Der BVB hat die Gruppenphase der Europa League auf dem zweiten Platz abgeschlossen. Zum Abschluss gab es eine peinliche Heimpleite gegen PAOK Saloniki.

BVB

Blamage gegen Saloniki

Andreas Berten
10. Dezember 2015, 21:06 Uhr
Foto: Firo

Foto: Firo

Der BVB hat die Gruppenphase der Europa League auf dem zweiten Platz abgeschlossen. Zum Abschluss gab es eine peinliche Heimpleite gegen PAOK Saloniki.

Als Thomas Tuchel am Mittwoch den Abstieg des FC Sevilla aus der Königsklasse in die Europa League kommentierte, legte sich Borussia Dortmunds Trainer fest: Der kommende Sieger dieses im Schatten der Champion League stehende Europapokalwettbewerbs sei damit bereits gefunden. Die Andalusier reckten in den vergangenen beiden Spielzeiten den Pokal in die Höhe und gelten wieder als heißer Anwärter für das Endspiel in Basel. “Wir wollen allerdings auch ins Finale”, sagte Tuchel tags darauf vor dem letzten Gruppenspiel gegen Paok Saloniki. Wobei die abschließenden 90 Minuten noch reichlich Arbeit auf dem Weg ins Finale offenlegten: Die Borussia zeigte in der ersten Halbzeit eine blutleere Leistung, sodass es am Ende trotz einer Steigerung 0:1 (0:1) hieß.

Theoretisch hätte der Bundesliga-Zweite noch den Gruppensieg holen und damit auf ein leichteres Los in der Runde der letzten 32 hoffen können. Die Aufstellung verriet dann jedoch, dass von den letzten vier Begegnungen des Fußballjahres 2015 die gegen die Griechen nicht den höchsten Stellenwert zu haben schien. Auf sieben Positionen veränderte der Trainer seine Startelf: Aubameyang, Mkhitaryan und Weigl saßen auf der Bank, Gündogan, Schmelzer und Castro waren erst gar nicht im Kader. Während der 19 Jahre alte Pascal Stenzel im Mittelfeld ein blasses Pflichtspieldebüt geben durfte, bildete in der Innenverteidigung Neven Subotic an der Seite von Mats Hummels das Pärchen aus alten Meisterjahren. “Geschenke machen wir nicht mit Aufstellungen”, wollte Tuchel den Einsatz des nun 27 Jahre alten Serben nicht als Wohltat verstanden wissen, “das hat er sich verdient.”

Unabhängig davon, dass Krasnodar im Parallelspiel gegen Qäbälä schnell alle Zweifel am möglichen Sturz auf Rang zwei beseitigte, erweckte Schwarzgelb nicht den Eindruck, mit aller Macht noch in der Tabelle klettern zu wollen. 80 Prozent Ballbesitz für den BVB und 20 für Saloniki bedeuteten in der ersten Halbzeit für die Zuschauer 98 Prozent Langeweile. Zwischen langen Phasen mit Ballgeschiebe und Fehlpässen ergaben sich nur wenige glanzvolle Momente: Shinji Kagawas Schuss prallte an den Pfosten (10. Minute), eine scharfe Hereingabe von Marco Reus auf Matthias Ginter drosch der Rechtsverteidiger in den Abendhimmel. Pech hatte Reus selbst, als sein Abpraller nach Januzaj-Schuss ans Gebälk knallte (42.). Zu diesem Zeitpunkt stand es jedoch bereits 0:1: Mats Hummels hatte bei einem Pass auf Robert Mak sorgfältig die Abseitsfalle gestellt - die jedoch nicht zuschnappte, weil Joo Ho Park weiter hinten geschlafen hatte: Mak umkurvte Roman Weidenfeller und schob zum 0:1 (33.) ein.

Die vielen personellen Veränderungen hatte Thomas Tuchel zum Teil auch damit begründet, dass Spieler wie Adnan Januzaj und Adrian Ramos “Möglichkeit bekommen sollten, sich zu zeigen.” Nun, zu sehen war nach der Pause vor allem eines: dass Dortmunds Offensive an diesem Abend torlos bleiben würde. Mit Mkhitaryan, direkt nach dem Seitenwechsel im Spiel, und Aubameyang, der 20 Minuten später kam, hatte das BVB-Spiel nach vorne zwar mehr Zug. Beim Armenier hatten die 55.200 Zuschauer gleich nach 95 Sekunden den Torschrei auf den Lippen, richtig knapp war’s auch bei Mkhitaryans gezirkeltem Schuss in Minute 60. Paok-Schlussmann Panagiotis Glykos hatte aber nicht nur Glück, sondern zeigte auch gegen Kagawas Kopfball (52.) und Aubameyang (76.) sein Können. So hätte der BVB Platz eins auch nicht verdient gehabt.

Autor: Andreas Berten

Mehr zum Thema

Wettbewerbe

Mannschaften

Rubriken

Kommentieren