Zur Feier des Tages hatte Kaan Ayhan den Abend nach dem Spiel gegen Sparta Prag mit seiner Familie im Gelsenkirchener Hospitality-Bereich „La Ola“ ausklingen lassen.

Schalke

Kaan Ayhan ist wieder da

24. Oktober 2015, 11:07 Uhr
Foto: firo

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Zur Feier des Tages hatte Kaan Ayhan den Abend nach dem Spiel gegen Sparta Prag mit seiner Familie im Gelsenkirchener Hospitality-Bereich „La Ola“ ausklingen lassen.

Zuvor hatte er sich endlich mal wieder das Schalker Trikot für einen Einsatz in der Startelf überziehen dürfen. Unter Trainer André Breitenreiter zum ersten Mal. Das macht Mut.

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Weil der Chefcoach nach zwei Auftaktsiegen in der Europa League gegen die Tschechen Johannes Geis eine Pause gönnte, kam der Ur-Schalker, der bereits seit seinem 5. Lebensjahr für die Knappen kickt, beim 2:2 (1:0) gegen die Tschechen auf der „Sechs“ zu seinem ersten (nennenswerten) Saisoneinsatz. Über eine Stunde durfte er Werbung in eigener Sache machen, ehe er gegen Geis ausgewechselt wurde. Ayhan hat angedeutet, dass er für Breitenreiter mehr als eine verlässliche Alternative sein kann, auch wenn noch nicht alles Gold war, was glänzte. „Der Trainer hatte es mir bereits einen Tag vorher verraten“, klärte der Defensivspieler nach dem Spiel auf. Bei der rasanten Steilfahrt der jungen königsblauen Wilden ist er bislang außen vor gewesen. Die Nominierung war ein Fingerzeig, dass es nun auch bei ihm in die richtige Richtung gehen könnte. Und eine Belohnung für die guten Trainingsleistungen der letzten Wochen. Die hat er nicht immer abgeliefert. Breitenreiter hatte das moniert und eingefordert. Zu sehr hatte es den gelernten Innenverteidiger beschäftigt, dass sich der neue Coach in der Defensive im Sommer schon früh auf Roman Neustädter als vierte Option in der Zentrale nach Joel Matip, Benedikt Höwedes und Matija Nastasic festlegte. Ayhan saß zwar fast immer auf der Bank, gespielt hatte er aber nie. Zu wenig für die eigenen Ansprüche und das Talent, das er bereits in 30 Bundesligaspielen nachgewiesen hatte.

Die Fans, die die Chance nutzten und sich mit Ayhan gerne ablichten ließen, erlebten einen gelösten, ja fast schon erlösten 20-Jährigen, dem die vergangenen Monate doch arg zugesetzt hatten. „Dieses Spiel habe ich für die Seele gebraucht“, gab Ayhan anschließend zu. „Es war ein schönes Gefühl, endlich mal wieder auf dem Platz zu stehen. Das gibt mir weiteres Selbstvertrauen.“ Bislang stand in seiner Saison-Statistik trotz der monatelangen Ausfälle von Höwedes und Nastasic lediglich eine Einwechslung in der Nachspielzeit gegen den 1. FSV Mainz 05. Etwas mickrig für den türkischen U21-Nationalspieler, der bereits einmal in den A-Kader von Trainer Fatih Termin berufen wurde. Das war allerdings vor einem Jahr, als er auf Schalke konstant gespielt und mehr als ordentliche Leistungen abgerufen hatte. Nur mit weiteren Einsätzen im Verein kann er vielleicht noch auf den türkischen EM-Zug aufspringen.

Als Verlierer des Trainerwechsels will er sich dennoch nicht sehen. „Ich kann mich auf Schalke weiterhin sehr gut entwickeln. Darauf lege ich meinen Hauptfokus“, nickte er. Ayhan weiß, dass er selbst auch Fehler gemacht hat. Als er gesehen hatte, dass er momentan an den anderen nicht vorbei kommt, hatte er sich im Sommer selbst etwas aus dem Rhythmus gebracht und sich zu sehr mit einem möglichen Wechsel beschäftigt. „Aber das, was war, war nicht konkret und hätte mich auch nicht weiter gebracht“, nickt der Deutschtürke. Und eigentlich wollte er von seinem Stammverein auch gar nicht weg. Der Ablauf der Wechselfrist war für ihn daher wie eine Erlösung. „Spätestens seit dem 1. September weiß ich, dass ich zurzeit keine andere Option habe, als mich bei Schalke durchzusetzen. Und das ist auch weiterhin mein Ziel.“

Er habe diesen Weg aus Überzeugung gewählt, weil es für ihn der richtige sei. Bis zur Winterpause wolle er den Abstand zu den Konkurrenten weiter verkürzen. Gegen Prag machte der bald 21-Jährige seine Sache nicht schlecht, legte Franco Di Santo das 1:0 auf. „Ein Assist war doch für den Anfang schon mal ganz gut“, freute sich Ayhan. Er weiß aber auch, dass dieses eine Spiel noch keinen grundsätzlichen Perspektivwechsel für ihn mit sich bringt. „Aber es war ein Vertrauensbeweis des Trainers. Und darüber bin ich sehr froh. Ich muss jetzt weiter dran bleiben“, so Ayhan. Er weiß: „Ich kann mich bei Schalke super entwickeln, aber irgendwann komme ich jetzt natürlich auch in ein Alter, wo ich Spielpraxis brauche, um mich weiter zu steigern.“

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Und somit könnte das Thema Ausleihe oder Verkauf spätestens in der Winterpause wieder eine Überlegung werden. „Ich habe mir selbst kein Ultimatum gesetzt. Aber es wird nach der Hinrunde sicherlich wieder ein Feedback-Gespräch mit der sportlichen Leitung geben“, erklärte Ayhan. „Und dann müssen wir sehen, was sich daraus ergibt.“ Egal, was kommt, in die Türkei will er jedenfalls (noch) nicht wechseln, obwohl er dort bei einem der größeren Klubs unter kommen könnte. „Das kommt vielleicht später einmal in Frage. Aber ich glaube nicht, dass das zum jetzigen Zeitpunkt der richtige Schritt für mich wäre“, machte er klar. Am liebsten würde er ohnehin in Gelsenkirchen bleiben und noch viele solcher Abende erleben wie am Donnerstag.

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