Im Exklusiv-Interview spricht Bayern Münchens Welttorhüter Manuel Neuer über den Rückrundenstart, den Guardiola-Abschied und Aubameyang-Gerüchte.

Interview mit Manuel Neuer

"Wir lechzen nach jedem Titel"

Pit Gottschalk
21. Januar 2016, 17:46 Uhr
Foto: firo

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Im Exklusiv-Interview spricht Bayern Münchens Welttorhüter Manuel Neuer über den Rückrundenstart, den Guardiola-Abschied und Aubameyang-Gerüchte.

Drehtermin in der alten Schlafwagen-Fabrik in München-Pasing. Am Tag nach der Testspielpleite in Karlsruhe kommt Manuel Neuer (29) ziemlich entspannt zu den Filmaufnahmen für den Elektronik-Konzern Sony. Bevor die TV-Spots für die Kamera a6000 im Frühjahr anlaufen, dürfte der Bayern-Torhüter seine vierte Meisterschaft in Folge gefeiert haben. Oder etwa nicht? FUNKE-Sport-Chefredakteur Pit Gottschalk (Twitter: @PitGottschalk) sprach vor dem Rückrundenstart am Freitagabend beim Hamburger SV mit dem Welttorhüter.

Manuel Neuer, wir hatten schon befürchtet, dass Sie schlechte Laune hätten nach dem 1:2 im Testspiel gegen Karlsruhe .
Nein, alles gut. Überhaupt kein Problem. Es war ein Testspiel. Was zählt ist Hamburg.

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Oder wird man nervös, wenn man weiß, dass Trainer Pep Guardiola am Saisonende Bayern München verlässt?
Das ist für uns kein Problem. Der Trainer hatte einen Dreijahresvertrag unterschrieben, und diesen Vertrag erfüllt er. Wir wissen, dass ein Klubwechsel zum Geschäft gehört. Das ist bei uns Spielern nicht anders. Wir sind alle Profis. Da wird kein Spieler weniger oder mehr Leistung bringen. Sondern genauso Leistung bringen, wie wenn der Trainer bleiben würde. Da verändert sich nichts.

Ab wann ist für Sie die Saison eine erfolgreiche Saison? Die Meisterschaft wird quasi schon abgehakt, dass sie erreicht ist.
Das sehe ich überhaupt nicht, dass die Meisterschaft abgehakt ist. Wir hatten gegen Hannover das letzte Spiel. Während des Spiels hatten wir nur drei Punkte Vorsprung vor Dortmund, am Ende waren es doch acht – das kann alles ganz schnell gehen. Wir bekommen nichts geschenkt. Gegen keine Mannschaft. Jeder ist darauf aus, Bayern München zu schlagen. Es wird nicht einfacher. Wir müssen immer achtsam sein und können nicht sicher sein, dass alles von alleine kommt. Keine Mannschaft in der Bundesliga-Geschichte hat es geschafft, vier Meisterschaften in Folge zu gewinnen. Das ist jetzt unser größtes Ziel. Und das wird eine harte Aufgabe für uns.

Wo sehen Sie Gefahren? Dass es wieder Verletzungen gibt?
Das hatten wir in der Hinrunde, und das haben wir dann gut kompensiert. Wir haben einen breiten guten Kader. Trotzdem gehören Verletzungen zum Fußball dazu. Und auch eine Formschwäche. Das ist ganz normal, dass man so etwas mal bekommt. Wir dürfen es nur nicht herbei schreien.

Noch einmal: Ab wann wäre die Saison für Sie erfolgreich? Für mich wäre die Saison schon erfolgreich, wenn wir Deutscher Meister werden.

Voriges Jahr schienen in München alle unglücklich trotz der Meisterschaft zu sein, weil die Mannschaft im Halbfinale der Champions League gegen Barcelona ausgeschieden ist.
Wir haben gegen den späteren Champions-League-Sieger verloren, ja. Keiner wünscht sich Niederlagen. Jeder will bis zum Ende dabei sein. Wir lechzen nach jedem Titel. Die Tagesform kann alles entscheiden. Das haben wir gegen Barcelona gesehen. Das Hinspiel hat uns das Genick gebrochen.

[imgbox-center]http://static.reviersport.de/include/images/imagedb/000/074/850-75916_preview.jpeg Manuel Neuer (r.) mit FUNKE-Sport-Chefredakteur Pit Gottschalk (l.) in einer Fotokulisse für Sony-Werbeaufnahmen. Foto: sportbibel.de [/imgbox]

Informiert man sich schon irgendwie über den neuen Trainer Ancelotti? Ich tue das nicht. Man ist im Geschäft und weiß, wie der eine oder andere funktioniert. Ancelotti ist kein unbekannter Trainer . Er hat in einigen großen Vereinen schon Erfolg gehabt und sehr gute Arbeit verrichtet.

Aber von der Spielphilosophie tickt er schon anders als Guardiola. Jeder Trainer bringt sein eigenes Handwerk mit. Bei uns hat sich in den vergangenen zweieinhalb Jahren auch einiges verändert. Trotz des Triple-Gewinns vorher von Jupp Heynckes. Da hätte man auch sagen können: Wir machen einfach so weiter. Aber jeder hat seinen eigenen Stil. Das Gute für uns Spieler ist, dass man nie auslernt, sondern neue Sachen erfährt.
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Autor: Pit Gottschalk

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