Es läuft beim SC Westfalia, endlich.

Westfalia Herne

Knappmann verhandelt mit ETB-Stürmer

Wolfgang Volmer
22. April 2016, 19:22 Uhr
Foto: Tillmann

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Es läuft beim SC Westfalia, endlich.

16 von 18 möglichen Punkten hat der Westfalenligist aus den letzten sechs Spielen eingesackt, hat sich aus dem unteren Mittelfeld bis auf Rang vier vorgearbeitet. Herne hat die Kurve gekriegt. Zu spät, um diese Saison noch zu einem Erfolg zu machen, aber früh genug, um das Selbstvertrauen zu stärken und das Fundament für eine erfolgreichere Spielzeit 2016/17 zu legen.

Genau daran arbeiten die Verantwortlichen derzeit, allen voran Trainer Christian Knappmann. Auch deshalb will er sich nur höchst ungern von seinem Weg abbringen lassen und im Heimspiel gegen den SV Brackel 06 am Sonntag (15 Uhr, Stadion Schloss Strünkede) den sechsten Sieg in Folge einfahren. „Wir haben noch sechs Spiele, und die wollen wir alle erfolgreich bestreiten“, formuliert der 35-Jährige. Die Saison locker ausklingen zu lassen, kommt für ihn nicht in Frage. „Wir trainieren derzeit fünf- bis sechsmal pro Woche. Die Jungs sehen, dass sich intensive Arbeit auszahlt, und ziehen überragend mit.“

Für ihn selbst endet die intensive Arbeit nicht mit der warmen Dusche nach dem Training. Er denkt strategisch, bastelt am neuen Kader, vernachlässigt aber auch das Tagesgeschäft nicht. So hat er auch über den morgigen Gegner einige Informationen eingeholt und versucht, mit Co-Trainer Fatlum Zaskoku daraus eine passgenaue Taktik zu entwickeln. „Brackel spielt ähnlich wie Horst in einem flachen 4-4-2-System, operiert oft mit langen Bällen auf Adler, der sie per Kopf auf die schnellen Greig und Leonhardt verlängert. Besonders gut liegt uns das nicht“, verrät der einstige Torjäger, der im Hinspiel noch beide Treffer zum Herner 2:1-Sieg erzielte. Auch bei Standards sei Brackel brandgefährlich. „Die haben drei Leute über einsneunzig. Und bei uns rutscht ja dann doch mal einer durch“, will er solche Situationen möglichst vermeiden.

Große Veränderungen an seiner eigenen Formation wird der Herner Trainer nicht vornehmen. Bis auf Dennis Gumpert, dessen Muskelverletzung wohl keinen Einsatz in dieser Saison mehr zulässt, und den für vier Spiele gesperrten Nils Horneffer hatte er bis gestern noch keine Ausfälle zu beklagen. Robin Klaas musste zwar in Horst nach einem Pferdekuss raus, wird aber dabei sein. „Da kann nichts weiter kaputt gehen, das tut nur weh, also zählt es nicht“, plant Knappmann fest mit dem Defensiv-Allrounder.

Einen anderen hat er dagegen aus seinen Planungen gestrichen: Stefan Oerterer, beim SC Westfalia groß gewordener Torjäger der Extraklasse, wird definitiv nicht zum Schloss zurückkehren. „Wir haben am Mittwoch noch einmal zusammengesessen und haben ihm ein richtig gutes, nein ein unverschämt gutes Angebot gemacht“, berichtet Knappmann. „Trotzdem hat sich Ö nochmal zehn Tage Bedenkzeit erbeten. Über Nacht ist mir dann klar geworden, dass wir doch besser auf Abstand gehen. Ö ist ein feiner Kerl, aber er identifiziert sich nicht so mit Westfalia Herne, wie ich es mir gewünscht hätte.“

Also habe man das Angebot zurückgezogen und suche jetzt nach einer Alternative. Einen Goalgetter ähnlicher Qualität hat Knappmann schon an der Angel: Chamdin Said, der noch für ETB SW Essen stürmt und derzeit die Torjägerliste der Oberliga Niederrhein anführt, wird Montag zu einem ersten Gespräch am Schloss erwartet.

Autor: Wolfgang Volmer

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