Die zweite bittere Enttäuschung innerhalb von acht Tagen, zweimal stand die gleiche Frage im Mittelpunkt.

RWE

Siewert verteidigt Wechsel-Strategie

12. Dezember 2015, 17:02 Uhr
Foto: Tillmann

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Die zweite bittere Enttäuschung innerhalb von acht Tagen, zweimal stand die gleiche Frage im Mittelpunkt.

Nämlich die, warum RWE-Trainer Jan Siewert die Schlussphase der Partie - insbesondere aber die Nachspielzeit nicht dafür genutzt hatte, um noch einmal einen frischen Mann zu bringen. Lediglich Malcolm Olwa-Luta hatte er in der 87. Minute für Marwin Studtrucker gebracht. Siewert gab kostenlose Nachhilfe in taktischem Verhalten: "Wenn Sie die ganze Geschichte des Fußballs anschauen - mal intensiv - dann werden Sie sehen, dass das mit Wechseln nichts zu tun hat", sagte er und verwies auf die Schlussphase in Verl, wo seine Mannschaft ebenfalls in der letzten Minute der Nachspielzeit den 1:1-Ausgleich kassiert hatte.

Wir haben uns viel vorgenommen und Essen fußballerisch unter Druck gesetzt. So viel hat Essen nicht für das Spiel getan.
Alfons Beckstedde

Blieb nach dem mittlerweile dritten Genickschuss in der letzten Sekunde die Frage, ob das ein mentales Problem sei. "Nein", wehrte Siewert ab und deutete auf ein anderes hin: "Es ist einfach taktisches Verhalten. Das müssen wir uns jetzt reinprügeln."

Als der Essener Coach, der noch lange nach dem Abpfiff mit den Essener Fans diskutiert und die aufgebrachten Gemüter erst nach gut 20 Minuten Reden wieder beruhigt hatte, auf der Pressekonferenz saß, fiel es ihm nicht allzu schwer, das Positive seiner Mannschaft hervorzuheben. "Wir waren effektiv", wies er auf die Kaltschnäuzigkeit bei den Kopfballtreffern von Moritz Fritz (4.) und Marcel Platzek (45.) hin. Der offensiven Effektivität der Rot-Weissen hatte die Mannschaft von Alfons Beckstedde 90 Minuten Power-Play entgegen zu setzen. "Wir haben uns viel vorgenommen und Essen fußballerisch unter Druck gesetzt. So viel hat Essen nicht für das Spiel getan."

Weder brachte die Siewert-Elf spielerisch etwas auf die Beine, noch schaffte sie es, den engagierten Kampf aus der ersten Halbzeit noch in die Nachspielzeit zu retten. "Dass wir hier wieder sitzen und zwei Punkte verloren haben, ist eine Enttäuschung", brachte Siewert noch hervor. Doch ob er will oder nicht: Um weitere derartige Enttäuschungen zu finden, muss man sich nicht besonders intensiv mit der Essener Geschichte des Fußballs beschäftigen.

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