal festgehalten werden: Die Verantwortlichen haben in der Wahl des Trainers ein unglückliches Händchen bewiesen. Nach Edgar Schmitt (2010), Peter Wongrowitz (2010/11), Jörg Jung (2011/12) Erhan Albayrak und Ronny Kockel (2012), Eric van der Luer (2012 bis 2014), Erhan Albayrak (2014), Ersan Tekkan (2014), Murat Salar (2014/15), Horst Riege und Gerd Gotsche (2015), Michael Boris (2015/16) und erneut Riege/Gotsche (2016) sollte sich der 13. Trainer in den letzten sechs Jahren endlich als ein Glücksgriff erweisen. Falsch gedacht - die Zahl 13 ist und bleibt nun mal eine Unglückszahl.

Autor: Pascal Biedenweg

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