Mit einer klaren Ansage meldete sich Schalkes Kapitän Benedikt Höwedes am Dienstag auf dem Trainingsplatz zurück.

Schalke

Höwedes verpasst Spielern Maulkorb zur Trainerfrage

Manfred Hendriock
20. April 2016, 01:07 Uhr
Foto: firo

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Mit einer klaren Ansage meldete sich Schalkes Kapitän Benedikt Höwedes am Dienstag auf dem Trainingsplatz zurück.

Der Weltmeister hat veranlasst, dass sich die Spieler ab sofort nicht mehr zur Trainerfrage und zu den Turbulenzen auf Schalke äußern werden. Höwedes verlangt von seinen Kollegen volle Konzentration auf den Saison-Endspurt und sagt: „Wer den Willen nicht mitbringt, solche entscheidenden und großartigen Spiele zu bestreiten, der hat auf Schalke nichts zu suchen.“

Höwedes, der seit Januar wegen eines Muskelfaserrisses mit Sehnenschädigung pausieren musste und zuletzt auch Probleme am Fuß hatte, absolvierte am Dienstag zum ersten Mal wieder Teile des Schalker Mannschaftstrainings. Bei der schärferen Einheit am Nachmittag setzte er jedoch noch aus. Nach seiner Rückkehr sprach er über...

... seinen Gesundheitszustand:
Es ist ein schönes Gefühl, nach so langer Zeit wieder auf dem Platz zu stehen. Man freut sich einfach, mit den Jungs trainieren zu können. Ein Einsatz am Samstag gegen Leverkusen ist natürlich noch ausgeschlossen – um wieder spielen zu können, brauche ich erst einmal ein paar Einheiten auf dem Platz.

... seine Fußprobleme, wegen denen er zuletzt behandelt wurde: Damit schleppe ich mich jetzt schon relativ lange herum, und diese Sache wird wahrscheinlich auch die Muskelverletzung ein bisschen bedingt haben. Es geht darum, dass man nicht einseitig belastet, daran haben wir gearbeitet. Man kann das schon gut in den Griff kriegen. Heute habe ich mich sehr gut gefühlt. Nun hoffe ich, dass das so weitergeht und ich auch der Mannschaft zeitnah wieder helfen kann.

... seine Hoffnungen auf die EM: Ich bin mit dem Bundestrainer im Austausch und sehr zuversichtlich, was die Euro angeht. Natürlich ist die Voraussetzung, dass ich fit bin und gute Form habe. Schauen wir mal, wie viele Spiele ich diese Saison noch machen kann.

... die Situation auf Schalke: Es steht fest, dass wir nicht so viele Punkte haben, wie wir gerne hätten. Aber es bleibt noch heiß, es ist immer noch alles möglich – nach oben und nach unten. Jetzt gilt es, sich auf die letzten vier Spiele zu fokussieren, damit wir da das Maximum herausholen. Unsere Konkurrenten spielen auch noch gegeneinander, von daher lassen sie mit Sicherheit auch noch den einen oder anderen Punkt liegen.

... sein Fehlen als Kapitän in der schwierigen Schalker Phase: Ich bin jemand, der im Training oder auch in der Kabine gewisse Sachen anspricht – ich glaube, dass das sehr wichtig ist. Man muss es klar ansprechen können, wenn einem etwas nicht gefällt oder wenn bei einem Spieler irgendetwas in Sachen Einstellung, Einsatzwille oder Konzentration fehlt. Wer keine Fehler anspricht, der kann sich auch nicht verbessern.

... die Diskussion um Schalkes Trainer André Breitenreiter: Dazu habe ich eine ganz klare Meinung, und zwar die, dass sowohl ich als auch der Rest der Mannschaft zu diesem Thema erst einmal nichts mehr sagen werden. Das sind Sachen, in die wir uns als Spieler nicht einmischen sollten. Erstens können wir uns bei diesem Thema nur selbst die Finger verbrennen, und zweitens haben wir solche Situationen ja auch nicht zu entscheiden. Für uns Spieler ist es jetzt wichtig, dass wir uns nur noch auf die letzten vier Spiele konzentrieren und da das Maximum an Punkten herausholen. Alle anderen Themen sollten uns nicht mehr großartig interessieren und dürfen uns nicht beeinflussen – dementsprechend werden wir auch keine Fragen mehr dazu beantworten.

... das Restprogramm beginnend mit dem Heimspiel am Samstag gegen Bayer Leverkusen: Leverkusen ist ein großer Gegner, steht in der Tabelle unheimlich gut da, hat die letzten Spiele alle gewonnen und kommt mit großem Selbstvertrauen. Aber wir wollen vor heimischem Publikum gegen einen direkten Konkurrenten punkten, wir wollen natürlich gerne einen Dreier landen. Und das muss man auch spüren, wenn man am Samstag ins Stadion geht, dass die Mannschaft gewillt ist, dieses Spiel gewinnen zu wollen.

... das enge Rennen im Kampf um die Europapokal-Plätze: Es ist natürlich kurios: Vom dritten bis zum achten Platz sind es nur ganz wenige Punkte. Jeder hat noch die Möglichkeit, da richtig mitzumischen – wir auch. Da muss man jetzt spüren, dass wir hier das Maximum herausholen wollen. Man muss sehen, dass wir brennen – und dass wir gewillt sind, diese Spiele auch gewinnen zu wollen. Wer den Willen nicht mitbringt, solche entscheidenden und großartigen Spiele zu bestreiten, der hat auf Schalke auch nichts zu suchen.

... den Vergleich mit der Situation im Vorjahr: Ich finde, das war eine ganz andere Situation. Die Stimmung war nach meinem Empfinden damals viel hitziger. Natürlich ist die Stimmung im Moment bei uns auch nicht gut, aber das ist nicht vergleichbar mit letztem Jahr.

Autor: Manfred Hendriock

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