Auf Schalke brennt nach der 0:3-Blamage in Ingolstadt der Baum. Trainer André Breitenreiter steht in der Kritik. Ein Kommentar.

Kommentar

Schalke vor der Trainerfrage

Pit Gottschalk
03. April 2016, 21:17 Uhr
Foto: firo

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Auf Schalke brennt nach der 0:3-Blamage in Ingolstadt der Baum. Trainer André Breitenreiter steht in der Kritik. Ein Kommentar.

Schalke 04 wird sich an diese Feststellung gewöhnen müssen: Als Trainer hat André Breitenreiter seine Mannschaft nicht einen Deut besser machen und die Aussichten auf einen festen Platz hinter Bayern und Dortmund erhöhen können.

Das 0:3 von Ingolstadt ist nicht nur der logische Zwischenstopp einer permanenten Achterbahnfahrt. Ein Trainer, der seine hoch bezahlte Mannschaft nicht zum Schlussspurt zur Champions-League-Qualifikation motivieren kann, hat sein Vokabular aufgebraucht. Zehn Monate nach Breitenreiters Arbeitsbeginn auf Schalke macht sich eine Stimmung breit, wie man sie normalerweise erst nach drei bis fünf Trainerjahren erlebt. Oder eben auf Schalke: Der Mann liefert nicht, was man sich von ihm versprochen hat. Das kleine Mainz mit dem künftigen Schalke-Manager hat sogar die Nase vorne.

Breitenreiter kennt das Gefühl der Ohnmacht aus der Vorsaison, als ihm mit Paderborn die Luft ausging. Damals konnte man ihm ja zugute halten, dass die Arbeitsumstände dort begrenzt sind. Solche Ausreden taugen auf Schalke nicht, wo die Qualität der Spieler die Teilnahme an der Champions League fast zur Selbstverständlichkeit erklärt. Wenn er einem 80 Millionen Euro teuren Kader nicht die Notwendigkeit von Laufbereitschaft und Leidenschaft beibringen kann, schlimmer noch: selbst die mangelhafte Mentalität bejammert, dann ist Breitenreiter der falsche Mann am Spielfeldrand. Er war es, der das Risiko eingegangen ist, Torjäger Huntelaar auf die Bank zu setzen. Hoch gepokert und wieder verloren: Schalke steht nun vor der Trainerfrage. Und es geht um mehr als nur um Schönspielerei. In der entscheidenden Saisonphase verweigert er sich den Ratschlägen aus dem Umfeld. Das ist sein gutes Recht und trotzdem gefährlich. Die Wochen der Wahrheit beginnen.

Mit Platz 3 in der Bundesliga kann sich Schalke die Grundlagen für eine dauerhafte Erfolgsgeschichte legen. Die Schulden des Vereins sind zuletzt so geschrumpft, dass die Europacup-Millionen zu einem hohen Anteil in Spieler investiert werden. Breitenreiter aber nimmt den Rückschlag hin, wie man einen nutzlosen Lottoschein am Samstag zur Kenntnis nimmt: zerknüllen und weg damit. Am Ende ist auch seine Situation recht komfortabel.

Bei einem Scheitern auf Schalke wird die Schuld immer beim Klub gesucht. Breitenreiter wird schnell einen neuen Arbeitgeber finden.

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Autor: Pit Gottschalk

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