Ein halbes Dutzend „echte“ Neuzugänge präsentierte Schalke 04 zu Saisonbeginn. Nur zwei schlugen jedoch richtig ein.

Schalke 04

Zwei Treffer, ein echter Flop

30. Dezember 2015, 13:52 Uhr
Foto: firo

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Ein halbes Dutzend „echte“ Neuzugänge präsentierte Schalke 04 zu Saisonbeginn. Nur zwei schlugen jedoch richtig ein.

Alexander Nübel (SC Paderborn): Mit der Verpflichtung des 19-jährigen Ostwestfalen reagierte S04 auf die Ausleihe von Timon Wellenreuther. „Oben“ durfte der 1,93-Meter-Schnapper noch nicht spielen, in sieben Regionalliga-Einsätzen und den Trainingseinheiten deutete der Nachwuchsmann aber sein Potenzial an. Mit 200.000 Euro Ablösesumme war Nübel zudem ein echtes Schnäppchen. Ohne Note

Junior Caicara (Ludogorets Razgrad): Der Brasilianer startete mit großen Vorschusslorbeeren, Trainer André Breitenreiter bezeichnete ihn aufgrund seiner Fitnesswerte gar als „Maschine“. Nach und nach wurden aber immer größere Schwächen offenbar, vor allem im Defensivverhalten. Einige Stellungsfehler konnte der Rechtsfuß auch mit seiner Schnelligkeit nicht mehr ausbügeln. Auch als Flankengeber hat er noch Luft nach oben. An Einsatz und Identifikation mangelt es dem Außenbahnspezialisten nicht, mit 26 Jahren ist Caicara aber kein Talent mehr. Und mit 4,5 Millionen Euro Ablöse war er auch nicht gerade billig. Transfer-Note: 4-

Geis als Höwedes-Nachfolger im Kapitänsamt?

Sascha Riether (SC Freiburg): „Zuletzt ist er mit jedem Verein abgestiegen“, unkte manch einer nach der Verpflichtung des Allrounders. Der sympathische Routinier strafte die Zweifler aber Lügen – und bekam mehr Einsätze (13) als erwartet. In der Bundesliga lief er mit seinem größeren Spielverständnis und seiner taktischen Überlegenheit Caicara sogar den Rang ab. Auch als Vorarbeiter hatte Riether gute Szenen. Wenn er auch nicht mehr der Allerschnellste ist, Leader-Qualitäten bewies der 32-Jährige durchaus. Da er auch noch ablösefrei war, hat Manager Horst Heldt mit ihm einen richtig guten Griff getan. Transfer-Note: 3+

Johannes Geis (FSV Mainz 05): Allein die zweistellige Millionen-Ablöse sorgte für den Stempel „Königstransfer“. Diesem Label wurde Geis, der vom ersten Tag an Verantwortung übernahm, aber auch gerecht. Der Standardspezialist ist ein wahrer Meister des ruhenden Balls, die Gegner zittern regelmäßig, wenn sich der Blondschopf den Ball zur Ecke hinlegt. Mit seinem hervorragenden rechten Fuß ist er zudem ein Könner in Sachen Spieleröffnung und -verlagerung: seine Diagonalbälle sind lehrbuchmäßig. In Sachen Torgefahr könnte sich Geis hingegen noch etwas steigern. Und das schlimme Foul an André Hahn und die damit verbundene lange Sperre war hoffentlich ein einmaliger Ausrutscher. P.S.: Wenn [person=1436]Benedikt Höwedes[/person] mal die Kapitänsbinde abgeben sollte, wäre er ein guter Nachfolger. Transfer-Note: 2

Pierre-Emile Höjbjerg (FC Bayern München): Die in ihn gesetzten Erwartungen konnte der erst 20-jährige Höjbjerg nicht ganz erfüllen. Besonders in seinen ersten Einsätzen schien es fast so, als stünde der große Ehrgeiz dem Dänen fast ein bisschen im Weg. Diese Nervosität konnte er in der Folge ablegen – dann erwies er sich als zumindest verlässlicher Einwechselspieler. Dennoch scheint er eher auf Augenhöhe mit einem Marco Höger zu agieren, als beispielsweise Leon Goretzka herausfordern zu können. Eine Millionen Euro Leihgebühr gehen für den Nationalspieler, der beim Rekordmeister noch bis 2018 gebunden ist, in Ordnung. Dass er nach dem Saisonende auf Schalke bleibt, ist denkbar, aktuell aber eher unwahrscheinlich. Transfer-Note: 4

Franco Di Santo (Werder Bremen): Nicht nur RevierSport dachte nach der Verpflichtung an einen Schalker Traumsturm, in dem sich [person=2426]Eric Maxim Choupo-Moting[/person], [person=1770]Klaas-Jan Huntelaar[/person] und der Neue aus Bremen gegenseitig zu Höchstleistungen anstacheln würden. Daraus wurde nichts: Das Formtief der Vorsaison von Choupo-Moting und Huntelaar setzte sich fort, aus Di Santos Startschwierigkeiten wurde eine echte Krise. Trainer André Breitenreiter vertraute ihm weiterhin, bei nur einem Bundesliga-Tor muss der Sechs-Millionen-Mann als Flop bezeichnet werden, zumal seine magere Ausbeute auch kein reines Pech war, denn der Argentinier hing oftmals schlichtweg in der Luft. In der Europa League lief es hingegen blendend. So leicht wie gegen Asteras Tripolis ist es in der Meisterschaft aber nun einmal nicht. Transfer-Note: 5

Des Weiteren wurde der bisher ausgeliehene Matija Nastasic für diese Saison fest verpflichtet. Aus den eigenen U-Mannschaften rückten Leroy Sané, Felix Schröter (an Heidenheim ausgeliehen), Felix Platte, Thilo Kehrer und auch der 34-Jährige Michael Gspurning auf.

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