Die erste Frage auf der Pressekonferenz in Lwiw war gleich besonders heikel.

Schalke in Donezk

„Das ist die kleine Champions League“

17. Februar 2016, 18:54 Uhr
Foto: firo

Foto: firo

Die erste Frage auf der Pressekonferenz in Lwiw war gleich besonders heikel.

Nicht nur André Breitenreiter, sondern auch Roman Neustädter wurden vor dem Auswärtsspiel gegen Schachtjar Donezk von einem ukrainischen Journalisten zur politischen Lage in der Ukraine befragt. Vor allem für Neustädter, der sich aktuell darum bemüht, für die russische Nationalmannschaft aufzulaufen, ein schwieriges Terrain. „Wir sind hier, um Fußball zu spielen“, erklärte Schalkes Trainer dann auch salomonisch.

Aber nicht nur das, natürlich will er auch eine möglichst gute Ausgangsposition für seine Königsblauen erreichen. Und vielleicht war es gegen den vorherigen Champions-League-Teilnehmer nie einfacher als Donnerstag-Abend (21.05 Uhr). Erst in zweieinhalb Wochen beginnt in der ukrainischen „Premier Liga“ die Rückrunde. Der Tabellenführer dürfte, im Gegensatz zu S04, also noch nicht voll im Saft stehen.

Außerdem musste der Bergarbeiter-Klub – das verbindet Schachtjar mit Schalke – seinen besten Spieler im Winter ziehen lassen. Alex Teixeira wechselte für 50 Millionen Euro (!) zum China-Klub JS Suning. Und Fred, einer der Edel-Brasilianer im Team von Mircea Lucescu, ist wegen eines Dopingvergehens bis Saisonende gesperrt. „Vielleicht ist das ein kleiner Vorteil“, munkelte Breitenreiter – trat aber gleich wieder auf die Bremse: „Wer denkt, dass das Spiel ein Selbstläufer wird, ist auf dem Holzweg. Schachtjar hat immer noch einige Brasilianer mit hoher Qualität und viel Zug zum Tor im Kader. Wir brauchen zwei Top-Leistungen, um weiterzukommen.“

Schalke weiß schließlich, wie es ausgehen kann: In der Saison 2004/2005 war in der drittem UEFA-Pokal-Runde gegen Donezk Feierabend. „Dieses Mal wollen wir es besser machen“, zeigte sich Breitenreiter als Kenner der Schalker Geschichte.

Eines hat sich gerade mit Blick auf die aktuelle Saison aber geändert: Das Niveau insgesamt ist höher geworden. „Die Europa League hat in diesem Jahr, was die Namen und die Traditionen der Mannschaften angeht, eine enorme Aufwertung erfahren. Dazu gehören auch wir und Schachtjar Donezk“, meinte Schalkes Chefcoach und setzte noch eines drauf: „Die Europa League ist die kleine Champions League, man braucht die höchste Konzentration, um sich am Ende durchzusetzen.“

Autor:

Mehr zum Thema

Wettbewerbe

Mannschaften

Rubriken

Kommentieren